Alle Vöglein sind schon da

Es ist Frühling! Ganz deutlich war das am Mittwoch, als ich im noch kahlen Wald unterhalb der Schauenburg stand und ganz hingerissen war von Zahl, Lautstärke und Veriantenreichtum der Äußerungen der dort ansässigen Vögel. Leider hatte ich nicht die Geistesgegenwart, das gleich aufzunehmen, und gestern war es schon nicht mehr ganz so aufregend. Dennoch mag das folgende einen Eindruck geben, wie es in dem Wald gerade tönt kurz vor Sonnenuntergang:

Das starke Rauschen, das dem unterliegt, ist übrigens zu guten Teilen nichttechnisch: in der Nähe meines Aufnahmeorts rauscht gerade der Mantelbach, der, ebenfalls ganz in Frühlingsstimmung, im Augenblick richtig viel Wasser führt.

Das Audio-Element sollte endlos laufen. Leider loopt jedoch zumindest der aktuelle Webkit nicht nahtlos, und beim Übergang auf die nächste Wiederholung ist ein deutliches Ploppen zu hören. Lokal habe ich ein shell-alias, mit dem ich die Nahstelle (jedenfalls bei Wiedergabe über die lausigen Lautsprecher in meinem Computer) nicht erkennen kann:

alias ambient-voegel='mpv --quiet --loop-file=inf /pfad-zum/vogelkonzert.ogg'

Erwähnen möchte ich noch, dass die Aufnahme alles andere als leicht war. Nicht etwa, weil es mit dem Gerät Probleme gegeben hätte, abgesehen davon, dass das ein einfaches Telefon ohne Windschutz war und deshalb auf externe Beschirmung angewiesen war:

Foto: Altes Mobiltelefon in verrottendem Restbaumstamm

Nein, das Problem war Zivilsationslärm, der die Vogelstimmen störte oder gar übertönte. Zuerst ist ein Hubschrauber durchgebrummt, dann klapperten die Hufe eines Freizeitpferdes auf dem asphaltierten Waldweg, und als die allmählich verklungen waren, dröhnte schon das nächste Flugzeug minutenlang durch den Himmel. Dabei ist das Tal gegenüber seiner näheren Umgebung sehr bevorzugt, weil es vom dauernden Lärm von A5, B3 und all den Ortsstraßen recht gut abgeschirmt ist.

Dass mir all das Dröhnen – das ja sonst auch da ist – gestern auffiel, das muss wohl diese Achtsamkeit sein, von der ich in den letzten Jahren viel zu viel gehört habe. Und alles, was ich dafür gebraucht habe, waren zwei Mikrofone, ein Programm und der Wille, singende Vögel für trübere Zeiten zu konservieren. Ist das eine Marktlücke: Tagesseminar für nur 4000 Euro „Achtsamkeit lernen mit audacity“?

Kriegsfieber aktuell

Bar-plot in
    		Tönen von Oliv
(Erklärung)