<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"><title>Engelszüngeln</title><link href="https://blog.tfiu.de/" rel="alternate"></link><link href="https://blog.tfiu.de/feeds/all.atom.xml" rel="self"></link><id>https://blog.tfiu.de/</id><updated>2026-02-28T20:00:00+01:00</updated><entry><title>Süßer und bitterer Grusel auf Frauenchiemsee</title><link href="https://blog.tfiu.de/susser-und-bitterer-grusel-auf-frauenchiemsee.html" rel="alternate"></link><published>2026-02-28T20:00:00+01:00</published><updated>2026-02-28T20:00:00+01:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2026-02-28:/susser-und-bitterer-grusel-auf-frauenchiemsee.html</id><summary type="html">&lt;p&gt;Ich bin (und habe &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/hilfe-bei-e-bike-und-schule.html"&gt;das schon 2022 gestanden&lt;/a&gt;) ein bekennender Fan
katholischen Heiligen- und Wunderglaubens.  Und so konnte ich, als ich
neulich mal wieder am (oder eher auf dem) Chiemsee war, der Verlockung
der &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irmgard%20von%20Chiemsee"&gt;heiligen Irmengard von Chiemsee&lt;/a&gt; nicht widerstehen.  Die
Votivtafeln in der Klosterkirche enttäuschen nicht.  Schon die
erstaunliche Selektivität von Irmengards Wunderkraft und Gnade
begeistert:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Eine gerahmte handschriftliche Notiz: „In der Bombenzeit empfahl ich mich der Seligen Irmengard.  Mein Haus war das einzige, das in der ganzen Häuserreihe stehen blieb.  Köln, 30.6.1953 N.N.“" src="/media/2026/irmengard-bomben.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ebenso komplexe theologische Probleme wirft aus meiner Sicht eine
Votivtafel auf, die meint, betonen zu müssen, Irmengards Hilfe sei
„auffallend“ gewesen:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Eine gerahmte Tafel in Frakturschrift, auf der u.a. steht: „Heilige Irmengard, du hast meinen Wunsch erfüllt […] Auf die Fürbitte der Seligen Irmengard wurde uns auffallend geholfen“." src="/media/2026/irmengard-auffallend.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Enttäuscht war ich darüber, dass die Därme, Brüste und Bäuche, die noch
2019 in der Kapelle einschlägige Wundertaten der Heiligen bezeugten,
offenbar der skeptischen Moderne zum Opfer gefallen sind – jedenfalls
habe ich sie jetzt nicht mehr gesehen.  Um euch die Möglichkeit zu
geben, die Größe des Velustes einzuschätzen, hier ein Bild aus meinem
Archiv:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Metallene Halbreliefe eines Dünndarms, weiblicher Brüste und eines etwas fülligen Bauchs." src="/media/2026/irmengard-darm.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es gibt Aspekte der Aufklärung, auf die ich &lt;em&gt;fast&lt;/em&gt; betrauern könnte.
Wenn da wirklich wer besonders rustikale abergläubische Exzesse
wegzensiert hätte, wäre das so ein Fall.  Das gilt umso mehr, als
vergleichbar abseitige Votivschriften durchaus weiter hängen (vgl.
oben).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kurz nach meinem Betrauern der fehlenden Leiblichkeit kam dann
allerdings ein Moment, an dem ich mir deutlich mehr und nachhaltigere
Aufklärung wünschte.  Der Anlass findet sich immer noch vor der
Kirchentür am Friedhof von Frauenchiemsee:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Detail aus einem Grabstein für Irma, Luise und Familie Jodl. Beim Schriftzug für die Familie fehlt ein L, und darüber ist schwach ein eisernes Kreuz im Halbrelief erkennbar." src="/media/2026/jodl-grab.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die Irma von Boullion, für den der linke Teil des Steins gesetzt ist,
war eine Frau von &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Jodl"&gt;Alfred Jodl&lt;/a&gt;, dem Mastermind des Nazimassenmords in
der Sowjetunion und einer der Hauptkriegsverbrecher der Nürnberger
Prozesse.  Luise von Benda war seine zweite Frau, nachdem Irma das Jahr
1944 nicht überlebt hat.  Dort, wo jetzt „Familie Jod[l]” steht, prangte
bis ungefähr 2020 Alfred Jodls Name.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Fairness halber sei erwähnt, dass die Gemeinde das
Grusel-Militaria-Sepulkrum hat abbrechen wollen, aber von einem
Grabberechtigten und dem VG München daran gehindert wurde. Der Kläger
hat zum Ausgleich immerhin die Verehrung des Befehlshabers
zurückgetönt. &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Jodl#Scheingrab"&gt;In der Wikipedia&lt;/a&gt; ist der alte Schriftzug zu sehen
und die ziemlich schwarzverdrehte Geschichte zu lesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Übrigens ist Jodls Leiche ist überhaupt nicht auf der Insel begraben.
Seine Asche landete in der Isar, nachdem Justizbeschäftigte in Nürnberg
ihn gehenkt hatten.  Von seiner Gedenkstele ist aber, wie auf meinem
aktuellen Foto zu sehen, bis heute das &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eisernes_Kreuz"&gt;Eiserne Kreuz&lt;/a&gt; übriggeblieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit Blick auf dieses Traditionslogo wirkt die schauerliche Stätte
plötzlich topaktuell in einer Zeit, da die ebenfalls eisernbekreuzte
Bundeswehr aus dem Jammertal der Sauf-, Nazi- und Mordtruppe zum
unverzichtbar-heldenhaften Schutz- und Trutzbund der deutschen Nation
zurückgekommen ist.  Ob wirklich viele Menschen dran glauben, dass ohne
die deutschen SoldatInnen die Horden aus dem Osten uns alle sehr bald
verspeisen würden?  Ich kann es mir nicht vorstellen, aber bei unseren
Mahnwachen in Heidelberg kommen dann und wann Leute vorbei, die
Geschichten dieser Art offenbar nicht unplausibel finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jodl hat zumindest in seinen Verlautbarungen eine ganz ähnliche
Geschichte erzählt und seine Metzelanordnungen – hier kann im
Unterschied zu all den aktuellen Konflikten wirklich von
„Vernichtungskrieg“ gesprochen werden – rechtfertigt mit:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Wir haben […] den Angriff gegen Rußland nicht geführt, weil wir den
Raum haben wollten, sondern weil Tag für Tag der Aufmarsch der Russen
gewaltig weiterging und zum Schluß zu ultimativen Forderungen geführt
hätte&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es gibt tatsächilich keinen Krieg in der Geschichte der Menschheit, den
nicht Leute angefangen hätten, die fest überzeugt waren, sie müssten
sich dringend verteidigen, ihr Gesicht wahren und dürften sich auf
keinen Fall erpressbar machen.&lt;/p&gt;
</summary><content type="html">&lt;p&gt;Ich bin (und habe &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/hilfe-bei-e-bike-und-schule.html"&gt;das schon 2022 gestanden&lt;/a&gt;) ein bekennender Fan
katholischen Heiligen- und Wunderglaubens.  Und so konnte ich, als ich
neulich mal wieder am (oder eher auf dem) Chiemsee war, der Verlockung
der &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irmgard%20von%20Chiemsee"&gt;heiligen Irmengard von Chiemsee&lt;/a&gt; nicht widerstehen.  Die
Votivtafeln in der Klosterkirche enttäuschen nicht.  Schon die
erstaunliche Selektivität von Irmengards Wunderkraft und Gnade
begeistert:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Eine gerahmte handschriftliche Notiz: „In der Bombenzeit empfahl ich mich der Seligen Irmengard.  Mein Haus war das einzige, das in der ganzen Häuserreihe stehen blieb.  Köln, 30.6.1953 N.N.“" src="/media/2026/irmengard-bomben.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ebenso komplexe theologische Probleme wirft aus meiner Sicht eine
Votivtafel auf, die meint, betonen zu müssen, Irmengards Hilfe sei
„auffallend“ gewesen:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Eine gerahmte Tafel in Frakturschrift, auf der u.a. steht: „Heilige Irmengard, du hast meinen Wunsch erfüllt […] Auf die Fürbitte der Seligen Irmengard wurde uns auffallend geholfen“." src="/media/2026/irmengard-auffallend.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Enttäuscht war ich darüber, dass die Därme, Brüste und Bäuche, die noch
2019 in der Kapelle einschlägige Wundertaten der Heiligen bezeugten,
offenbar der skeptischen Moderne zum Opfer gefallen sind – jedenfalls
habe ich sie jetzt nicht mehr gesehen.  Um euch die Möglichkeit zu
geben, die Größe des Velustes einzuschätzen, hier ein Bild aus meinem
Archiv:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Metallene Halbreliefe eines Dünndarms, weiblicher Brüste und eines etwas fülligen Bauchs." src="/media/2026/irmengard-darm.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es gibt Aspekte der Aufklärung, auf die ich &lt;em&gt;fast&lt;/em&gt; betrauern könnte.
Wenn da wirklich wer besonders rustikale abergläubische Exzesse
wegzensiert hätte, wäre das so ein Fall.  Das gilt umso mehr, als
vergleichbar abseitige Votivschriften durchaus weiter hängen (vgl.
oben).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kurz nach meinem Betrauern der fehlenden Leiblichkeit kam dann
allerdings ein Moment, an dem ich mir deutlich mehr und nachhaltigere
Aufklärung wünschte.  Der Anlass findet sich immer noch vor der
Kirchentür am Friedhof von Frauenchiemsee:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Detail aus einem Grabstein für Irma, Luise und Familie Jodl. Beim Schriftzug für die Familie fehlt ein L, und darüber ist schwach ein eisernes Kreuz im Halbrelief erkennbar." src="/media/2026/jodl-grab.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die Irma von Boullion, für den der linke Teil des Steins gesetzt ist,
war eine Frau von &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Jodl"&gt;Alfred Jodl&lt;/a&gt;, dem Mastermind des Nazimassenmords in
der Sowjetunion und einer der Hauptkriegsverbrecher der Nürnberger
Prozesse.  Luise von Benda war seine zweite Frau, nachdem Irma das Jahr
1944 nicht überlebt hat.  Dort, wo jetzt „Familie Jod[l]” steht, prangte
bis ungefähr 2020 Alfred Jodls Name.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Fairness halber sei erwähnt, dass die Gemeinde das
Grusel-Militaria-Sepulkrum hat abbrechen wollen, aber von einem
Grabberechtigten und dem VG München daran gehindert wurde. Der Kläger
hat zum Ausgleich immerhin die Verehrung des Befehlshabers
zurückgetönt. &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Jodl#Scheingrab"&gt;In der Wikipedia&lt;/a&gt; ist der alte Schriftzug zu sehen
und die ziemlich schwarzverdrehte Geschichte zu lesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Übrigens ist Jodls Leiche ist überhaupt nicht auf der Insel begraben.
Seine Asche landete in der Isar, nachdem Justizbeschäftigte in Nürnberg
ihn gehenkt hatten.  Von seiner Gedenkstele ist aber, wie auf meinem
aktuellen Foto zu sehen, bis heute das &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eisernes_Kreuz"&gt;Eiserne Kreuz&lt;/a&gt; übriggeblieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit Blick auf dieses Traditionslogo wirkt die schauerliche Stätte
plötzlich topaktuell in einer Zeit, da die ebenfalls eisernbekreuzte
Bundeswehr aus dem Jammertal der Sauf-, Nazi- und Mordtruppe zum
unverzichtbar-heldenhaften Schutz- und Trutzbund der deutschen Nation
zurückgekommen ist.  Ob wirklich viele Menschen dran glauben, dass ohne
die deutschen SoldatInnen die Horden aus dem Osten uns alle sehr bald
verspeisen würden?  Ich kann es mir nicht vorstellen, aber bei unseren
Mahnwachen in Heidelberg kommen dann und wann Leute vorbei, die
Geschichten dieser Art offenbar nicht unplausibel finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jodl hat zumindest in seinen Verlautbarungen eine ganz ähnliche
Geschichte erzählt und seine Metzelanordnungen – hier kann im
Unterschied zu all den aktuellen Konflikten wirklich von
„Vernichtungskrieg“ gesprochen werden – rechtfertigt mit:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Wir haben […] den Angriff gegen Rußland nicht geführt, weil wir den
Raum haben wollten, sondern weil Tag für Tag der Aufmarsch der Russen
gewaltig weiterging und zum Schluß zu ultimativen Forderungen geführt
hätte&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es gibt tatsächilich keinen Krieg in der Geschichte der Menschheit, den
nicht Leute angefangen hätten, die fest überzeugt waren, sie müssten
sich dringend verteidigen, ihr Gesicht wahren und dürften sich auf
keinen Fall erpressbar machen.&lt;/p&gt;
</content><category term="Geschichte"></category><category term="Unterwegs"></category></entry><entry><title>Schwanengesänge auf den Wissenschaftsbetrieb</title><link href="https://blog.tfiu.de/schwanengesange-auf-den-wissenschaftsbetrieb.html" rel="alternate"></link><published>2026-02-07T14:00:00+01:00</published><updated>2026-02-07T14:00:00+01:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2026-02-07:/schwanengesange-auf-den-wissenschaftsbetrieb.html</id><summary type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#schadliche-metrik-ablehnungsquote" id="id5"&gt;Schädliche Metrik Ablehnungsquote&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#hartere-zahlen" id="id6"&gt;Härtere Zahlen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#leo-szilards-vorschlag-von-1948" id="id7"&gt;Leo Szilárds Vorschlag von 1948&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#das-ende-des-aj" id="id8"&gt;Das Ende des AJ&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Besprechungsraum mit einem leeren Monitor an der breiten Strirnseite.  Auf den schwarzen, glänzenden Tischen stehen umgedrehte Weingläser." src="/media/2026/sitzungsraum.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;In diesem Raum werden sich gleich Menschen treffen, um zu besprechen,
wie sie weiter Forschungsgeld beziehen können.  „Sieht teuer aus?“
Nun, verglichen mit der Arbeitszeit, die da drin mit Nichtwissenschaft
verbracht wird, fällt das kaum ins Gewicht.  Und so kommt ein
&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schwanengesang"&gt;Schwanengesang&lt;/a&gt; dieser Sorte Wissenschaftsbetrieb nicht gerade zur
Unzeit.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Seit fast 20 Jahren lebe ich als prototypischer Wissenschaftler: Alle
drei Jahre schreibe ich einen Forschungsantrag (plus zwischendrin auch
immer mal wieder einen für gelegentliche Zuckerl) und dann jedes Jahr
pro Projekt einen Bericht (bei ungünstigen Mondphasen auch zwei), was
von dem, was ich beantragt habe, auch wirklich passiert ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist, was sich über die letzten gut 50 Jahre als das Modell
herausgebildet hat, in dem etwas wie 80% der Wissenschaft stattfinden.
Es gibt natürlich noch Leute im Betrieb, die mit festem Geld arbeiten,
in der BRD in der Regel auf einer Professur.  Aber die sind
normalerweise fast nur noch damit beschäftigt, Anträge für andere zu
schreiben oder zu begutachten oder &lt;a class="reference external" href="https://denkschrift2017.de/"&gt;im politischen Raum&lt;/a&gt; die
Ausschreibungen zu beeinflussen, für die mensch die Anträge schreibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich will vor dem Weiteren sagen: Ich hatte es dabei vergleichsweise gut.
Ich konnte nämlich dem BMBF&lt;a class="footnote-reference" href="#ftr" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt; ehrlich sagen, was ich machen will
(in den Anträgen) und was ich gemacht habe (in den Berichten) und habe
&lt;em&gt;trotzdem&lt;/em&gt; immer Geld bekommen.  Das ist alles andere als
selbstverständlich in einer Welt, in der das allgemeine Gefühl ist,
mensch müsse mindestens Wunderdinge und Wirtschaftswachstum versprechen,
um gefördert zu werden.  Jedenfalls möchte ich bei dieser Gelegenheit
einen herzlichen Dank loswerden an die Personen, die das beim BMBF
und/oder beim Projektträger möglich gemacht haben.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="schadliche-metrik-ablehnungsquote"&gt;
&lt;h2&gt;Schädliche Metrik Ablehnungsquote&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Trotz dieser versöhnlichen Worte war (nicht nur) mein Urteil schon
immer, dass das ein bemerkenswert verrücktes System ist, denn unfassbar
viel Mühe geht und ging in all die fast komplett unnütze Arbeit rund ums
Antragswesen.  Zudem haben die Verrenkungen, die WissenschaftlerInnen
unternehmen, um das, was sie eigentlich tun wollen, irgendwie in das zu
zwingen, was die Ausschreibungen zu fördern versuchen, viel
tragikomisches Potenzial und setzen jede Menge Reibungswärme frei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Über all dem steht und stand ein Publikationswesen, in dem immer mehr
geschrieben werden muss und immer weniger gelesen werden kann, weil
längst Metriken jeden Zweck überwuchert haben – und das en passant die
wissenschaftlichen Bibliotheken ruiniert hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein gutes Beispiel für die drastische Ineffizienz dieses Systems ist das
&lt;a class="reference external" href="http://www.zah.uni-heidelberg.de/de/gliese-fellowship-programm/"&gt;Gliese Fellowship&lt;/a&gt;&lt;a class="footnote-reference" href="#gliese" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;  an der Uni Heidelberg.  Es handelt
sich dabei im Wesentlichen um ein gut ausgestattetes Stipendium für eine
Person für drei Jahre.  Dessen (natürlich globale) Bedeutung nun
versuchen die lokalen ProfessorInnen regelmäßig zu belegen mit Aussagen
des Typs: „Wir hatten über 250 Bewerbungen“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine schnelle Überschlagsrechnung: Wenn mensch veranschlagt, dass jede
Bewerbung zwei Arbeitstage gekostet hat – das mag etwas pessimistisch
sein, denn Menschen in dieser Mühle haben in der Regel ihre Lebensläufe
auf Stand, aber die Größenordnung wird als Mittelwert nicht ganz falsch
sein –, dann sind allein für die AntragstellerInnen 500 Arbeitstage
draufgegangen.  Wie viel Aufwand die Begutachtung ist, kann ich
glücklicherweise nicht sagen, aber wenn ich zwecks passender Zahlen drei
Stunden pro Bewerbung veranschlage, anderthalb Stunden pro GutachterIn –
wenn das weniger ist, dann taugt die Begutachtung nichts –, wären das
nochmal knapp 100 Arbeitstage für die 250 Bewerbungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun hat ein Jahr etwa 200 Arbeitstage.  Das Verfahren, das
plausiblerweise 600 Arbeitstage frisst, verschlingt also genauso viel
Arbeitszeit wie es finanziert.  Diese Rechnung sieht noch finsterer aus,
wenn (und das ist schon passiert) die StipendiatInnen mitten in ihrer
Zeit einen attraktiven Ruf bekommen und schon vor dem Ablauf der drei
Jahre weiterziehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="hartere-zahlen"&gt;
&lt;h2&gt;Härtere Zahlen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;In &lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/forschung-aktuell-100.html?drsearch:date=2026-01-08"&gt;Forschung aktuell vom 8.1.2026&lt;/a&gt; hat nun &lt;a class="reference external" href="https://download.deutschlandfunk.de/file/dradio/2026/01/08/buerokratie_steuergelder_fliessen_oft_zu_grossem_teil_in_dlf_20260108_1645_1b712cc0.mp3"&gt;Gerhard Schweiger eine
genauere Untersuchung dazu vorgestellt&lt;/a&gt;.  Schweiger arbeitet &lt;a class="reference external" href="https://www.tuwien.at/cee/HIB"&gt;an der TU
Wien&lt;/a&gt; und hat ganz austriakisch die beeindruckenden Titel „Univ.Prof.
Mag. Dr.techn. PhD“ für „Integrale Gebäudetechnik“.  Ich gestehe, dass
ich aus dieser Ecke keine scharfsinnige Analyse der Forschungsförderung
erwartet hätte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber siehstemal, er hat am 18. Dezember &lt;a class="reference external" href="https://www.nature.com/articles/d41586-025-04060-x"&gt;eine Diatribe in Nature
platziert&lt;/a&gt; [ich linke ja normal nicht auf Paywalls, aber hier
heiligt der Zweck die Mittel; für die &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Library_Genesis"&gt;libgen&lt;/a&gt;:
&lt;a class="reference external" href="https://doi.org/10.1038/d41586-025-04060-x"&gt;doi:10.1038/d41586-025-04060-x&lt;/a&gt;] zu den „points of no return“.  Ein
schönes Wortspiel übrigens, denn nach Lektüre des Artikels wird klar,
dass das „return“ in der titelgebenden Kollokation in der Lesart aus
„return on investment“ verwendet ist und damit die Kollokation
eigentlich bricht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein Beispiel ist ein EU-Programm namens „GenAI for Africa“; ich weiß,
„wenn schon AI drinsteht…“, und „for Africa“ ist bei der EU ein echtes
Alarmzeichen (&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/schon-mal-was-von-eutm-mozambique-gehort.html"&gt;Beispiel EUTMs&lt;/a&gt;; &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/wie-im-klischee.html"&gt;Beispiel GASP&lt;/a&gt;).  Auch wenn im
konkreten Fall also ganz besonders wenig Gutes zu erwarten steht, decken
sich seine Ergebnisse so schön mit meinem Bauchgefühl, dass ich sie
sofort für generalisierbar halte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das zentrale Ergebnis ähnelt meiner Abschätzung oben: Der Auswahlprozess
kostet mindestens ebensoviel wie das, was vergeben wird.  Schweiger hat
dazu vier Szenarien berechnet und ist auf folgende Verfahrenskosten
gekommen:&lt;/p&gt;
&lt;table border="1" class="docutils"&gt;
&lt;colgroup&gt;
&lt;col width="14%" /&gt;
&lt;col width="16%" /&gt;
&lt;col width="27%" /&gt;
&lt;col width="25%" /&gt;
&lt;col width="18%" /&gt;
&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Scenario&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Proposals&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Decision-making&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Administration&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Total&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;A1&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;7,575,300&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;A2&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;43,473,000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;B1&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;4,515,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;532,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;266,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;5,313,000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;B2&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;6,880,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;809,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;405,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;8,094,000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;Szenario A geht davon aus, dass pro Projektpartner 16 bis 25
Personentage anfallen bei so einem Antrag.  Für die üblichen „wie kriege
ich das, was ich eigentlich tun möchte, mit dem Ausschreibungstext
zusammen“-Anträge ist das deutlich mehr als nach meiner Erfahrung
tatsächlich anfällt.  Aber selbst wenn das nur vier Personentage sein
sollten (viel weniger werdens nicht, allein schon, weil es so ein
Aufwand ist, sich KPIs&lt;a class="footnote-reference" href="#kpi" id="id3"&gt;[3]&lt;/a&gt; aus den Finger zu saugen): wir wären
immer noch bei minimal zwei Millionen Euro Kosten für die völlig
unproduktive wettbewerbliche Mittelvergabe, in diesem Fall für eine
Ausschreibung mit einem Etat von rund 5 Millionen Euro.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="leo-szilards-vorschlag-von-1948"&gt;
&lt;h2&gt;Leo Szilárds Vorschlag von 1948&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im Deutschlandfunk hat Schweiger das so erklärt:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Und das Ergebnis war: Selbst bei den niedrigsten Annahmen waren die
Kosten des Bewerbungsprozesses, also bevor überhaupt was ausgeschüttet
wurde, mehr als fünf Millionen Euro, also mehr als am Ende überhaupt
in die Forschung floss. […] Ich glaube, das ist definitiv ein
extremerer Fall, aber es gibt auch andere Fälle auf allen Kontinenten,
wo dieser Szilárd-Punkt überschritten wurde, und es ist auch wichtig
zu sagen: Das Ziel kann nicht sein, dass wir den Szilárd-Punkt nur
minimal unterschreiten&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Szilárd-Punkt?  Nun, das ist, wenn die Verwaltung kein Geld mehr übrig
lässt, um etwas zu verwalten.  Der Begriff kommt aus der sehr
lesenswerten Kurzgeschichte &lt;a class="reference external" href="https://www.gipsa-lab.grenoble-inp.fr/~pierre.comon/FichiersPdf/theMarkGableFoundation.pdf"&gt;The Mark Gable Foundation&lt;/a&gt; des
Kernphysikers, Bombenbauers und Molekularbiologen Leó Szilárd&lt;a class="footnote-reference" href="#frieden" id="id4"&gt;[4]&lt;/a&gt; – die ich auch erst durch Schweigers Arbeit kennengelernt
habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Balsam auf meine Seele ist, dass Schweigers Schluss ein ähnlicher ist
wie der, mit dem ich Ende der Nullerjahre von früher
Antragsübersättigung gepeinigt meine KollegInnen entsetzt habe: „Besser
auswürfeln“ war mein rollenspielgeprägtes Rezept.  Bei Schweiger liest
sich das etwas weniger provokativ:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Genau, also das Thema, das Sie angesprochen haben, Lotterie… ist gerade
jetzt eine sehr breit diskutierte Studie wieder von den Kollegen in
Lübeck publiziert worden, wo man einfach Lotterie einsetzt, um
Forschungsgelder zu verteilen.  Jetzt mag das für die Zuhörerinnen und
Zuhörer komisch klingen in einem ersten Fall, aber dann ist wichtig zu
wissen, dass der Auswahlprozess im Wettbewerb auch mehr oder weniger
Zufall ist.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Nun, nach meinem Loblied auf das alte BMBF am Anfang dieses Posts würde
ich das mit dem „Zufall“ vielleicht gerne zurückhaltend relativieren
wollen.  Aber ich bin zum Glück nicht eingebildet genug, um es wirklich
zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="das-ende-des-aj"&gt;
&lt;h2&gt;Das Ende des AJ&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Neben der gigantischen Geldverschwendung durch wettbewerbliche
Mittelvergabe ist das zweite große Problem unseres Wissenschaftsbetriebs
die Fehlsteuerung des Erkenntnisprozesses durch das Publikationswesen:
Das Zählen von veröffentlichen Artikeln und Zitationen macht es im
Wesentlichen unmöglich, erst dann zu publizieren, wenn mensch wirklich
was zu sagen hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die publikationsbasierte Metrisierung bringt weiter rational abwägende
Menschen dazu, nur an Dingen zu arbeiten, bei denen innerhalb weniger
Monate absehbar etwas rauskommt, das in einer Zeitschrift unterzubringen
und dann auch möglichst breit zitierbar ist. Riskante oder exotische
Themen können sich erst Menschen leisten, die mit ihrer „Karriere“
abgeschlossen haben, und das ist bei Befristungsquoten von 80% ein
Luxus, den sich nur wenige leisten können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie wir in diesen spezifischen Schlamassel reingekommen sind, erzählt
recht schön (wenn auch mit in KI-Zeiten schockierend vielen Tippfehlern)
Russell Beale in seinem Paper &lt;a class="reference external" href="https://arxiv.org/abs/2512.23915"&gt;In Memoriam: The Academic Journal&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer die Geschichte des akademischen Publizierens nicht gut kennt, findet
hier eine knappe und erhellende Übersicht mit einer Prise Augenzwinkern,
inklusive der Erklärung, dass es letztlich das Ende der großzügigen
Ausweitung der Forschungsetats in den frühen 1970er Jahren war, das den
Wettbewerb so richtig lostrat und dafür gesorgt hat, dass Journals von
Instrumenten des Austauschs von Erkenntnissen zu Waffen und Hindernissen
im Überlebenskampf wurden und dadurch ihrer eigentlichen Funktion immer
schlechter nachkommen konnten – selbst wo sie das ehrlich wollten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Letztere, Journals, die nicht wesentlich Geld verdienen, sondern Wissen
verbreiten wollen, gibt es übrigens tatsächlich, auch wenn Beale das
&lt;a class="reference external" href="https://www.birmingham.ac.uk/staff/profiles/computer-science/academic-staff/beale-russell"&gt;als Computermensch&lt;/a&gt; nicht auf dem Schirm haben wird.  In der
Astronomie sind wir gesegnet dadurch, dass die wichtigsten Publikationen
(&lt;a class="reference external" href="https://iopscience.iop.org/journal/1538-3881"&gt;AJ&lt;/a&gt; – hier nicht Academic, sondern Astronomical Journal –, &lt;a class="reference external" href="https://iopscience.iop.org/journal/0004-637X"&gt;ApJ&lt;/a&gt;, &lt;a class="reference external" href="https://academic.oup.com/mnras"&gt;MNRAS&lt;/a&gt;
[sorry: Cloudflare], &lt;a class="reference external" href="https://www.aanda.org/"&gt;A&amp;amp;A&lt;/a&gt;) alle von „Learned Societies“, nämlich der
&lt;a class="reference external" href="http://www.aas.org/"&gt;AAS&lt;/a&gt;, der &lt;a class="reference external" href="https://www.ras.ac.uk/"&gt;RAS&lt;/a&gt; und der …&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</summary><content type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#schadliche-metrik-ablehnungsquote" id="id5"&gt;Schädliche Metrik Ablehnungsquote&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#hartere-zahlen" id="id6"&gt;Härtere Zahlen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#leo-szilards-vorschlag-von-1948" id="id7"&gt;Leo Szilárds Vorschlag von 1948&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#das-ende-des-aj" id="id8"&gt;Das Ende des AJ&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Besprechungsraum mit einem leeren Monitor an der breiten Strirnseite.  Auf den schwarzen, glänzenden Tischen stehen umgedrehte Weingläser." src="/media/2026/sitzungsraum.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;In diesem Raum werden sich gleich Menschen treffen, um zu besprechen,
wie sie weiter Forschungsgeld beziehen können.  „Sieht teuer aus?“
Nun, verglichen mit der Arbeitszeit, die da drin mit Nichtwissenschaft
verbracht wird, fällt das kaum ins Gewicht.  Und so kommt ein
&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schwanengesang"&gt;Schwanengesang&lt;/a&gt; dieser Sorte Wissenschaftsbetrieb nicht gerade zur
Unzeit.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Seit fast 20 Jahren lebe ich als prototypischer Wissenschaftler: Alle
drei Jahre schreibe ich einen Forschungsantrag (plus zwischendrin auch
immer mal wieder einen für gelegentliche Zuckerl) und dann jedes Jahr
pro Projekt einen Bericht (bei ungünstigen Mondphasen auch zwei), was
von dem, was ich beantragt habe, auch wirklich passiert ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist, was sich über die letzten gut 50 Jahre als das Modell
herausgebildet hat, in dem etwas wie 80% der Wissenschaft stattfinden.
Es gibt natürlich noch Leute im Betrieb, die mit festem Geld arbeiten,
in der BRD in der Regel auf einer Professur.  Aber die sind
normalerweise fast nur noch damit beschäftigt, Anträge für andere zu
schreiben oder zu begutachten oder &lt;a class="reference external" href="https://denkschrift2017.de/"&gt;im politischen Raum&lt;/a&gt; die
Ausschreibungen zu beeinflussen, für die mensch die Anträge schreibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich will vor dem Weiteren sagen: Ich hatte es dabei vergleichsweise gut.
Ich konnte nämlich dem BMBF&lt;a class="footnote-reference" href="#ftr" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt; ehrlich sagen, was ich machen will
(in den Anträgen) und was ich gemacht habe (in den Berichten) und habe
&lt;em&gt;trotzdem&lt;/em&gt; immer Geld bekommen.  Das ist alles andere als
selbstverständlich in einer Welt, in der das allgemeine Gefühl ist,
mensch müsse mindestens Wunderdinge und Wirtschaftswachstum versprechen,
um gefördert zu werden.  Jedenfalls möchte ich bei dieser Gelegenheit
einen herzlichen Dank loswerden an die Personen, die das beim BMBF
und/oder beim Projektträger möglich gemacht haben.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="schadliche-metrik-ablehnungsquote"&gt;
&lt;h2&gt;Schädliche Metrik Ablehnungsquote&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Trotz dieser versöhnlichen Worte war (nicht nur) mein Urteil schon
immer, dass das ein bemerkenswert verrücktes System ist, denn unfassbar
viel Mühe geht und ging in all die fast komplett unnütze Arbeit rund ums
Antragswesen.  Zudem haben die Verrenkungen, die WissenschaftlerInnen
unternehmen, um das, was sie eigentlich tun wollen, irgendwie in das zu
zwingen, was die Ausschreibungen zu fördern versuchen, viel
tragikomisches Potenzial und setzen jede Menge Reibungswärme frei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Über all dem steht und stand ein Publikationswesen, in dem immer mehr
geschrieben werden muss und immer weniger gelesen werden kann, weil
längst Metriken jeden Zweck überwuchert haben – und das en passant die
wissenschaftlichen Bibliotheken ruiniert hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein gutes Beispiel für die drastische Ineffizienz dieses Systems ist das
&lt;a class="reference external" href="http://www.zah.uni-heidelberg.de/de/gliese-fellowship-programm/"&gt;Gliese Fellowship&lt;/a&gt;&lt;a class="footnote-reference" href="#gliese" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;  an der Uni Heidelberg.  Es handelt
sich dabei im Wesentlichen um ein gut ausgestattetes Stipendium für eine
Person für drei Jahre.  Dessen (natürlich globale) Bedeutung nun
versuchen die lokalen ProfessorInnen regelmäßig zu belegen mit Aussagen
des Typs: „Wir hatten über 250 Bewerbungen“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine schnelle Überschlagsrechnung: Wenn mensch veranschlagt, dass jede
Bewerbung zwei Arbeitstage gekostet hat – das mag etwas pessimistisch
sein, denn Menschen in dieser Mühle haben in der Regel ihre Lebensläufe
auf Stand, aber die Größenordnung wird als Mittelwert nicht ganz falsch
sein –, dann sind allein für die AntragstellerInnen 500 Arbeitstage
draufgegangen.  Wie viel Aufwand die Begutachtung ist, kann ich
glücklicherweise nicht sagen, aber wenn ich zwecks passender Zahlen drei
Stunden pro Bewerbung veranschlage, anderthalb Stunden pro GutachterIn –
wenn das weniger ist, dann taugt die Begutachtung nichts –, wären das
nochmal knapp 100 Arbeitstage für die 250 Bewerbungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun hat ein Jahr etwa 200 Arbeitstage.  Das Verfahren, das
plausiblerweise 600 Arbeitstage frisst, verschlingt also genauso viel
Arbeitszeit wie es finanziert.  Diese Rechnung sieht noch finsterer aus,
wenn (und das ist schon passiert) die StipendiatInnen mitten in ihrer
Zeit einen attraktiven Ruf bekommen und schon vor dem Ablauf der drei
Jahre weiterziehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="hartere-zahlen"&gt;
&lt;h2&gt;Härtere Zahlen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;In &lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/forschung-aktuell-100.html?drsearch:date=2026-01-08"&gt;Forschung aktuell vom 8.1.2026&lt;/a&gt; hat nun &lt;a class="reference external" href="https://download.deutschlandfunk.de/file/dradio/2026/01/08/buerokratie_steuergelder_fliessen_oft_zu_grossem_teil_in_dlf_20260108_1645_1b712cc0.mp3"&gt;Gerhard Schweiger eine
genauere Untersuchung dazu vorgestellt&lt;/a&gt;.  Schweiger arbeitet &lt;a class="reference external" href="https://www.tuwien.at/cee/HIB"&gt;an der TU
Wien&lt;/a&gt; und hat ganz austriakisch die beeindruckenden Titel „Univ.Prof.
Mag. Dr.techn. PhD“ für „Integrale Gebäudetechnik“.  Ich gestehe, dass
ich aus dieser Ecke keine scharfsinnige Analyse der Forschungsförderung
erwartet hätte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber siehstemal, er hat am 18. Dezember &lt;a class="reference external" href="https://www.nature.com/articles/d41586-025-04060-x"&gt;eine Diatribe in Nature
platziert&lt;/a&gt; [ich linke ja normal nicht auf Paywalls, aber hier
heiligt der Zweck die Mittel; für die &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Library_Genesis"&gt;libgen&lt;/a&gt;:
&lt;a class="reference external" href="https://doi.org/10.1038/d41586-025-04060-x"&gt;doi:10.1038/d41586-025-04060-x&lt;/a&gt;] zu den „points of no return“.  Ein
schönes Wortspiel übrigens, denn nach Lektüre des Artikels wird klar,
dass das „return“ in der titelgebenden Kollokation in der Lesart aus
„return on investment“ verwendet ist und damit die Kollokation
eigentlich bricht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein Beispiel ist ein EU-Programm namens „GenAI for Africa“; ich weiß,
„wenn schon AI drinsteht…“, und „for Africa“ ist bei der EU ein echtes
Alarmzeichen (&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/schon-mal-was-von-eutm-mozambique-gehort.html"&gt;Beispiel EUTMs&lt;/a&gt;; &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/wie-im-klischee.html"&gt;Beispiel GASP&lt;/a&gt;).  Auch wenn im
konkreten Fall also ganz besonders wenig Gutes zu erwarten steht, decken
sich seine Ergebnisse so schön mit meinem Bauchgefühl, dass ich sie
sofort für generalisierbar halte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das zentrale Ergebnis ähnelt meiner Abschätzung oben: Der Auswahlprozess
kostet mindestens ebensoviel wie das, was vergeben wird.  Schweiger hat
dazu vier Szenarien berechnet und ist auf folgende Verfahrenskosten
gekommen:&lt;/p&gt;
&lt;table border="1" class="docutils"&gt;
&lt;colgroup&gt;
&lt;col width="14%" /&gt;
&lt;col width="16%" /&gt;
&lt;col width="27%" /&gt;
&lt;col width="25%" /&gt;
&lt;col width="18%" /&gt;
&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Scenario&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Proposals&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Decision-making&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Administration&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Total&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;A1&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;7,575,300&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;A2&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;—&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;43,473,000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;B1&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;4,515,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;532,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;266,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;5,313,000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td&gt;B2&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;6,880,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;809,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;405,000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;8,094,000&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;Szenario A geht davon aus, dass pro Projektpartner 16 bis 25
Personentage anfallen bei so einem Antrag.  Für die üblichen „wie kriege
ich das, was ich eigentlich tun möchte, mit dem Ausschreibungstext
zusammen“-Anträge ist das deutlich mehr als nach meiner Erfahrung
tatsächlich anfällt.  Aber selbst wenn das nur vier Personentage sein
sollten (viel weniger werdens nicht, allein schon, weil es so ein
Aufwand ist, sich KPIs&lt;a class="footnote-reference" href="#kpi" id="id3"&gt;[3]&lt;/a&gt; aus den Finger zu saugen): wir wären
immer noch bei minimal zwei Millionen Euro Kosten für die völlig
unproduktive wettbewerbliche Mittelvergabe, in diesem Fall für eine
Ausschreibung mit einem Etat von rund 5 Millionen Euro.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="leo-szilards-vorschlag-von-1948"&gt;
&lt;h2&gt;Leo Szilárds Vorschlag von 1948&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im Deutschlandfunk hat Schweiger das so erklärt:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Und das Ergebnis war: Selbst bei den niedrigsten Annahmen waren die
Kosten des Bewerbungsprozesses, also bevor überhaupt was ausgeschüttet
wurde, mehr als fünf Millionen Euro, also mehr als am Ende überhaupt
in die Forschung floss. […] Ich glaube, das ist definitiv ein
extremerer Fall, aber es gibt auch andere Fälle auf allen Kontinenten,
wo dieser Szilárd-Punkt überschritten wurde, und es ist auch wichtig
zu sagen: Das Ziel kann nicht sein, dass wir den Szilárd-Punkt nur
minimal unterschreiten&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Szilárd-Punkt?  Nun, das ist, wenn die Verwaltung kein Geld mehr übrig
lässt, um etwas zu verwalten.  Der Begriff kommt aus der sehr
lesenswerten Kurzgeschichte &lt;a class="reference external" href="https://www.gipsa-lab.grenoble-inp.fr/~pierre.comon/FichiersPdf/theMarkGableFoundation.pdf"&gt;The Mark Gable Foundation&lt;/a&gt; des
Kernphysikers, Bombenbauers und Molekularbiologen Leó Szilárd&lt;a class="footnote-reference" href="#frieden" id="id4"&gt;[4]&lt;/a&gt; – die ich auch erst durch Schweigers Arbeit kennengelernt
habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Balsam auf meine Seele ist, dass Schweigers Schluss ein ähnlicher ist
wie der, mit dem ich Ende der Nullerjahre von früher
Antragsübersättigung gepeinigt meine KollegInnen entsetzt habe: „Besser
auswürfeln“ war mein rollenspielgeprägtes Rezept.  Bei Schweiger liest
sich das etwas weniger provokativ:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Genau, also das Thema, das Sie angesprochen haben, Lotterie… ist gerade
jetzt eine sehr breit diskutierte Studie wieder von den Kollegen in
Lübeck publiziert worden, wo man einfach Lotterie einsetzt, um
Forschungsgelder zu verteilen.  Jetzt mag das für die Zuhörerinnen und
Zuhörer komisch klingen in einem ersten Fall, aber dann ist wichtig zu
wissen, dass der Auswahlprozess im Wettbewerb auch mehr oder weniger
Zufall ist.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Nun, nach meinem Loblied auf das alte BMBF am Anfang dieses Posts würde
ich das mit dem „Zufall“ vielleicht gerne zurückhaltend relativieren
wollen.  Aber ich bin zum Glück nicht eingebildet genug, um es wirklich
zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="das-ende-des-aj"&gt;
&lt;h2&gt;Das Ende des AJ&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Neben der gigantischen Geldverschwendung durch wettbewerbliche
Mittelvergabe ist das zweite große Problem unseres Wissenschaftsbetriebs
die Fehlsteuerung des Erkenntnisprozesses durch das Publikationswesen:
Das Zählen von veröffentlichen Artikeln und Zitationen macht es im
Wesentlichen unmöglich, erst dann zu publizieren, wenn mensch wirklich
was zu sagen hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die publikationsbasierte Metrisierung bringt weiter rational abwägende
Menschen dazu, nur an Dingen zu arbeiten, bei denen innerhalb weniger
Monate absehbar etwas rauskommt, das in einer Zeitschrift unterzubringen
und dann auch möglichst breit zitierbar ist. Riskante oder exotische
Themen können sich erst Menschen leisten, die mit ihrer „Karriere“
abgeschlossen haben, und das ist bei Befristungsquoten von 80% ein
Luxus, den sich nur wenige leisten können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie wir in diesen spezifischen Schlamassel reingekommen sind, erzählt
recht schön (wenn auch mit in KI-Zeiten schockierend vielen Tippfehlern)
Russell Beale in seinem Paper &lt;a class="reference external" href="https://arxiv.org/abs/2512.23915"&gt;In Memoriam: The Academic Journal&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer die Geschichte des akademischen Publizierens nicht gut kennt, findet
hier eine knappe und erhellende Übersicht mit einer Prise Augenzwinkern,
inklusive der Erklärung, dass es letztlich das Ende der großzügigen
Ausweitung der Forschungsetats in den frühen 1970er Jahren war, das den
Wettbewerb so richtig lostrat und dafür gesorgt hat, dass Journals von
Instrumenten des Austauschs von Erkenntnissen zu Waffen und Hindernissen
im Überlebenskampf wurden und dadurch ihrer eigentlichen Funktion immer
schlechter nachkommen konnten – selbst wo sie das ehrlich wollten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Letztere, Journals, die nicht wesentlich Geld verdienen, sondern Wissen
verbreiten wollen, gibt es übrigens tatsächlich, auch wenn Beale das
&lt;a class="reference external" href="https://www.birmingham.ac.uk/staff/profiles/computer-science/academic-staff/beale-russell"&gt;als Computermensch&lt;/a&gt; nicht auf dem Schirm haben wird.  In der
Astronomie sind wir gesegnet dadurch, dass die wichtigsten Publikationen
(&lt;a class="reference external" href="https://iopscience.iop.org/journal/1538-3881"&gt;AJ&lt;/a&gt; – hier nicht Academic, sondern Astronomical Journal –, &lt;a class="reference external" href="https://iopscience.iop.org/journal/0004-637X"&gt;ApJ&lt;/a&gt;, &lt;a class="reference external" href="https://academic.oup.com/mnras"&gt;MNRAS&lt;/a&gt;
[sorry: Cloudflare], &lt;a class="reference external" href="https://www.aanda.org/"&gt;A&amp;amp;A&lt;/a&gt;) alle von „Learned Societies“, nämlich der
&lt;a class="reference external" href="http://www.aas.org/"&gt;AAS&lt;/a&gt;, der &lt;a class="reference external" href="https://www.ras.ac.uk/"&gt;RAS&lt;/a&gt; und der &lt;a class="reference external" href="https://www.eso.org/public/"&gt;ESO&lt;/a&gt; herausgegeben werden und allenfalls
technisch betrieben werden von den Wissenschaftsverlagen, die, wie der
Guardian mal geschrieben hat, Rupert Murdoch &lt;a class="reference external" href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2011/aug/29/academic-publishers-murdoch-socialist"&gt;wie einen Sozialisten
aussehen lassen&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Leider teile ich Beales Einschätzung nicht, dass die Flut von
Bullshit-Papers, die LLMs in die Journal-Welt spülen, das klassische
Publikationswesen zum Erliegen bringen wird.  Nein, meine Wette wäre,
dass die Begutachtung dann auch “was mit LLMs“ tun wird und unser ganzes
Publikationswesen eine weitere Umdrehung der Bizarritätsspirale nehmen
wird.  Das wenigstens ist nach der Herausforderung der
Wissenschaftsverlage durch Open Access in den 2000er Jahren passiert
(„Gold Open Access“ ist so lukrativ, dass sich sogar die „organisierte
Kriminalität“ – soweit es sowas überhaupt gibt – für das Geschäftsfeld
interessiert).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bin übrigens auch nicht ganz sicher, ob ich Beales Reformvorschlag
für einen Fortschritt halten würde.  Er sähe nämlich gerne wieder
Konferenzen die Rolle der Journals übernehmen.  Und während
der Wissenschaftsbetrieb insgesamt vielleicht nicht mehr viel kaputter
gehen kann als er ist, ein paar Konferenzen machen schon noch Spaß.
Um die wäre es schade, wenn sie durch ihren Missbrauch als
Metrikproduzenten verdorben würden.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="ftr" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Das war das Bundesministerium für Bildung und Forschung; von
denen kam ein Großteil meines Geldes.  Die Vergangenheitsform verwende
ich, weil nach der letzten Regierungsbildung das Ministerium nun für
„Forschung, Technologie und Raumfahrt“ zuständig ist und es daher
BMFTR heißt. Ob das etwas jenseits der Kürzel auf den Formularen
ändert, kann ich noch nicht sagen.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="gliese" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Diese Webseite dürfte &lt;a class="reference external" href="https://urz.wtf"&gt;wegen Cybercyber&lt;/a&gt; Anfang 2025
für euch einen Timeout werfen; das ärgert nicht nur euch.  Und jaja,
das ist benannt nach dem Gliese, nach dem (über Eck) all die
aufregenden Exoplaneten vom Schlage &lt;a class="reference external" href="https://www.space.com/17684-alien-planet-gliese-163c-extraterrestrial-life.html"&gt;Gliese 163c&lt;/a&gt; benannt sind.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="kpi" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id3"&gt;[3]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Das steht für „Key Performance Indicators“.  Mit deren
Erfindung haben die Förderinstitutionen die Aufgabe, Metriken zu
erfinden, die „Erfolge“ „messbar“ machen sollen, an die
Antragstellenden abgegeben.  Das ist natürlich gemein.  Menschen im
Existenzkampf zu unmöglichen Dingen zwingen zu wollen: das zeugt
durchaus von zweifelhaftem Charakter.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="frieden" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id4"&gt;[4]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;An Szilárd ist übrigens bemerkenswert, dass er in seinen
späteren Jahren kein kalter Krieger wie die biografisch recht
ähnlichen Edward Teller und John von Neumann geworden ist, sondern
aufrechter Friedenskämpfer und &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pugwash%20Conferences%20on%20Science%20and%20World%20Affairs"&gt;Pugwash-Konferenzer&lt;/a&gt;.  Die übliche
Exkulpation von Leuten wie Teller, sie seien nacheinander oder
gleichzeitig von Pfeilkreuzlern, Nazis und Kommunisten verfolgt
worden, weshalb mensch ihnen nachsehen müsse, dass sie recht
bedenkenlos z.B. die Wasserstoffbombe entwickelt haben… tja, die ist
zumindest nicht restlos zwingend.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Wissenschaft"></category><category term="Wirtschaft"></category><category term="Deutschlandfunk"></category><category term="Metriken"></category></entry><entry><title>153'600 Extra Pixels on the Framework 13</title><link href="https://blog.tfiu.de/153-600-extra-pixels-on-the-framework-13.html" rel="alternate"></link><published>2026-01-16T17:00:00+01:00</published><updated>2026-01-16T17:00:00+01:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2026-01-16:/153-600-extra-pixels-on-the-framework-13.html</id><summary type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#too-many-pixels" id="id2"&gt;Too many pixels&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#making-up-modes" id="id3"&gt;Making up Modes&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="The upper right corner of a computer screen.  Between the lower border of the screen bezel and the top of the screen content, there is quite a bit of black space." src="/media/2026/framework-blackbar.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Wasted screen real estate: With the non-maximal built-in modes of the
framework, you get black bars at the top and bottom of the screen.
Here is how this comes about and how it can be fixed.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;One thing I both like and hate about my &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/migrated-to-a-framework-13.html"&gt;still-new Framework 13&lt;/a&gt; is the
screen.  The 3:2 aspect ratio is a very positive step back over the 16:9
screens I've been living with on my two notebooks of the past 20 years.
You see, for most things you want to do with a computer other than
watching movies, widescreen just does not work too well.  3:2 (or 0.67),
on the other hand, is quite close to the ideal document aspect ratio of
0.69 (1:1.44, as exhibited by our beloved DIN A paper formats&lt;a class="footnote-reference" href="#oct" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="too-many-pixels"&gt;
&lt;h2&gt;Too many pixels&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;But then the screen has an awfully high native resolution of 2256x1504.
This does not mix well with conventional screens that have about 90 dpi,
and I want to drive these from this box, too.  It also does not work
well with the many programs I still want to run that are pixel-based
(window maker dockapps, mostly).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;What I ended up doing is lower the resolution to 1920x1200 (which, with
about 6 pixels per millimeter or 150 dpi, is still &lt;em&gt;plenty&lt;/em&gt; on a colour
screen that is less than 20 cm in height) and setting:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
Xft.dpi: 130
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;on the built-in screen while having &lt;tt class="docutils literal"&gt;Xft.dpi: 92&lt;/tt&gt; on the external
screens (using strategic xrdb calls when setting these displays up).
That's not ideal, but workable.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;To actually lower the resolution, I had:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
xrandr -s 1920x1200
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;quite high up in my &lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;~/.xinitrc&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt; (which I use to set up my X session;
I suspect in a less exotic setup, you could place stuff like this into
&lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;/etc/X11/Xsession.d/10-local&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt; – but I didn't actually try that).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="making-up-modes"&gt;
&lt;h2&gt;Making up Modes&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Why did I chooose 1920x1200 with an aspect ratio of 8:5, when the screen
has 3:2, you ask?  Well, don't ask me.  Ask whoever provided the
built-in modes of the video card.  1920x1200 was in that list, the 3:2
mode 1920x1280 was not.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;The result is, not surprisingly, black bars of 40 lines each at the top
and bottom of the screen.  What a deplorable waste of screen real
estate!  What a scandalous and needless deviation from the ideal aspect
ratio of 144:100!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All indignation aside, I lived with that for a while, until I remembered
that one can make up video modes, and sometimes these actually work.
So, &lt;em&gt;can&lt;/em&gt; I do the missing 3:2 mode with a horizontal resolution of 1920
pixels?  Actually, cvt makes that fairly simple:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cvt 1920 1280 60
# 1920x1280 59.96 Hz (CVT) hsync: 79.57 kHz; pclk: 206.25 MHz
Modeline &amp;quot;1920x1280_60.00&amp;quot;  206.25  1920 2056 2256 2592  1280 1283 1293 1327 -hsync +vsync
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;This needs a tiny bit of massaging before it is suitable for xrandr and
hence a shell script.  So, in my .xinitrc, there is now this to make the
black bars vanish:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
xrandr --newmode &amp;quot;1920x1280&amp;quot; 206.25  1920 2056 2256 2592  1280 1283 1293 1327
xrandr --addmode eDP-1 &amp;quot;1920x1280&amp;quot;
xrandr -s 1920x1280
&lt;/pre&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="oct" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Actually, the German Wikipedia on its &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Papierformat#%C3%9Cbersicht"&gt;page on DIN formats&lt;/a&gt;
claims that octavo sheets used to have an aspect ratio of 2:3, which
was considered more serious than the “softer“ quart at 3:4.  The main
point being: nobody &lt;em&gt;ever&lt;/em&gt; considered paper with an aspect ratio of
16:9.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#too-many-pixels" id="id2"&gt;Too many pixels&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#making-up-modes" id="id3"&gt;Making up Modes&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="The upper right corner of a computer screen.  Between the lower border of the screen bezel and the top of the screen content, there is quite a bit of black space." src="/media/2026/framework-blackbar.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Wasted screen real estate: With the non-maximal built-in modes of the
framework, you get black bars at the top and bottom of the screen.
Here is how this comes about and how it can be fixed.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;One thing I both like and hate about my &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/migrated-to-a-framework-13.html"&gt;still-new Framework 13&lt;/a&gt; is the
screen.  The 3:2 aspect ratio is a very positive step back over the 16:9
screens I've been living with on my two notebooks of the past 20 years.
You see, for most things you want to do with a computer other than
watching movies, widescreen just does not work too well.  3:2 (or 0.67),
on the other hand, is quite close to the ideal document aspect ratio of
0.69 (1:1.44, as exhibited by our beloved DIN A paper formats&lt;a class="footnote-reference" href="#oct" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="too-many-pixels"&gt;
&lt;h2&gt;Too many pixels&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;But then the screen has an awfully high native resolution of 2256x1504.
This does not mix well with conventional screens that have about 90 dpi,
and I want to drive these from this box, too.  It also does not work
well with the many programs I still want to run that are pixel-based
(window maker dockapps, mostly).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;What I ended up doing is lower the resolution to 1920x1200 (which, with
about 6 pixels per millimeter or 150 dpi, is still &lt;em&gt;plenty&lt;/em&gt; on a colour
screen that is less than 20 cm in height) and setting:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
Xft.dpi: 130
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;on the built-in screen while having &lt;tt class="docutils literal"&gt;Xft.dpi: 92&lt;/tt&gt; on the external
screens (using strategic xrdb calls when setting these displays up).
That's not ideal, but workable.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;To actually lower the resolution, I had:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
xrandr -s 1920x1200
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;quite high up in my &lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;~/.xinitrc&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt; (which I use to set up my X session;
I suspect in a less exotic setup, you could place stuff like this into
&lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;/etc/X11/Xsession.d/10-local&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt; – but I didn't actually try that).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="making-up-modes"&gt;
&lt;h2&gt;Making up Modes&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Why did I chooose 1920x1200 with an aspect ratio of 8:5, when the screen
has 3:2, you ask?  Well, don't ask me.  Ask whoever provided the
built-in modes of the video card.  1920x1200 was in that list, the 3:2
mode 1920x1280 was not.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;The result is, not surprisingly, black bars of 40 lines each at the top
and bottom of the screen.  What a deplorable waste of screen real
estate!  What a scandalous and needless deviation from the ideal aspect
ratio of 144:100!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All indignation aside, I lived with that for a while, until I remembered
that one can make up video modes, and sometimes these actually work.
So, &lt;em&gt;can&lt;/em&gt; I do the missing 3:2 mode with a horizontal resolution of 1920
pixels?  Actually, cvt makes that fairly simple:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cvt 1920 1280 60
# 1920x1280 59.96 Hz (CVT) hsync: 79.57 kHz; pclk: 206.25 MHz
Modeline &amp;quot;1920x1280_60.00&amp;quot;  206.25  1920 2056 2256 2592  1280 1283 1293 1327 -hsync +vsync
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;This needs a tiny bit of massaging before it is suitable for xrandr and
hence a shell script.  So, in my .xinitrc, there is now this to make the
black bars vanish:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
xrandr --newmode &amp;quot;1920x1280&amp;quot; 206.25  1920 2056 2256 2592  1280 1283 1293 1327
xrandr --addmode eDP-1 &amp;quot;1920x1280&amp;quot;
xrandr -s 1920x1280
&lt;/pre&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="oct" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Actually, the German Wikipedia on its &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Papierformat#%C3%9Cbersicht"&gt;page on DIN formats&lt;/a&gt;
claims that octavo sheets used to have an aspect ratio of 2:3, which
was considered more serious than the “softer“ quart at 3:4.  The main
point being: nobody &lt;em&gt;ever&lt;/em&gt; considered paper with an aspect ratio of
16:9.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Framework"></category><category term="DIY"></category></entry><entry><title>Backlight on an Intel Framework 13</title><link href="https://blog.tfiu.de/backlight-on-an-intel-framework-13.html" rel="alternate"></link><published>2026-01-03T13:00:00+01:00</published><updated>2026-01-03T13:00:00+01:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2026-01-03:/backlight-on-an-intel-framework-13.html</id><summary type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A notebook screen showing the word &amp;quot;bright&amp;quot;." src="/media/2026/framework-brightness.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Most of the time, you want to dim the Framework's screen rather than
brighten the environment.  Oh, and the program shown on the screen is
&lt;a class="reference external" href="https://www.joachim-breitner.de/en/projects#screen-message"&gt;the fun sm&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#basics" id="id1"&gt;Basics&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#automation" id="id2"&gt;Automation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;In my loose series on how I &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/migrated-to-a-framework-13.html"&gt;moved into&lt;/a&gt; my Intel Core Ultra
Framework 13, let me briefly discuss what I did about the screen
backlight.  You see, somewhat surprisingly on that Linux-friendly box:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ xbacklight -set 40
No outputs have backlight property
&lt;/pre&gt;
&lt;div class="section" id="basics"&gt;
&lt;h2&gt;Basics&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Not having investigated the division of labour between OEM (i.e.,
&lt;a class="reference external" href="https://frame.work"&gt;Framework Computers&lt;/a&gt;) and chipset manufacturer when acquainting the X
server with the backlight hardware, I can't quite say who is to blame
for that failure.  Perhaps it's even Xorg itself, because the kernel
understands the backlight very well.  See:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ ls /sys/class/backlight/intel_backlight/
actual_brightness  brightness  max_brightness  scale       type
bl_power           device&amp;#64;     power/          subsystem&amp;#64;  uevent
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;By echoing into &lt;tt class="docutils literal"&gt;brightness&lt;/tt&gt;, you get to set the brightness level.
Using:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cat max_brightness
192000
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;it turns out that &lt;tt class="docutils literal"&gt;echo 96000 &amp;gt; brightness&lt;/tt&gt; ought to give you about
half the full intensity, and you can be &lt;em&gt;extremely&lt;/em&gt; precise in picking
the right level of backlight (or, more likely, have &lt;em&gt;really&lt;/em&gt; smooth
transitions).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So, here's my xbacklight replacement, put on my path as &lt;tt class="docutils literal"&gt;setbacklight&lt;/tt&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
#!/bin/sh
echo $1 &amp;gt; /sys/class/backlight/intel_backlight/brightness
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;This command will not usually work when executed as a normal user
because the brightness file is only writable by root; but then becoming
root for something as mundane as setting the level of backlight does not
fit my idea of privilege separation, and I don't want to have to think
about the security implications of &lt;tt class="docutils literal"&gt;echo $1&lt;/tt&gt; in a script executed with
elevated privileges.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hence, in my &lt;tt class="docutils literal"&gt;/etc/rc.local&lt;/tt&gt; I'm fixing the privileges of the
&lt;em&gt;brightness file&lt;/em&gt; like so:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
# allow backlight control by users
chmod 666 /sys/class/backlight/intel_backlight/brightness
&lt;/pre&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="automation"&gt;
&lt;h2&gt;Automation&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Based on this, I am doing some basic automation.  On my old hardware, I
have been using the camera to estimate the ambient light when it woke
up.  For now I am still doing this.  It certainly would be preferable to
use a proper ambient light sensor, but I have not found one in the
machine so far.  Perhaps one can abuse the fingerprint sensor for that?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;For the time being, I am using this little script to go from camera to
light:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
#!/usr/bin/python
import contextlib
import os
import subprocess
import sys
import time

import cv2

LINEAR_X = 0.55
LINEAR_Y = 192000
BASE_Y = 2000

def ramp_function(input_val):
    return int(LINEAR_Y*input_val)


&amp;#64;contextlib.contextmanager
def cv_properties(cap, *props):
    to_reset = []
    try:
        for prop, val in props:
            to_reset.append((prop, cap.get(prop)))
            cap.set(prop, val)

        yield
    finally:
        for prop, val in to_reset:
            if val!=float('inf'):
                cap.set(prop, val)


def grab_image(cap):
    for i in range(20):
        img_available, img = cap.read()
        if img_available:
            break
        time.sleep(0.1)
    else:
        raise Exception(&amp;quot;Camera does not respond&amp;quot;)
    img_available, img = cap.read()
    return img


def get_level(cap):
    img = grab_image(cap)
    img = cv2.cvtColor(img, cv2.COLOR_BGR2GRAY)

    intensity = cv2.mean(img)[0]
    print(&amp;quot;intensity&amp;quot;, intensity)

    return img, intensity


def main():
    cap = cv2.VideoCapture(0)

    cap.set(cv2.CAP_PROP_FRAME_WIDTH, 640)
    cap.set(cv2.CAP_PROP_FRAME_HEIGHT, 480)

    with cv_properties(cap,
            (cv2.CAP_PROP_AUTO_EXPOSURE, 0.0)):
        img, old_level = get_level(cap)
        time.sleep(0.5)

        for retry in range(2):
            img, level = get_level(cap)
            if abs(old_level-level)&amp;lt;2:
                break
            old_level = level
            time.sleep(1)

    subprocess.check_call([&amp;quot;setbacklight&amp;quot;,
        str(max(50, ramp_function(level/255)))])


if __name__==&amp;quot;__main__&amp;quot;:
    main()
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;Admittedly, this doesn't quite always get it right, and incidentally,
turning off auto exposure did not improve things at all for me, for
whatever reason.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anyway, for when the script gets it wrong, I have for following shell
aliases (in &lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;~/.aliases&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt;, but I can't promise your shell will source
this):&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
alias tag=&amp;quot;setbacklight 40000&amp;quot;
alias abend=&amp;quot;setbacklight 10000&amp;quot;
alias sonne=&amp;quot;setbacklight 120000&amp;quot;
alias vollekanne=&amp;quot;setbacklight 192000&amp;quot;
alias nacht=&amp;quot;setbacklight 100&amp;quot;
&lt;/pre&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A notebook screen showing the word &amp;quot;bright&amp;quot;." src="/media/2026/framework-brightness.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Most of the time, you want to dim the Framework's screen rather than
brighten the environment.  Oh, and the program shown on the screen is
&lt;a class="reference external" href="https://www.joachim-breitner.de/en/projects#screen-message"&gt;the fun sm&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#basics" id="id1"&gt;Basics&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#automation" id="id2"&gt;Automation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;In my loose series on how I &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/migrated-to-a-framework-13.html"&gt;moved into&lt;/a&gt; my Intel Core Ultra
Framework 13, let me briefly discuss what I did about the screen
backlight.  You see, somewhat surprisingly on that Linux-friendly box:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ xbacklight -set 40
No outputs have backlight property
&lt;/pre&gt;
&lt;div class="section" id="basics"&gt;
&lt;h2&gt;Basics&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Not having investigated the division of labour between OEM (i.e.,
&lt;a class="reference external" href="https://frame.work"&gt;Framework Computers&lt;/a&gt;) and chipset manufacturer when acquainting the X
server with the backlight hardware, I can't quite say who is to blame
for that failure.  Perhaps it's even Xorg itself, because the kernel
understands the backlight very well.  See:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ ls /sys/class/backlight/intel_backlight/
actual_brightness  brightness  max_brightness  scale       type
bl_power           device&amp;#64;     power/          subsystem&amp;#64;  uevent
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;By echoing into &lt;tt class="docutils literal"&gt;brightness&lt;/tt&gt;, you get to set the brightness level.
Using:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cat max_brightness
192000
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;it turns out that &lt;tt class="docutils literal"&gt;echo 96000 &amp;gt; brightness&lt;/tt&gt; ought to give you about
half the full intensity, and you can be &lt;em&gt;extremely&lt;/em&gt; precise in picking
the right level of backlight (or, more likely, have &lt;em&gt;really&lt;/em&gt; smooth
transitions).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So, here's my xbacklight replacement, put on my path as &lt;tt class="docutils literal"&gt;setbacklight&lt;/tt&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
#!/bin/sh
echo $1 &amp;gt; /sys/class/backlight/intel_backlight/brightness
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;This command will not usually work when executed as a normal user
because the brightness file is only writable by root; but then becoming
root for something as mundane as setting the level of backlight does not
fit my idea of privilege separation, and I don't want to have to think
about the security implications of &lt;tt class="docutils literal"&gt;echo $1&lt;/tt&gt; in a script executed with
elevated privileges.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hence, in my &lt;tt class="docutils literal"&gt;/etc/rc.local&lt;/tt&gt; I'm fixing the privileges of the
&lt;em&gt;brightness file&lt;/em&gt; like so:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
# allow backlight control by users
chmod 666 /sys/class/backlight/intel_backlight/brightness
&lt;/pre&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="automation"&gt;
&lt;h2&gt;Automation&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Based on this, I am doing some basic automation.  On my old hardware, I
have been using the camera to estimate the ambient light when it woke
up.  For now I am still doing this.  It certainly would be preferable to
use a proper ambient light sensor, but I have not found one in the
machine so far.  Perhaps one can abuse the fingerprint sensor for that?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;For the time being, I am using this little script to go from camera to
light:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
#!/usr/bin/python
import contextlib
import os
import subprocess
import sys
import time

import cv2

LINEAR_X = 0.55
LINEAR_Y = 192000
BASE_Y = 2000

def ramp_function(input_val):
    return int(LINEAR_Y*input_val)


&amp;#64;contextlib.contextmanager
def cv_properties(cap, *props):
    to_reset = []
    try:
        for prop, val in props:
            to_reset.append((prop, cap.get(prop)))
            cap.set(prop, val)

        yield
    finally:
        for prop, val in to_reset:
            if val!=float('inf'):
                cap.set(prop, val)


def grab_image(cap):
    for i in range(20):
        img_available, img = cap.read()
        if img_available:
            break
        time.sleep(0.1)
    else:
        raise Exception(&amp;quot;Camera does not respond&amp;quot;)
    img_available, img = cap.read()
    return img


def get_level(cap):
    img = grab_image(cap)
    img = cv2.cvtColor(img, cv2.COLOR_BGR2GRAY)

    intensity = cv2.mean(img)[0]
    print(&amp;quot;intensity&amp;quot;, intensity)

    return img, intensity


def main():
    cap = cv2.VideoCapture(0)

    cap.set(cv2.CAP_PROP_FRAME_WIDTH, 640)
    cap.set(cv2.CAP_PROP_FRAME_HEIGHT, 480)

    with cv_properties(cap,
            (cv2.CAP_PROP_AUTO_EXPOSURE, 0.0)):
        img, old_level = get_level(cap)
        time.sleep(0.5)

        for retry in range(2):
            img, level = get_level(cap)
            if abs(old_level-level)&amp;lt;2:
                break
            old_level = level
            time.sleep(1)

    subprocess.check_call([&amp;quot;setbacklight&amp;quot;,
        str(max(50, ramp_function(level/255)))])


if __name__==&amp;quot;__main__&amp;quot;:
    main()
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;Admittedly, this doesn't quite always get it right, and incidentally,
turning off auto exposure did not improve things at all for me, for
whatever reason.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anyway, for when the script gets it wrong, I have for following shell
aliases (in &lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;~/.aliases&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt;, but I can't promise your shell will source
this):&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
alias tag=&amp;quot;setbacklight 40000&amp;quot;
alias abend=&amp;quot;setbacklight 10000&amp;quot;
alias sonne=&amp;quot;setbacklight 120000&amp;quot;
alias vollekanne=&amp;quot;setbacklight 192000&amp;quot;
alias nacht=&amp;quot;setbacklight 100&amp;quot;
&lt;/pre&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Framework"></category><category term="DIY"></category></entry><entry><title>Hybride Angriffe mit Heißluftballons</title><link href="https://blog.tfiu.de/hybride-angriffe-mit-heissluftballons.html" rel="alternate"></link><published>2025-12-25T05:00:00+01:00</published><updated>2025-12-25T05:00:00+01:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-12-25:/hybride-angriffe-mit-heissluftballons.html</id><summary type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Zwei bunte Heißluftballons am Abendhimmel; den unteren Bildrand bilden Bäume im Schattenriss" src="/media/2025/ballons-im-anflug.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;2016 über der Rheinebene: Ein Angriff!  Oder vielleicht doch nicht?&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;PatriotInnen machen wirklich sehr unverständliche Dinge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das geht los damit, dass sie glauben, es sei von so großem Vorteil,
von einem Angehörigen der eigenen Nation&lt;a class="footnote-reference" href="#nati" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt; beherrscht zu werden,
dass mensch dafür töten und sterben möchte.  Verwirrenderweise sehen das
die PatriotInnen in den &lt;em&gt;anderen&lt;/em&gt; Nationen ganz genauso, nur dass sie
eben für eine &lt;em&gt;ganz andere&lt;/em&gt; Herrschaft und deren Sprengel töten und
sterben möchten.  Wenn &lt;em&gt;ich&lt;/em&gt; die Leute ohne Fahnen sehe, sehen sie mir
eigentlich alle recht gleich aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und so kommen PatriotInnen in arge Bedrängnis, wenn sie begründen
sollen, warum sich gerade ihre Herrschaft ausbreiten sollte und die
andere zurückstecken.  Das Resultat sind oft atemberaubend absurde
&lt;em&gt;Narrative&lt;/em&gt;, die eigentlich nur noch mit postmodernem Vokabular
(„Karnevalisierung“) zu fassen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein aktueller Rekordhalter in dieser Disziplin ist der &lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/bundeswehr-in-litauen-einsatz-an-der-nato-ostflanke-100.html"&gt;DLF-Hintergrund
vom 18.12.2025&lt;/a&gt;.  In der Sendung versucht Manfred Götzke irgendwie
plausibel zu machen, warum ausgerechnet deutsches Militär ausgerechnet
in Litauen „die Russen“ &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vorneverteidigung"&gt;vorwärtsabschrecken&lt;/a&gt; sollte  und bietet dazu
diese komisch verzweifelte Geschichte an:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Der Flughafen von Vilnius war zuletzt immer wieder tageweise gesperrt,
wegen hybrider Angriffe mit Drohnen und mit &lt;em&gt;Wetterballons&lt;/em&gt; aus
Belarus [Hervorhebung ich].&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich nehme daraus mit: „Hybrid“ ist das neue „Cyber“: etwas, mit dem
Männer*, die sich als Jungen* geprügelt haben statt vorm Rechner
rumzunerden, ihre Vorstellungen von Schulhofprügeleien auf Computernetze
(und nun die Atmosphäre) übertragen (wo sie natürlich ü-ber-haupt nicht
passen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass sich Götzke im nächsten Satz ganz vorsichtig von der unsinnigen
Erzählung von den (vielleicht gar im Tiefflug?) angreifenden
Wetterballons distanziert, hilft übrigens überhaupt nicht:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
So jedenfalls die Einschätzung der litauischen Regierung. Weil diese
Ballons immer wieder gezielt Flugbahnen blockieren, hat sie vor
wenigen Tagen den Ausnahmezustand verhängt.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ein Wetterballon&lt;/em&gt; blockiert Flugbahn&lt;em&gt;en&lt;/em&gt;?  Und das soll reichen, um
drastische Menschenrechtseinschränkungen (nichts anderes ist der
Ausnahmezustand) zu rechtfertigen?  Und dann fällt kein Wort von
„autoritärem Durchgriff unter [im Wortsinn] windigsten Vorwänden“?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abschließend will ich angesichts des konzentrierten militaristischen
Grusels in Götzkes Sendung zwar betonen, dass ich wirklich keinerlei
Sympathien für PatriotInnen hege, egal, für welche Herrschaft sie nun
gerade brennen: Wenn sie aufeinander schießen, machen sie auch
vernünftigen Menschen das Leben schwer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; ganz ehrlich scheint mir angesichts von Ansagen wie „Deutschland
als eine der großen Führungsnationen in Europa“ (&amp;lt;hust&amp;gt; Brigadegeneral
&amp;lt;hust&amp;gt; Christoph Huber in Götzkes Feature), dass seine Pendants in
Russland deutlich plausiblere Bedrohungsgeschichten erzählen könnten als
er (&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Litauische_Aktivistenfront"&gt;Exhibit A&lt;/a&gt;; &lt;a class="reference external" href="https://warhistory.org/&amp;#64;msw/article/baltic-waffen-ss"&gt;Exhibit B&lt;/a&gt;; &lt;a class="reference external" href="https://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/13239"&gt;Exhibit C&lt;/a&gt;; eingestandenermaßen: eine
&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/15._Waffen-Grenadier-Division_der_SS_(lettische_Nr._1)"&gt;Stationierung in Lettland&lt;/a&gt; wäre noch weniger geschmackssicher
gewesen).&lt;/p&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-1"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 1&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2026-02-02&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genderkacke jetzt auf Engelszüngeln?&lt;/p&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-2"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 2&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2026-02-03&lt;/span&gt;&lt;span class="feedback-author"&gt; von Anselm&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn „Genderkacke“ das hohe I in, sagen wir, PatriotInnen ist, dann
ist das nichts Neues hier.  Das gibts seit &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/klar-corona.html"&gt;Post 2&lt;/a&gt;, und ich hatte da
ja &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/von-reproduktion-und-produktion.html#feedback-2"&gt;schon neulich&lt;/a&gt; etwas mehr zu geschrieben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="nati" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Natürlich wäre nun gleich zu klären, wie sich „Nation“ dann
konkret bestimmen mag; aber wer so weit fragt, wird wohl von
vorneherein nicht auf eine Doktrin reinfallen, die so „unvergleichlich
dünner und dürftiger“ (&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/lesetipp-macht-der-ideen-in-der-lmd-5-2025.html#nationalismus-dunn-und-durftig"&gt;Andersons Worte&lt;/a&gt;) ist als alles, was mensch
sonst zwischen Christus und Kommunismus glauben könnte.  Insofern kann
und muss die Frage, ob z.B. ich für (die Obrigkeit von) Heidelberg,
Baden, Baden-Württemberg, die Bundesrepublik Deutschland, die EU, den
globalen Westen oder den globalen Norden töten soll (das wäre wohl so
in etwa das Tableau), wenn mich die entsprechende Obrigkeit ruft,
getrost offen bleiben.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Zwei bunte Heißluftballons am Abendhimmel; den unteren Bildrand bilden Bäume im Schattenriss" src="/media/2025/ballons-im-anflug.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;2016 über der Rheinebene: Ein Angriff!  Oder vielleicht doch nicht?&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;PatriotInnen machen wirklich sehr unverständliche Dinge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das geht los damit, dass sie glauben, es sei von so großem Vorteil,
von einem Angehörigen der eigenen Nation&lt;a class="footnote-reference" href="#nati" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt; beherrscht zu werden,
dass mensch dafür töten und sterben möchte.  Verwirrenderweise sehen das
die PatriotInnen in den &lt;em&gt;anderen&lt;/em&gt; Nationen ganz genauso, nur dass sie
eben für eine &lt;em&gt;ganz andere&lt;/em&gt; Herrschaft und deren Sprengel töten und
sterben möchten.  Wenn &lt;em&gt;ich&lt;/em&gt; die Leute ohne Fahnen sehe, sehen sie mir
eigentlich alle recht gleich aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und so kommen PatriotInnen in arge Bedrängnis, wenn sie begründen
sollen, warum sich gerade ihre Herrschaft ausbreiten sollte und die
andere zurückstecken.  Das Resultat sind oft atemberaubend absurde
&lt;em&gt;Narrative&lt;/em&gt;, die eigentlich nur noch mit postmodernem Vokabular
(„Karnevalisierung“) zu fassen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein aktueller Rekordhalter in dieser Disziplin ist der &lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/bundeswehr-in-litauen-einsatz-an-der-nato-ostflanke-100.html"&gt;DLF-Hintergrund
vom 18.12.2025&lt;/a&gt;.  In der Sendung versucht Manfred Götzke irgendwie
plausibel zu machen, warum ausgerechnet deutsches Militär ausgerechnet
in Litauen „die Russen“ &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vorneverteidigung"&gt;vorwärtsabschrecken&lt;/a&gt; sollte  und bietet dazu
diese komisch verzweifelte Geschichte an:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Der Flughafen von Vilnius war zuletzt immer wieder tageweise gesperrt,
wegen hybrider Angriffe mit Drohnen und mit &lt;em&gt;Wetterballons&lt;/em&gt; aus
Belarus [Hervorhebung ich].&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich nehme daraus mit: „Hybrid“ ist das neue „Cyber“: etwas, mit dem
Männer*, die sich als Jungen* geprügelt haben statt vorm Rechner
rumzunerden, ihre Vorstellungen von Schulhofprügeleien auf Computernetze
(und nun die Atmosphäre) übertragen (wo sie natürlich ü-ber-haupt nicht
passen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass sich Götzke im nächsten Satz ganz vorsichtig von der unsinnigen
Erzählung von den (vielleicht gar im Tiefflug?) angreifenden
Wetterballons distanziert, hilft übrigens überhaupt nicht:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
So jedenfalls die Einschätzung der litauischen Regierung. Weil diese
Ballons immer wieder gezielt Flugbahnen blockieren, hat sie vor
wenigen Tagen den Ausnahmezustand verhängt.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ein Wetterballon&lt;/em&gt; blockiert Flugbahn&lt;em&gt;en&lt;/em&gt;?  Und das soll reichen, um
drastische Menschenrechtseinschränkungen (nichts anderes ist der
Ausnahmezustand) zu rechtfertigen?  Und dann fällt kein Wort von
„autoritärem Durchgriff unter [im Wortsinn] windigsten Vorwänden“?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abschließend will ich angesichts des konzentrierten militaristischen
Grusels in Götzkes Sendung zwar betonen, dass ich wirklich keinerlei
Sympathien für PatriotInnen hege, egal, für welche Herrschaft sie nun
gerade brennen: Wenn sie aufeinander schießen, machen sie auch
vernünftigen Menschen das Leben schwer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Aber&lt;/em&gt; ganz ehrlich scheint mir angesichts von Ansagen wie „Deutschland
als eine der großen Führungsnationen in Europa“ (&amp;lt;hust&amp;gt; Brigadegeneral
&amp;lt;hust&amp;gt; Christoph Huber in Götzkes Feature), dass seine Pendants in
Russland deutlich plausiblere Bedrohungsgeschichten erzählen könnten als
er (&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Litauische_Aktivistenfront"&gt;Exhibit A&lt;/a&gt;; &lt;a class="reference external" href="https://warhistory.org/&amp;#64;msw/article/baltic-waffen-ss"&gt;Exhibit B&lt;/a&gt;; &lt;a class="reference external" href="https://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/13239"&gt;Exhibit C&lt;/a&gt;; eingestandenermaßen: eine
&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/15._Waffen-Grenadier-Division_der_SS_(lettische_Nr._1)"&gt;Stationierung in Lettland&lt;/a&gt; wäre noch weniger geschmackssicher
gewesen).&lt;/p&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-1"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 1&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2026-02-02&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genderkacke jetzt auf Engelszüngeln?&lt;/p&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-2"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 2&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2026-02-03&lt;/span&gt;&lt;span class="feedback-author"&gt; von Anselm&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn „Genderkacke“ das hohe I in, sagen wir, PatriotInnen ist, dann
ist das nichts Neues hier.  Das gibts seit &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/klar-corona.html"&gt;Post 2&lt;/a&gt;, und ich hatte da
ja &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/von-reproduktion-und-produktion.html#feedback-2"&gt;schon neulich&lt;/a&gt; etwas mehr zu geschrieben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="nati" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Natürlich wäre nun gleich zu klären, wie sich „Nation“ dann
konkret bestimmen mag; aber wer so weit fragt, wird wohl von
vorneherein nicht auf eine Doktrin reinfallen, die so „unvergleichlich
dünner und dürftiger“ (&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/lesetipp-macht-der-ideen-in-der-lmd-5-2025.html#nationalismus-dunn-und-durftig"&gt;Andersons Worte&lt;/a&gt;) ist als alles, was mensch
sonst zwischen Christus und Kommunismus glauben könnte.  Insofern kann
und muss die Frage, ob z.B. ich für (die Obrigkeit von) Heidelberg,
Baden, Baden-Württemberg, die Bundesrepublik Deutschland, die EU, den
globalen Westen oder den globalen Norden töten soll (das wäre wohl so
in etwa das Tableau), wenn mich die entsprechende Obrigkeit ruft,
getrost offen bleiben.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</content><category term="Deutschlandfunk"></category><category term="Frieden"></category></entry><entry><title>Waking The Framework Up (And Not)</title><link href="https://blog.tfiu.de/waking-the-framework-up-and-not.html" rel="alternate"></link><published>2025-12-07T16:00:00+01:00</published><updated>2025-12-07T16:00:00+01:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-12-07:/waking-the-framework-up-and-not.html</id><summary type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#acpi-is-a-four-letter-word" id="id2"&gt;ACPI is a Four-Letter Word&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#finding-wakeup-sources-in-sysfs" id="id3"&gt;Finding Wakeup Sources in sysfs&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#power-button-only-please" id="id4"&gt;Power Button Only, Please&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A notebook computer with a rectangular piece of cloth over the keyboard." src="/media/2025/screen-protector.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;The piece of cloth in the photo above made all the difference between
key prints and a nice, homogeneous display in my old Thinkpad X240.
Perhaps my &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/migrated-to-a-framework-13.html"&gt;new Framework&lt;/a&gt;'s metal case is sturdy enough to keep the
screen print-free even without extra precautions, but for now I don't
want to try.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;However, the cloth sometimes presses keys when the lid is closed, which
would wake the machine up.  That suggests to me, incidentally, that
protecting the screen probably is a smart thing even on the Framework.
Anyway: the Framework's firmware makes it wake up both when I open the
lid and when (almost) any key is pressed on the built-in keyboard.  And
that does not fit my interactions with the computer.  Hence, I want to
configure it to only wake up when I press the power button; lid and
keyboard events should be ignored when the machine is in suspend.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="acpi-is-a-four-letter-word"&gt;
&lt;h2&gt;ACPI is a Four-Letter Word&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;“No problem”, I thought, “done that before”.  The conventional way to
select what wakes a machine up from suspend is to echo sometimes
slightly intransparent ACPI identifiers into &lt;tt class="docutils literal"&gt;/proc/acpi/wakeup&lt;/tt&gt;.
Each echo toggles whether or not the machine will wake up when some
activity occurs on that source; this could be USB or network ports, but
also buttons and switches.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On the Framework, that's not so simple.  First off, most of the ACPI
identifiers are positively opaque even by ACPI standards:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cat /proc/acpi/wakeup
  Device      S-state   Status   Sysfs node
  AWAC          S4    *disabled
  XDCI          S4    *disabled
  XHCI          S4    *disabled  pci:0000:00:14.0
  HDAS          S4    *disabled  pci:0000:00:1f.3
  I3C0          S4    *disabled
  RP01          S4    *disabled  pci:0000:00:1c.0
  PXSX          S4    *disabled  pci:0000:a9:00.0
  RP02          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP03          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP04          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP05          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP06          S4    *disabled  pci:0000:00:1c.5
  PXSX          S4    *disabled  pci:0000:aa:00.0
  RP07          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP08          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP09          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP10          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP11          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP12          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  TXHC          S4    *disabled  pci:0000:00:0d.0
  TDM0          S4    *disabled  pci:0000:00:0d.2
  TDM1          S4    *disabled  pci:0000:00:0d.3
  TRP0          S4    *disabled  pci:0000:00:07.0
  PXSX          S4    *disabled
  TRP1          S4    *disabled  pci:0000:00:07.1
  PXSX          S4    *disabled
  TRP2          S4    *disabled  pci:0000:00:07.2
  PXSX          S4    *disabled
  TRP3          S4    *disabled  pci:0000:00:07.3
  PXSX          S4    *disabled
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;(originally, not all of them were disabled).  I had hoped for something
containing the letters “LID”;  I would then have said something like:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
echo LID &amp;gt; /proc/acpi/wakeup
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;and the machine would have slept on.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alas: No LID, nothing I could recognise at all (if you can decode the
four-letter words in the Framework's /proc/acpi other than XHCI, please
enlighten me).  And worse: even when I disabled all sources (which is
normally unwise because you can't get the machine to wake up then), the
Framework would still wake up on key presses and lid opens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Well: ACPI.  Four letters that are clearly a botched acronym for
“vendors never get it right“.&lt;a class="footnote-reference" href="#op" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;  Even the number of characters
doesn't match.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="finding-wakeup-sources-in-sysfs"&gt;
&lt;h2&gt;Finding Wakeup Sources in sysfs&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;But then there is a second API to communicate wakeup preferences; this
is via &lt;tt class="docutils literal"&gt;wakeup&lt;/tt&gt; files in sysfs, which probably map directly to
hardware rather than go through usually broken firmware like ACPI.  Here, I
am interested in wakeup sources from input devices.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;You might plan on finding them like this:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
find /sys/class/input -name wakeup
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;But that does not work because &lt;tt class="docutils literal"&gt;find&lt;/tt&gt; does not follow symlinks, and
&lt;tt class="docutils literal"&gt;/sys&lt;/tt&gt; is full of symlinks.  The reason &lt;tt class="docutils literal"&gt;find&lt;/tt&gt; ignores symlinks by
default becomes evident if your override that default:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ find /sys/class/input -name wakeup -follow |&amp;amp; head -5
find: File system loop detected; ‘/sys/class/input/input9/event7/device’ is part of the same file system loop as ‘/sys/class/input/input9’.
find: File system loop detected; ‘/sys/class/input/input9/event7/subsystem’ is part of the same file system loop as ‘/sys/class/input’.
find: File system loop detected; ‘/sys/class/input/input9/device/driver/module/drivers/platform:pcspkr’ is part of the same file system loop as ‘/sys/class/input/input9/device/driver’.
find: File system loop detected; ‘/sys/class/input/input9/device/driver/pcspkr’ is part of the same file system loop as ‘/sys/class/input/input9/device’.
/sys/class/input/input9/device/subsystem/devices/i2c_designware.1/firmware_node/wakeup
[... and so on ad infinitum ...]
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;Fortunately, the locations of the wakeup files are predictable, and thus
a plain shell pattern will work:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ ls /sys/class/input/*/device/power/wakeup
/sys/class/input/input0/device/power/wakeup
/sys/class/input/input1/device/power/wakeup
/sys/class/input/input2/device/power/wakeup
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;So, we have three input devices that can raise the machine from the
half-dead.  Originally, all of them were enabled; on my box, I now have:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cat /sys/class/input/*/device/power/wakeu
disabled
enabled
disabled
&lt;/pre&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="power-button-only-please"&gt;
&lt;h2&gt;Power Button Only, Please&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;How did I find out what input is what?  Well, I had a look at the names
of the devices:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cat /sys/class/input/input0/name
Lid Switch
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;This technique furthermore shows that input 1 is the power switch, and
input 2 is the keyboard.  I have no idea how stable these numbers are
over time, models, and kernel and firmware versions; for now, I assume
they will not change on reboots and have put the following into my
&lt;tt class="docutils literal"&gt;/etc/rc.local&lt;/tt&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
echo disabled &amp;gt; /sys/class/input/input0/device/power/wakeup
echo disabled &amp;gt; /sys/class/input/input2/device/power/wakeup
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;If the paths turn out to be unstable, I think I'd do some grepping in
that script to find, for instance, the path segment for the lid switch:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
grep -i &amp;quot;Lid Switch&amp;quot; /sys/class/inputs/*/name | cut -f4 -d/
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;would give the lid switch's input path.  But let's see if I will need
that.&lt;/p&gt;
&lt;div class="addition docutils container" id="addition-1"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-12-12)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;For good measuere, I'm turning off all ACPI wakeup sources in
/etc/rc.local with the following code, too:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
for src in `grep enabled /proc/acpi/wakeup | cut -f1`; do
      echo $src &amp;gt; /proc/acpi/wakeup
done
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;This is more to make things less confusing, because after the first
reboot, the machine would fall asleep twice and then exhibited odd
wakeup behaviour.  The reason for that, however, was that I had
optimistically decided elogind didn't need any shutting up any more.
It does.  If you want to use pm-utils (and I want to), you still need
to say something like this in
&lt;tt class="docutils literal"&gt;/etc/elogind/logind.conf.d/local.conf&lt;/tt&gt; (presumably about the same
applies if you run systemd's logind):&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
HandlePowerKey=ignore
HandleSuspendKey=ignore
HandleHibernateKey=ignore
HandleLidSwitch=ignore
HandleLidSwitchExternalPower=ignore
HandleLidSwitchDocked=ignore
RemoveIPC=no
&lt;/pre&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="op" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;p class="first"&gt;There are, by the way, strong indications that ACPI's
brokenness is no accident.  In the 2000 Iowa class action suit &lt;em&gt;Comes
v Microsoft&lt;/em&gt; (&lt;a class="reference external" href="http://web.archive.org/web/20170702014707/https://www.zelle.com/news-updates-13.html"&gt;eventually won by the plaintiffs&lt;/a&gt;), an e-mail by Bill
Gates was presented as evidence in which he, in 1999, wondered:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Maybe we could define the APIs so that they work well with NT and
not with the others even if they are open.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p class="last"&gt;On the positive side: They didn't even work well with Windows NT.&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#acpi-is-a-four-letter-word" id="id2"&gt;ACPI is a Four-Letter Word&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#finding-wakeup-sources-in-sysfs" id="id3"&gt;Finding Wakeup Sources in sysfs&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#power-button-only-please" id="id4"&gt;Power Button Only, Please&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A notebook computer with a rectangular piece of cloth over the keyboard." src="/media/2025/screen-protector.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;The piece of cloth in the photo above made all the difference between
key prints and a nice, homogeneous display in my old Thinkpad X240.
Perhaps my &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/migrated-to-a-framework-13.html"&gt;new Framework&lt;/a&gt;'s metal case is sturdy enough to keep the
screen print-free even without extra precautions, but for now I don't
want to try.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;However, the cloth sometimes presses keys when the lid is closed, which
would wake the machine up.  That suggests to me, incidentally, that
protecting the screen probably is a smart thing even on the Framework.
Anyway: the Framework's firmware makes it wake up both when I open the
lid and when (almost) any key is pressed on the built-in keyboard.  And
that does not fit my interactions with the computer.  Hence, I want to
configure it to only wake up when I press the power button; lid and
keyboard events should be ignored when the machine is in suspend.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="acpi-is-a-four-letter-word"&gt;
&lt;h2&gt;ACPI is a Four-Letter Word&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;“No problem”, I thought, “done that before”.  The conventional way to
select what wakes a machine up from suspend is to echo sometimes
slightly intransparent ACPI identifiers into &lt;tt class="docutils literal"&gt;/proc/acpi/wakeup&lt;/tt&gt;.
Each echo toggles whether or not the machine will wake up when some
activity occurs on that source; this could be USB or network ports, but
also buttons and switches.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On the Framework, that's not so simple.  First off, most of the ACPI
identifiers are positively opaque even by ACPI standards:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cat /proc/acpi/wakeup
  Device      S-state   Status   Sysfs node
  AWAC          S4    *disabled
  XDCI          S4    *disabled
  XHCI          S4    *disabled  pci:0000:00:14.0
  HDAS          S4    *disabled  pci:0000:00:1f.3
  I3C0          S4    *disabled
  RP01          S4    *disabled  pci:0000:00:1c.0
  PXSX          S4    *disabled  pci:0000:a9:00.0
  RP02          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP03          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP04          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP05          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP06          S4    *disabled  pci:0000:00:1c.5
  PXSX          S4    *disabled  pci:0000:aa:00.0
  RP07          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP08          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP09          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP10          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP11          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  RP12          S4    *disabled
  PXSX          S4    *disabled
  TXHC          S4    *disabled  pci:0000:00:0d.0
  TDM0          S4    *disabled  pci:0000:00:0d.2
  TDM1          S4    *disabled  pci:0000:00:0d.3
  TRP0          S4    *disabled  pci:0000:00:07.0
  PXSX          S4    *disabled
  TRP1          S4    *disabled  pci:0000:00:07.1
  PXSX          S4    *disabled
  TRP2          S4    *disabled  pci:0000:00:07.2
  PXSX          S4    *disabled
  TRP3          S4    *disabled  pci:0000:00:07.3
  PXSX          S4    *disabled
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;(originally, not all of them were disabled).  I had hoped for something
containing the letters “LID”;  I would then have said something like:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
echo LID &amp;gt; /proc/acpi/wakeup
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;and the machine would have slept on.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alas: No LID, nothing I could recognise at all (if you can decode the
four-letter words in the Framework's /proc/acpi other than XHCI, please
enlighten me).  And worse: even when I disabled all sources (which is
normally unwise because you can't get the machine to wake up then), the
Framework would still wake up on key presses and lid opens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Well: ACPI.  Four letters that are clearly a botched acronym for
“vendors never get it right“.&lt;a class="footnote-reference" href="#op" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;  Even the number of characters
doesn't match.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="finding-wakeup-sources-in-sysfs"&gt;
&lt;h2&gt;Finding Wakeup Sources in sysfs&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;But then there is a second API to communicate wakeup preferences; this
is via &lt;tt class="docutils literal"&gt;wakeup&lt;/tt&gt; files in sysfs, which probably map directly to
hardware rather than go through usually broken firmware like ACPI.  Here, I
am interested in wakeup sources from input devices.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;You might plan on finding them like this:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
find /sys/class/input -name wakeup
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;But that does not work because &lt;tt class="docutils literal"&gt;find&lt;/tt&gt; does not follow symlinks, and
&lt;tt class="docutils literal"&gt;/sys&lt;/tt&gt; is full of symlinks.  The reason &lt;tt class="docutils literal"&gt;find&lt;/tt&gt; ignores symlinks by
default becomes evident if your override that default:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ find /sys/class/input -name wakeup -follow |&amp;amp; head -5
find: File system loop detected; ‘/sys/class/input/input9/event7/device’ is part of the same file system loop as ‘/sys/class/input/input9’.
find: File system loop detected; ‘/sys/class/input/input9/event7/subsystem’ is part of the same file system loop as ‘/sys/class/input’.
find: File system loop detected; ‘/sys/class/input/input9/device/driver/module/drivers/platform:pcspkr’ is part of the same file system loop as ‘/sys/class/input/input9/device/driver’.
find: File system loop detected; ‘/sys/class/input/input9/device/driver/pcspkr’ is part of the same file system loop as ‘/sys/class/input/input9/device’.
/sys/class/input/input9/device/subsystem/devices/i2c_designware.1/firmware_node/wakeup
[... and so on ad infinitum ...]
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;Fortunately, the locations of the wakeup files are predictable, and thus
a plain shell pattern will work:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ ls /sys/class/input/*/device/power/wakeup
/sys/class/input/input0/device/power/wakeup
/sys/class/input/input1/device/power/wakeup
/sys/class/input/input2/device/power/wakeup
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;So, we have three input devices that can raise the machine from the
half-dead.  Originally, all of them were enabled; on my box, I now have:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cat /sys/class/input/*/device/power/wakeu
disabled
enabled
disabled
&lt;/pre&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="power-button-only-please"&gt;
&lt;h2&gt;Power Button Only, Please&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;How did I find out what input is what?  Well, I had a look at the names
of the devices:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
$ cat /sys/class/input/input0/name
Lid Switch
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;This technique furthermore shows that input 1 is the power switch, and
input 2 is the keyboard.  I have no idea how stable these numbers are
over time, models, and kernel and firmware versions; for now, I assume
they will not change on reboots and have put the following into my
&lt;tt class="docutils literal"&gt;/etc/rc.local&lt;/tt&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
echo disabled &amp;gt; /sys/class/input/input0/device/power/wakeup
echo disabled &amp;gt; /sys/class/input/input2/device/power/wakeup
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;If the paths turn out to be unstable, I think I'd do some grepping in
that script to find, for instance, the path segment for the lid switch:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
grep -i &amp;quot;Lid Switch&amp;quot; /sys/class/inputs/*/name | cut -f4 -d/
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;would give the lid switch's input path.  But let's see if I will need
that.&lt;/p&gt;
&lt;div class="addition docutils container" id="addition-1"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-12-12)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;For good measuere, I'm turning off all ACPI wakeup sources in
/etc/rc.local with the following code, too:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
for src in `grep enabled /proc/acpi/wakeup | cut -f1`; do
      echo $src &amp;gt; /proc/acpi/wakeup
done
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;This is more to make things less confusing, because after the first
reboot, the machine would fall asleep twice and then exhibited odd
wakeup behaviour.  The reason for that, however, was that I had
optimistically decided elogind didn't need any shutting up any more.
It does.  If you want to use pm-utils (and I want to), you still need
to say something like this in
&lt;tt class="docutils literal"&gt;/etc/elogind/logind.conf.d/local.conf&lt;/tt&gt; (presumably about the same
applies if you run systemd's logind):&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
HandlePowerKey=ignore
HandleSuspendKey=ignore
HandleHibernateKey=ignore
HandleLidSwitch=ignore
HandleLidSwitchExternalPower=ignore
HandleLidSwitchDocked=ignore
RemoveIPC=no
&lt;/pre&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="op" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;p class="first"&gt;There are, by the way, strong indications that ACPI's
brokenness is no accident.  In the 2000 Iowa class action suit &lt;em&gt;Comes
v Microsoft&lt;/em&gt; (&lt;a class="reference external" href="http://web.archive.org/web/20170702014707/https://www.zelle.com/news-updates-13.html"&gt;eventually won by the plaintiffs&lt;/a&gt;), an e-mail by Bill
Gates was presented as evidence in which he, in 1999, wondered:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Maybe we could define the APIs so that they work well with NT and
not with the others even if they are open.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p class="last"&gt;On the positive side: They didn't even work well with Windows NT.&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Framework"></category></entry><entry><title>Controlling the Battery on the Framework</title><link href="https://blog.tfiu.de/controlling-the-battery-on-the-framework.html" rel="alternate"></link><published>2025-12-03T19:00:00+01:00</published><updated>2025-12-03T19:00:00+01:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-12-03:/controlling-the-battery-on-the-framework.html</id><summary type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A plot with capacity as a green line, which has quite a few major jumps but generally a downward slope from 160 down to 80 and then up again to perhaps 120.  There's also a lot of purple dots corresponding to charging levels besteen 100 and 0." src="/media/2025/10-years-charging.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Charge (purple) and estimated capacity (green) of the large battery in
the later life of my old Lenovo X240.  The deep dips in capacity were
when I used a smaller battery for a while.  The main message is: For a
long and healthy life of your battery, be nice to it and only rarely
charge to 100%&lt;a class="footnote-reference" href="#swapping" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;The figure above shows: If you charge a (notebook) battery to only about
80% unless you have a strong reason to top it up, and don't discharge it
too deeply in daily operations, it can keep a good part of its capacity
over thousands of cycles.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Thus, when &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/migrated-to-a-framework-13.html"&gt;I got my new Framework&lt;/a&gt;, among the first things I wanted to
figure out is how to control the charging policy.  I was delighted to
see that Framework's UEFI firmware already has a menu entry to set a
charge limit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;However, that was not good enough for me, because occasionally I do want
to go to 100% for some extra run time (and because I strongly believe
that going to 100% is less damaging than going below 20%&lt;a class="footnote-reference" href="#runtime" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;).
I certainly do not want to reboot my machine into the UEFI menu just
to request some extra runtime.  Thus, I need a userspace tool.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;What I used on the X240 to configure charging limits from within a
running machine, &lt;a class="reference external" href="https://linrunner.de/tlp"&gt;tlp&lt;/a&gt;, employs Thinkpad-specific mechanisms to talk to
its specific &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Embedded_controller"&gt;embedded controller&lt;/a&gt;.  Neither is present on the
Framework.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Instead, on the Framework there is a program called ectool (ec as in
embedded controller), which somehow derives from something on ChromeOS.
Regrettably, I have not found it in any Debian package.  The ectool
binary that is in coreboot-utils is a different thing, and while it
could probably be used to hack together similar functionality, it would
be a lot more effort.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So, I'm afraid you have to build from source.  This would work somewhat
like this (cave curlbashware; poke me and I'll think about properly
packaging it):&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
sudo apt install cmake build-essential
git clone https://github.com/DHowett/ectool.git
cd ectool
cmake
make
sudo cp src/ectool /usr/local/bin/
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;Setting the charging limit is then simply a matter of calling
&lt;tt class="docutils literal"&gt;ectool fwchargelimit &amp;lt;percent&amp;gt;&lt;/tt&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;However, back in the Thinkpad years, when this was a bit more
complicated and involved two batteries, I wrote a small wrapper
script that lets you quickly switch between travel (topping up), normal
(charge to 80%), and nocharge (e.g., when running from an external
battery).  I liked the &amp;lt;cough&amp;gt; UX of this, and so I ported the script to
ectool's facilities.  The result is this:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
#!/bin/sh
if id | grep root 2&amp;gt;&amp;amp;1 &amp;gt; /dev/null
then
        true
else
        exec sudo $0 $*
fi

usage() {
        echo &amp;quot;Usage: $0 [show|travel|normal|nocharge]&amp;quot;
        exit 1
}

case &amp;quot;$1&amp;quot; in
show)
        ectool fwchargelimit
        ;;
travel)
        ectool fwchargelimit 95
        ;;
normal)
        ectool fwchargelimit 80
        ;;
nocharge)
        ectool fwchargelimit 10
        ;;
*)
        usage
        ;;
esac
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;I have this as &lt;tt class="docutils literal"&gt;chargeconfig&lt;/tt&gt; on my path.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="swapping" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;The big jump up around 2022/2023 must have been when
I replaced the hardware with a copy I got from eBay and that thing
came with another big battery.  I had completely forgotten about it,
which somewhat weakens my story of the benefits of being nice to the
battery.  But it does not weaken it much; the purple dots in the plot
above show that the battery went through many cycles, and you can see
that it still had about half the capacity after eight years (I only
started taking this data after two years or so). On that box, even
half the capacity on the big battery still meant perhaps 10 hours of a
reasonable load mix.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="runtime" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;By the way, an 80% charge corresponds to again more than
10 hours of light duty (such as writing plog posts) on a new 13th Gen
Framework 13.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A plot with capacity as a green line, which has quite a few major jumps but generally a downward slope from 160 down to 80 and then up again to perhaps 120.  There's also a lot of purple dots corresponding to charging levels besteen 100 and 0." src="/media/2025/10-years-charging.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Charge (purple) and estimated capacity (green) of the large battery in
the later life of my old Lenovo X240.  The deep dips in capacity were
when I used a smaller battery for a while.  The main message is: For a
long and healthy life of your battery, be nice to it and only rarely
charge to 100%&lt;a class="footnote-reference" href="#swapping" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;The figure above shows: If you charge a (notebook) battery to only about
80% unless you have a strong reason to top it up, and don't discharge it
too deeply in daily operations, it can keep a good part of its capacity
over thousands of cycles.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Thus, when &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/migrated-to-a-framework-13.html"&gt;I got my new Framework&lt;/a&gt;, among the first things I wanted to
figure out is how to control the charging policy.  I was delighted to
see that Framework's UEFI firmware already has a menu entry to set a
charge limit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;However, that was not good enough for me, because occasionally I do want
to go to 100% for some extra run time (and because I strongly believe
that going to 100% is less damaging than going below 20%&lt;a class="footnote-reference" href="#runtime" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;).
I certainly do not want to reboot my machine into the UEFI menu just
to request some extra runtime.  Thus, I need a userspace tool.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;What I used on the X240 to configure charging limits from within a
running machine, &lt;a class="reference external" href="https://linrunner.de/tlp"&gt;tlp&lt;/a&gt;, employs Thinkpad-specific mechanisms to talk to
its specific &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Embedded_controller"&gt;embedded controller&lt;/a&gt;.  Neither is present on the
Framework.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Instead, on the Framework there is a program called ectool (ec as in
embedded controller), which somehow derives from something on ChromeOS.
Regrettably, I have not found it in any Debian package.  The ectool
binary that is in coreboot-utils is a different thing, and while it
could probably be used to hack together similar functionality, it would
be a lot more effort.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So, I'm afraid you have to build from source.  This would work somewhat
like this (cave curlbashware; poke me and I'll think about properly
packaging it):&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
sudo apt install cmake build-essential
git clone https://github.com/DHowett/ectool.git
cd ectool
cmake
make
sudo cp src/ectool /usr/local/bin/
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;Setting the charging limit is then simply a matter of calling
&lt;tt class="docutils literal"&gt;ectool fwchargelimit &amp;lt;percent&amp;gt;&lt;/tt&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;However, back in the Thinkpad years, when this was a bit more
complicated and involved two batteries, I wrote a small wrapper
script that lets you quickly switch between travel (topping up), normal
(charge to 80%), and nocharge (e.g., when running from an external
battery).  I liked the &amp;lt;cough&amp;gt; UX of this, and so I ported the script to
ectool's facilities.  The result is this:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
#!/bin/sh
if id | grep root 2&amp;gt;&amp;amp;1 &amp;gt; /dev/null
then
        true
else
        exec sudo $0 $*
fi

usage() {
        echo &amp;quot;Usage: $0 [show|travel|normal|nocharge]&amp;quot;
        exit 1
}

case &amp;quot;$1&amp;quot; in
show)
        ectool fwchargelimit
        ;;
travel)
        ectool fwchargelimit 95
        ;;
normal)
        ectool fwchargelimit 80
        ;;
nocharge)
        ectool fwchargelimit 10
        ;;
*)
        usage
        ;;
esac
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;I have this as &lt;tt class="docutils literal"&gt;chargeconfig&lt;/tt&gt; on my path.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="swapping" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;The big jump up around 2022/2023 must have been when
I replaced the hardware with a copy I got from eBay and that thing
came with another big battery.  I had completely forgotten about it,
which somewhat weakens my story of the benefits of being nice to the
battery.  But it does not weaken it much; the purple dots in the plot
above show that the battery went through many cycles, and you can see
that it still had about half the capacity after eight years (I only
started taking this data after two years or so). On that box, even
half the capacity on the big battery still meant perhaps 10 hours of a
reasonable load mix.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="runtime" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;By the way, an 80% charge corresponds to again more than
10 hours of light duty (such as writing plog posts) on a new 13th Gen
Framework 13.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</content><category term="Framework"></category><category term="Debian"></category></entry><entry><title>Migrated to a Framework 13</title><link href="https://blog.tfiu.de/migrated-to-a-framework-13.html" rel="alternate"></link><published>2025-11-28T16:00:00+01:00</published><updated>2025-11-28T16:00:00+01:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-11-28:/migrated-to-a-framework-13.html</id><summary type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#i-ve-got-a-new-main-computer" id="id4"&gt;I've got a new main computer&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#you-will-need-the-ubuntu-kernel-and-xorg" id="id5"&gt;You will need the Ubuntu Kernel and Xorg&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#do-i-like-my-new-framework" id="id6"&gt;Do I Like My New Framework?&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Zwo notebook computers with glowing displays next to each other. The front one has a much brighter screen.  A stationary monitor is behind both, also glowing quite a bit fainter than the front one." src="/media/2025/syncing-machines.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;My old Thinkpad X240 docked for a last time, and syncing its data to
the new Framework 13.  The front machine, the one with the blazingly
bright display, is the one this post was written on.  All previous
posts were written on the machine behind it, the one with the dull
display.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="i-ve-got-a-new-main-computer"&gt;
&lt;h2&gt;I've got a new main computer&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;About every ten years, when my old computer falls apart or its
ebay-supplied clones feel severely outdated&lt;a class="footnote-reference" href="#x240" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;, I'm getting
myself a new notebook computer to go everywhere I go.  Last Wednesday
such a historic event took place: I switched the hardware my &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/schone-mail.html"&gt;venerable
file system&lt;/a&gt; run on to a Framework 13&lt;a class="footnote-reference" href="#choice" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt; with an Intel “Core
Ultra 5 125 H” (gasp) CPU.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I thought I'd get a Framework because I finally wanted a metal case, and
the promise of a certain modularity and of realistically available spare
parts appealed to me.  The downside of the Framework's
some-assembly-required approach is that when the package had arrived&lt;a class="footnote-reference" href="#airmail" id="id3"&gt;[3]&lt;/a&gt;, I ended up with lots of little branded boxes on my table.
At least much of it is cardboard:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Scattered empty cardboard boxes about 5 cms in size, a USB cable, and some plastic on a table next to the edge of a notebook computer." src="/media/2025/little-boxes.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;That almost everything is snapped together with magnets feels a little
odd; let's see how I'll like that.  I wouldn't have minded screws, I
must say.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;But then the biggest annoyance was Intel.  Yes, I have asked for it and
I could have picked the AMD version.  But I was so impressed with the
silicon in the X240 that got a lot of computation and graphics done
while drawing only about 2 Watts.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="you-will-need-the-ubuntu-kernel-and-xorg"&gt;
&lt;h2&gt;You will need the Ubuntu Kernel and Xorg&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Against that, the Ultraultra thing in this (“13th gen”, I think)
Framework was &lt;em&gt;really&lt;/em&gt; annoying because I could not, for the life of me,
get its graphics part to work with Debian Trixie (and I reckon it is
drawing at least 4 Watts – whatever happened to progress?).  „Not
getting” included hand-building a current kernel and fetching whatever
firmware Intel distribute on github.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;It just didn't work.  I could get X11 with &lt;a class="reference external" href="https://wiki.archlinux.org/title/Kernel_mode_setting"&gt;nomodeset&lt;/a&gt;, but since I
really need to operate projectors and external monitors, that is no
&lt;em&gt;actual&lt;/em&gt; option.  As soon as the kernel or X11 touched the graphics
chip's registers, the best I could hope for was a frozen display;
usually, I would just have a black screen.  No error messages, except
perhaps for the occasional “unknown chipset” in Xorg.0.log, just
brokenness and blind guessing.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In particular this lack of any sort of diagnotics was &lt;em&gt;really&lt;/em&gt;
frustrating, which made me look for hints on Linux with this
architecture online and even with Framework itself (which kernel should
work, which Xorg version?).  While that did not help much, it made me
realise that in stark contrast to all my previous computers, Framework
&lt;em&gt;have&lt;/em&gt; commercially supported Linuxes.  Why don't I look what they do?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sure enough, Ubuntu Noble Numbat booted up smoothly (tackily, even
including a vendor logo on the boot splash) and ran X11 without a hitch.
What?  And that on a 6.14 kernel where my 6.16 showed nothing but a
black screen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Well, under whatever logic it &lt;em&gt;was&lt;/em&gt; a working configuration.  Even
better, the the Ubuntu kernel and Xorg packages install on a Debian
Trixie without ruining the whole system.  So, that's what I did, and
that's the main point of this post: If you'd like to run Debian Trixie
on a Framework 13 with &amp;lt;gasp&amp;gt; Intel “Core Ultra 5 125 H” (who invents
these stupid names?), drop the following into a (presumably new) file
&lt;tt class="docutils literal"&gt;/etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources&lt;/tt&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
Types: deb
URIs: http://archive.ubuntu.com/ubuntu/
Suites: noble noble-updates noble-backports
Components: main
Signed-By: /usr/share/keyrings/ubuntu-archive-keyring.gpg
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;Then do an &lt;tt class="docutils literal"&gt;apt update&lt;/tt&gt; and install
&lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;linux-image-unsigned-6.14.0-1006-oem&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt; (or something similar) and
&lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;xserver-xorg-video-intel&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;To avoid contaminating your system with more Ubuntu packages, once you
have done this, immediately move &lt;tt class="docutils literal"&gt;ubuntu.sources&lt;/tt&gt; out of
sources.list.d again and &lt;tt class="docutils literal"&gt;apt update&lt;/tt&gt; once more for good measure.
Shame on you, Intel, for failing to build your software and hardware
such that functionality degrades gracefully for at least a few
generations.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="do-i-like-my-new-framework"&gt;
&lt;h2&gt;Do I Like My New Framework?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;“And what do you think of the box?”, you ask?  Ah well.  I think I like
it that I can apparently program the embedded controller.  The metal
case feels good.  The USB-based expansion pods seem like a good idea now
that USB3 should be fast enough for everyone and everything™.  I like
screen aspect ratio: 16:9 may be good for watching videos, but that's
not what I got the computer for.  For most other things, the 3:2 ratio
feels good, although it is somewhat at odds with the conventional 4:3
that has worked for me for many years, too.  More on this in a later post.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Against that, there's a clickpad.  Yikes.  On the X240, the clickpad was
borderline bearable because the box had a trackpoint and I could turn the
clickpad into three tactile buttons with duct tape; On the Framework… ah
well.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;The box has far too few LEDs; indicating network activity, disk activity
and being in a critical section (e.g., having an encrypted filesystem
mounted) is in effect already too much; the power button feels a bit
flimsy; the function keys are not grouped, which makes finding the right
one without peeking harder than it would need to be.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Most importantly, the display has a far too high resolution, at least
when you want to drive it from a machine that also has to drive normal,
90 dpi, monitors.  About my current mitigations I will report in the
next post under the &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/tag/framework.html"&gt;framework&lt;/a&gt; tag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Summing up: Well, I think I'll learn to like the box.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="x240" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;My previous machine, a Lenovo X240, didn't really feel
terribly outdated and was basically fast enough for everything and had
enough RAM, too. But even the replacement hardware I got from ebay did
fall apart (damn the plastic), and I have to say that Lenovo's stupid
whitelisting finally fell on my feet and I felt a moral urge to
migrate away from Lenovo.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="choice" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;p class="first"&gt;This is apparently becoming a popular choice.  I'm typing
this in a regional train to Frankfurt, and across the aisle there's
another person with a Framework 13.  How unnerving.&lt;/p&gt;
&lt;div class="addition last docutils container" id="addition-1"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-11-30)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On the return trip, approaching Würzburg, &lt;em&gt;again&lt;/em&gt; a person with a
Framework 13.  Scary, actually.  It seems I'm succumbing to a trend.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="airmail" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id3"&gt;[3]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Shockingly, Framework had the thing shipped to me air
mail from Taiwan. I, for one, could have waited two weeks for a ship,
which would have yielded noticeable savings in the transaction's CO₂
footprint.  But then electronics certainly &lt;em&gt;is&lt;/em&gt; in the class of goods
that have an intrinsic footprint that is so large that air freight
doesn't really register.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#i-ve-got-a-new-main-computer" id="id4"&gt;I've got a new main computer&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#you-will-need-the-ubuntu-kernel-and-xorg" id="id5"&gt;You will need the Ubuntu Kernel and Xorg&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#do-i-like-my-new-framework" id="id6"&gt;Do I Like My New Framework?&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Zwo notebook computers with glowing displays next to each other. The front one has a much brighter screen.  A stationary monitor is behind both, also glowing quite a bit fainter than the front one." src="/media/2025/syncing-machines.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;My old Thinkpad X240 docked for a last time, and syncing its data to
the new Framework 13.  The front machine, the one with the blazingly
bright display, is the one this post was written on.  All previous
posts were written on the machine behind it, the one with the dull
display.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="i-ve-got-a-new-main-computer"&gt;
&lt;h2&gt;I've got a new main computer&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;About every ten years, when my old computer falls apart or its
ebay-supplied clones feel severely outdated&lt;a class="footnote-reference" href="#x240" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;, I'm getting
myself a new notebook computer to go everywhere I go.  Last Wednesday
such a historic event took place: I switched the hardware my &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/schone-mail.html"&gt;venerable
file system&lt;/a&gt; run on to a Framework 13&lt;a class="footnote-reference" href="#choice" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt; with an Intel “Core
Ultra 5 125 H” (gasp) CPU.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;I thought I'd get a Framework because I finally wanted a metal case, and
the promise of a certain modularity and of realistically available spare
parts appealed to me.  The downside of the Framework's
some-assembly-required approach is that when the package had arrived&lt;a class="footnote-reference" href="#airmail" id="id3"&gt;[3]&lt;/a&gt;, I ended up with lots of little branded boxes on my table.
At least much of it is cardboard:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Scattered empty cardboard boxes about 5 cms in size, a USB cable, and some plastic on a table next to the edge of a notebook computer." src="/media/2025/little-boxes.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;That almost everything is snapped together with magnets feels a little
odd; let's see how I'll like that.  I wouldn't have minded screws, I
must say.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;But then the biggest annoyance was Intel.  Yes, I have asked for it and
I could have picked the AMD version.  But I was so impressed with the
silicon in the X240 that got a lot of computation and graphics done
while drawing only about 2 Watts.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="you-will-need-the-ubuntu-kernel-and-xorg"&gt;
&lt;h2&gt;You will need the Ubuntu Kernel and Xorg&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Against that, the Ultraultra thing in this (“13th gen”, I think)
Framework was &lt;em&gt;really&lt;/em&gt; annoying because I could not, for the life of me,
get its graphics part to work with Debian Trixie (and I reckon it is
drawing at least 4 Watts – whatever happened to progress?).  „Not
getting” included hand-building a current kernel and fetching whatever
firmware Intel distribute on github.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;It just didn't work.  I could get X11 with &lt;a class="reference external" href="https://wiki.archlinux.org/title/Kernel_mode_setting"&gt;nomodeset&lt;/a&gt;, but since I
really need to operate projectors and external monitors, that is no
&lt;em&gt;actual&lt;/em&gt; option.  As soon as the kernel or X11 touched the graphics
chip's registers, the best I could hope for was a frozen display;
usually, I would just have a black screen.  No error messages, except
perhaps for the occasional “unknown chipset” in Xorg.0.log, just
brokenness and blind guessing.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In particular this lack of any sort of diagnotics was &lt;em&gt;really&lt;/em&gt;
frustrating, which made me look for hints on Linux with this
architecture online and even with Framework itself (which kernel should
work, which Xorg version?).  While that did not help much, it made me
realise that in stark contrast to all my previous computers, Framework
&lt;em&gt;have&lt;/em&gt; commercially supported Linuxes.  Why don't I look what they do?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sure enough, Ubuntu Noble Numbat booted up smoothly (tackily, even
including a vendor logo on the boot splash) and ran X11 without a hitch.
What?  And that on a 6.14 kernel where my 6.16 showed nothing but a
black screen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Well, under whatever logic it &lt;em&gt;was&lt;/em&gt; a working configuration.  Even
better, the the Ubuntu kernel and Xorg packages install on a Debian
Trixie without ruining the whole system.  So, that's what I did, and
that's the main point of this post: If you'd like to run Debian Trixie
on a Framework 13 with &amp;lt;gasp&amp;gt; Intel “Core Ultra 5 125 H” (who invents
these stupid names?), drop the following into a (presumably new) file
&lt;tt class="docutils literal"&gt;/etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources&lt;/tt&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;pre class="literal-block"&gt;
Types: deb
URIs: http://archive.ubuntu.com/ubuntu/
Suites: noble noble-updates noble-backports
Components: main
Signed-By: /usr/share/keyrings/ubuntu-archive-keyring.gpg
&lt;/pre&gt;
&lt;p&gt;Then do an &lt;tt class="docutils literal"&gt;apt update&lt;/tt&gt; and install
&lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;linux-image-unsigned-6.14.0-1006-oem&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt; (or something similar) and
&lt;tt class="docutils literal"&gt;&lt;span class="pre"&gt;xserver-xorg-video-intel&lt;/span&gt;&lt;/tt&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;To avoid contaminating your system with more Ubuntu packages, once you
have done this, immediately move &lt;tt class="docutils literal"&gt;ubuntu.sources&lt;/tt&gt; out of
sources.list.d again and &lt;tt class="docutils literal"&gt;apt update&lt;/tt&gt; once more for good measure.
Shame on you, Intel, for failing to build your software and hardware
such that functionality degrades gracefully for at least a few
generations.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="do-i-like-my-new-framework"&gt;
&lt;h2&gt;Do I Like My New Framework?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;“And what do you think of the box?”, you ask?  Ah well.  I think I like
it that I can apparently program the embedded controller.  The metal
case feels good.  The USB-based expansion pods seem like a good idea now
that USB3 should be fast enough for everyone and everything™.  I like
screen aspect ratio: 16:9 may be good for watching videos, but that's
not what I got the computer for.  For most other things, the 3:2 ratio
feels good, although it is somewhat at odds with the conventional 4:3
that has worked for me for many years, too.  More on this in a later post.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Against that, there's a clickpad.  Yikes.  On the X240, the clickpad was
borderline bearable because the box had a trackpoint and I could turn the
clickpad into three tactile buttons with duct tape; On the Framework… ah
well.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;The box has far too few LEDs; indicating network activity, disk activity
and being in a critical section (e.g., having an encrypted filesystem
mounted) is in effect already too much; the power button feels a bit
flimsy; the function keys are not grouped, which makes finding the right
one without peeking harder than it would need to be.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Most importantly, the display has a far too high resolution, at least
when you want to drive it from a machine that also has to drive normal,
90 dpi, monitors.  About my current mitigations I will report in the
next post under the &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/tag/framework.html"&gt;framework&lt;/a&gt; tag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Summing up: Well, I think I'll learn to like the box.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="x240" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;My previous machine, a Lenovo X240, didn't really feel
terribly outdated and was basically fast enough for everything and had
enough RAM, too. But even the replacement hardware I got from ebay did
fall apart (damn the plastic), and I have to say that Lenovo's stupid
whitelisting finally fell on my feet and I felt a moral urge to
migrate away from Lenovo.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="choice" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;p class="first"&gt;This is apparently becoming a popular choice.  I'm typing
this in a regional train to Frankfurt, and across the aisle there's
another person with a Framework 13.  How unnerving.&lt;/p&gt;
&lt;div class="addition last docutils container" id="addition-1"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-11-30)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On the return trip, approaching Würzburg, &lt;em&gt;again&lt;/em&gt; a person with a
Framework 13.  Scary, actually.  It seems I'm succumbing to a trend.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="airmail" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id3"&gt;[3]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Shockingly, Framework had the thing shipped to me air
mail from Taiwan. I, for one, could have waited two weeks for a ship,
which would have yielded noticeable savings in the transaction's CO₂
footprint.  But then electronics certainly &lt;em&gt;is&lt;/em&gt; in the class of goods
that have an intrinsic footprint that is so large that air freight
doesn't really register.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Framework"></category><category term="Debian"></category></entry><entry><title>Ehrlichkeit in der Werbung</title><link href="https://blog.tfiu.de/ehrlichkeit-in-der-werbung.html" rel="alternate"></link><published>2025-09-19T16:00:00+02:00</published><updated>2025-09-19T16:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-09-19:/ehrlichkeit-in-der-werbung.html</id><summary type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein verglaster Plakatständer eines Unternehmens namens „Dynamic Light“ mit dem großen Claim „Ignorieren unmöglich“ auf einem blau-türkis-magenta-orange Verlauf und der Aufforderung, Plakate online zu buchen." src="/media/2025/ignorieren-unmoeglich.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Eine erstaunlich ehrliche Selbstbezichtigung, aufgenommen im Juli 2025
in Görlitz.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es gibt ein paar Phänomene in dieser Welt, die fast alle als ganz
selbstverständlich hinnehmen, die aber, wären sie in ihrer jetzigen Form
geboren worden, keinen Zentimeter durchgegangen wären.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dazu gehört ganz sicher die seltsame Praxis, dass autofahrende Menschen
mit ihren Gefährten einen großen Teil des Verkehrsraums – fahrend, aber
noch mehr stehend – einnehmen dürfen (&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/unbesungener-held-der-verkehrsberuhiger-otto-wicht.html"&gt;hier im Januar 24&lt;/a&gt; zu den
Möglichkeiten, wenn das nicht mehr so wäre; &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/geschichte-carl-benz-bei-wilhelm-i.html"&gt;hier im Januar 22&lt;/a&gt; zu
einer möglichen Erklärung, wie das alles zustande gekommen sein könnte).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ähnlich absurd finde ich Straßenwerbung, quasi das legalere Ende von
Spam (&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/tag/werbung.html"&gt;vorheriges Zähnefletschen zum Thema&lt;/a&gt;).  Hätte mich wer gefragt,
wie die öffentliche Reaktion wohl wäre, wenn Privatleute einfach so den
öffentlichen Raum zuspammen, hätte ich gewiss nicht auf das „nur zu“
getippt, das die Öffentlichkeit gegenüber Außenwerbung derzeit an den
Tag legt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Dann schau halt nicht hin,“ höre ich Ratschläge  der ApologetInnen des
Frei-Handels von Raum.  Aber nein, die Werbeindustrie
bezichtigt sich selbst; quasi aufgrund von Marktkräften &lt;em&gt;muss&lt;/em&gt; sie ihre
Öffentlichkeitsbelästigung so bauen, dass das möglichst schwierig ist.
Etwas eigenartig nur, wenn sie das so offen zugibt wie auf dem Foto
oben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist im Juli in Görlitz entstanden. Die ehrliche Selbstbezichtigung
hängt dort immer noch an jeder zweiten Straßenecke.  Ehrlichkeit in der
Werbung: Dass es sowas noch gibt…&lt;/p&gt;
&lt;div class="addition docutils container" id="addition-1"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-10-15)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Rate mal, warum ich in keinen Bahnhof mehr gehe und nicht mehr Zug
fahre.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein verglaster Plakatständer eines Unternehmens namens „Dynamic Light“ mit dem großen Claim „Ignorieren unmöglich“ auf einem blau-türkis-magenta-orange Verlauf und der Aufforderung, Plakate online zu buchen." src="/media/2025/ignorieren-unmoeglich.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Eine erstaunlich ehrliche Selbstbezichtigung, aufgenommen im Juli 2025
in Görlitz.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es gibt ein paar Phänomene in dieser Welt, die fast alle als ganz
selbstverständlich hinnehmen, die aber, wären sie in ihrer jetzigen Form
geboren worden, keinen Zentimeter durchgegangen wären.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dazu gehört ganz sicher die seltsame Praxis, dass autofahrende Menschen
mit ihren Gefährten einen großen Teil des Verkehrsraums – fahrend, aber
noch mehr stehend – einnehmen dürfen (&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/unbesungener-held-der-verkehrsberuhiger-otto-wicht.html"&gt;hier im Januar 24&lt;/a&gt; zu den
Möglichkeiten, wenn das nicht mehr so wäre; &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/geschichte-carl-benz-bei-wilhelm-i.html"&gt;hier im Januar 22&lt;/a&gt; zu
einer möglichen Erklärung, wie das alles zustande gekommen sein könnte).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ähnlich absurd finde ich Straßenwerbung, quasi das legalere Ende von
Spam (&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/tag/werbung.html"&gt;vorheriges Zähnefletschen zum Thema&lt;/a&gt;).  Hätte mich wer gefragt,
wie die öffentliche Reaktion wohl wäre, wenn Privatleute einfach so den
öffentlichen Raum zuspammen, hätte ich gewiss nicht auf das „nur zu“
getippt, das die Öffentlichkeit gegenüber Außenwerbung derzeit an den
Tag legt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Dann schau halt nicht hin,“ höre ich Ratschläge  der ApologetInnen des
Frei-Handels von Raum.  Aber nein, die Werbeindustrie
bezichtigt sich selbst; quasi aufgrund von Marktkräften &lt;em&gt;muss&lt;/em&gt; sie ihre
Öffentlichkeitsbelästigung so bauen, dass das möglichst schwierig ist.
Etwas eigenartig nur, wenn sie das so offen zugibt wie auf dem Foto
oben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist im Juli in Görlitz entstanden. Die ehrliche Selbstbezichtigung
hängt dort immer noch an jeder zweiten Straßenecke.  Ehrlichkeit in der
Werbung: Dass es sowas noch gibt…&lt;/p&gt;
&lt;div class="addition docutils container" id="addition-1"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-10-15)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Rate mal, warum ich in keinen Bahnhof mehr gehe und nicht mehr Zug
fahre.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Werbung"></category><category term="Verkehr"></category><category term="Fotos"></category></entry><entry><title>Lesetipp: Macht der Ideen in der LMD 5/2025</title><link href="https://blog.tfiu.de/lesetipp-macht-der-ideen-in-der-lmd-5-2025.html" rel="alternate"></link><published>2025-08-17T17:00:00+02:00</published><updated>2025-08-17T17:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-08-17:/lesetipp-macht-der-ideen-in-der-lmd-5-2025.html</id><summary type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#sein-vs-bewusstsein-rechts-und-links" id="id3"&gt;Sein vs. Bewusstsein, rechts und links&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#nationalismus-dunn-und-durftig" id="id4"&gt;Nationalismus: Dünn und Dürftig&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#geschichte-im-weitwinkel" id="id5"&gt;Geschichte im Weitwinkel&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Links Eis, Schokokekse und anderer Verführungskram des Kapitalismus, rechts irgendwelche Kirchen am Roten Platz, dazwischen eine Überblendung." src="/media/2025/seinoderbewusstsein.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;In der &lt;a class="reference external" href="https://monde-diplomatique.de/"&gt;deutschen Le Monde Diplomatique&lt;/a&gt; erschien im Mai ein wirklich
lesenswerter Artikel – ich habe ihn insgesamt vier Mal mehr oder weniger
vollständig gelesen bzw. vorgelesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da die LMD ihr Material nach drei Monaten offen ins Netz stellt, kann
ich ihn jetzt breit empfehlen: &lt;a class="reference external" href="https://monde-diplomatique.de/artikel/!6069440"&gt;Macht der Ideen&lt;/a&gt; von Perry Anderson,
mit dem Untertitel „Vom Christentum bis zum Neoliberalismus”&lt;a class="footnote-reference" href="#orig" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="sein-vs-bewusstsein-rechts-und-links"&gt;
&lt;h2&gt;Sein vs. Bewusstsein, rechts und links&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Perry_Anderson"&gt;Der Autor&lt;/a&gt;, jetzt 86 Jahre alt, kommt aus einer dezidiert linken
Tradition, in der seit Jahrhunderten heiß unter anderem über die Frage
diskutiert wird, ob das „Sein das Bewusstsein bestimmt“ (Marx), ob also
Naturgegebenheiten oder Lebensbedingungen festlegen, wie die Menschen
über die Welt nachdenken, oder ob es, ich rufe dafür immer &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Gramsci"&gt;Gramsci&lt;/a&gt; auf,
nicht vielmehr drauf ankommt, die richtigen Ideen in die Köpfe der
Menschren reinzubekommen und so ihr Handeln und damit am Schluss ihre
Lebensbedingungen zu verändern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einen ersten Aha-Moment mit Andersons Artikel hatte ich bei seiner
Darstellung ganz ähnlicher Debatten auf rechter Seite.  Diese hatten
weniger überraschende Teilnehmer wie Karl Popper und eher unerwartete
Diskutanten wie den Cats-Inspirator &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/T.%20S.%20Eliot"&gt;T.S. Eliot&lt;/a&gt; – den ich allerdings,
da ich nur seine verschrobenen Katzen kannte, auch nicht als
mystizistischen Reaktionär auf dem Zettel hatte, zumal in seinem
Possum-Buch die ganze kitschige &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cats"&gt;Grizabella-Himmelfahrtsgeschichte&lt;/a&gt; gar
nicht vorkommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zurück zum Anderson-Artikel: Wertvoll ist er wegen seines weiten Blicks
auf Fallbeispiele.  Er betrachtet Christentum und Islam, Aufklärung
zwischen Reformation und Gegenreformation, Marxismus und Neoliberalismus
bzw.  allgemeiner Kapitalismustheorien und beschreibt, wie diese jeweils
von den materiellen und sozialen Gegebenheiten gefördert wurden und dann
wieder auf diese zurückgewirkt haben.  Das klingt vielleicht etwas
abstrakt oder theorielastig, aber wer die Welt retten will (oder
jedenfalls dazu beitragen), wird früher oder später auch darüber
nachdenken wollen.  Nach der Lektüre von &lt;a class="reference external" href="https://monde-diplomatique.de/artikel/!6069440"&gt;Andersons Artikel&lt;/a&gt; hat
mensch, glaube ich, deutlich mehr Material, um das vernünftig und
informiert zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="nationalismus-dunn-und-durftig"&gt;
&lt;h2&gt;Nationalismus: Dünn und Dürftig&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wirklich begeistert hat mich aber Andersons Charakterierung der
Idee (zur Ideologie vermag er ja kaum zu reichen) des
Nationalismus als „unvergleichlich dünner und dürftiger” als etwa die
Lehren von Marxismus oder auch der Marktreligion, sowie sein Hinweis,
dass der Nationalismus dennoch erheblich erfolgreicher war als sowohl
Sozialismus als auch Kapitalismus: Praktisch alle Menschen glauben heute
an „ihre Nation”, halten sie für wichtig, und manche wollen für dieses
seltsame und widerspruchsvolle, wenigstens intellektuell &lt;em&gt;dürftige&lt;/em&gt;
Konstrukt sogar sterben und töten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Andersons Worten:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
&lt;p&gt;Als politische Idee wies der Nationalismus von Beginn an zwei
Eigentümlichkeiten auf. Zum einen brachte er nur sehr wenige
bedeutende oder originelle Denker hervor (bis auf wenige Ausnahmen wie
etwa Johann Gottlieb Fichte). Die ausgearbeitete Doktrin war
unvergleichlich dünner und dürftiger als seine beiden ideologischen
Zeitgenossen [Sozialismus und Kapitalismus].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum anderen aber war der Nationalismus, eben aufgrund seiner relativen
gedanklichen Armut auch außerordentlich formbar, das heißt: Er konnte
höchst vielfältige Verbindungen entweder mit dem Kapitalismus oder mit
dem Sozialismus eingehen. Auf der einen Seite brachte der
Nationalismus den Chauvinismus hervor, der 1914 den Weltkrieg zwischen
den imperialistischen Mächten entfachte, wie auch den Faschismus, der
1939 den nächsten Weltkrieg entfesselte. Auf der anderen Seite
stiftete er aber auch die revolutionären Befreiungsbewegungen in der
Dritten Welt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Idee der Nation auf der ganzen Welt triumphieren konnte, so
zeigt uns dies, dass zwischen der intellektuellen Qualität und
Reichweite einer Ideologie und ihrer mobilisierender Kraft in der
modernen Welt keinerlei zwingende Korrespondenz besteht.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="geschichte-im-weitwinkel"&gt;
&lt;h2&gt;Geschichte im Weitwinkel&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Es ist diese Sorte von Weitwinkelaufnahme der Geschichte, die ich auch
an Andersons britisch-linkem Kollegen Eric Hobsbawm so schätze; das ist
der, dessen Einschätzung des ersten Krimkriegs (1854-1856) als
„bemerkenswert inkomptetent geführte, internationale Schlächterei”
ich &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/friedensforschung-als-beruf.html"&gt;vor zwei Jahren zitiert&lt;/a&gt; habe; dass dieser erste Krimkrieg, wie
auch seine aktuelle zweite Ausgabe, einfach nur verpfuschter Murks auf
der Basis einer (nochmal Anderson) dürftigen Ideologie sind bzw. waren,
das mag erstmal zum Heulen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zugleich gibt so eine Einsicht auch eine Perspektive auf den mühsamen
&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_den_Proze%C3%9F_der_Zivilisation"&gt;Prozess der Ziviliation&lt;/a&gt;&lt;a class="footnote-reference" href="#elias" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;, die durchaus auch Mut machen kann.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="orig" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Der Artikel ist eine Übersetzung und wohl leichte Kürzung von
&lt;a class="reference external" href="https://newleftreview.org/issues/ii151/articles/perry-anderson-idees-forces"&gt;“Idées-Forces”&lt;/a&gt; (New Left Review 151, Jan/Feb 2025); tatsächlich mag
ich das Layout dort lieber als das bei LMD.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="elias" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Nur für den Fall, dass hier wer eine Positionierung sieht:
Ich mag die Sentenz, aber Norbert Elias' Vorstellung von Zivilisation
ist ganz und gar nicht meine.  Das fängt schon da an, wo in meiner
Zivilisation Scham- und Peinlichkeitsschwellen immer kleinere Rollen
spielen werden.  Oder würden.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#sein-vs-bewusstsein-rechts-und-links" id="id3"&gt;Sein vs. Bewusstsein, rechts und links&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#nationalismus-dunn-und-durftig" id="id4"&gt;Nationalismus: Dünn und Dürftig&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#geschichte-im-weitwinkel" id="id5"&gt;Geschichte im Weitwinkel&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Links Eis, Schokokekse und anderer Verführungskram des Kapitalismus, rechts irgendwelche Kirchen am Roten Platz, dazwischen eine Überblendung." src="/media/2025/seinoderbewusstsein.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;In der &lt;a class="reference external" href="https://monde-diplomatique.de/"&gt;deutschen Le Monde Diplomatique&lt;/a&gt; erschien im Mai ein wirklich
lesenswerter Artikel – ich habe ihn insgesamt vier Mal mehr oder weniger
vollständig gelesen bzw. vorgelesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da die LMD ihr Material nach drei Monaten offen ins Netz stellt, kann
ich ihn jetzt breit empfehlen: &lt;a class="reference external" href="https://monde-diplomatique.de/artikel/!6069440"&gt;Macht der Ideen&lt;/a&gt; von Perry Anderson,
mit dem Untertitel „Vom Christentum bis zum Neoliberalismus”&lt;a class="footnote-reference" href="#orig" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="sein-vs-bewusstsein-rechts-und-links"&gt;
&lt;h2&gt;Sein vs. Bewusstsein, rechts und links&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Perry_Anderson"&gt;Der Autor&lt;/a&gt;, jetzt 86 Jahre alt, kommt aus einer dezidiert linken
Tradition, in der seit Jahrhunderten heiß unter anderem über die Frage
diskutiert wird, ob das „Sein das Bewusstsein bestimmt“ (Marx), ob also
Naturgegebenheiten oder Lebensbedingungen festlegen, wie die Menschen
über die Welt nachdenken, oder ob es, ich rufe dafür immer &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Gramsci"&gt;Gramsci&lt;/a&gt; auf,
nicht vielmehr drauf ankommt, die richtigen Ideen in die Köpfe der
Menschren reinzubekommen und so ihr Handeln und damit am Schluss ihre
Lebensbedingungen zu verändern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einen ersten Aha-Moment mit Andersons Artikel hatte ich bei seiner
Darstellung ganz ähnlicher Debatten auf rechter Seite.  Diese hatten
weniger überraschende Teilnehmer wie Karl Popper und eher unerwartete
Diskutanten wie den Cats-Inspirator &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/T.%20S.%20Eliot"&gt;T.S. Eliot&lt;/a&gt; – den ich allerdings,
da ich nur seine verschrobenen Katzen kannte, auch nicht als
mystizistischen Reaktionär auf dem Zettel hatte, zumal in seinem
Possum-Buch die ganze kitschige &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cats"&gt;Grizabella-Himmelfahrtsgeschichte&lt;/a&gt; gar
nicht vorkommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zurück zum Anderson-Artikel: Wertvoll ist er wegen seines weiten Blicks
auf Fallbeispiele.  Er betrachtet Christentum und Islam, Aufklärung
zwischen Reformation und Gegenreformation, Marxismus und Neoliberalismus
bzw.  allgemeiner Kapitalismustheorien und beschreibt, wie diese jeweils
von den materiellen und sozialen Gegebenheiten gefördert wurden und dann
wieder auf diese zurückgewirkt haben.  Das klingt vielleicht etwas
abstrakt oder theorielastig, aber wer die Welt retten will (oder
jedenfalls dazu beitragen), wird früher oder später auch darüber
nachdenken wollen.  Nach der Lektüre von &lt;a class="reference external" href="https://monde-diplomatique.de/artikel/!6069440"&gt;Andersons Artikel&lt;/a&gt; hat
mensch, glaube ich, deutlich mehr Material, um das vernünftig und
informiert zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="nationalismus-dunn-und-durftig"&gt;
&lt;h2&gt;Nationalismus: Dünn und Dürftig&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wirklich begeistert hat mich aber Andersons Charakterierung der
Idee (zur Ideologie vermag er ja kaum zu reichen) des
Nationalismus als „unvergleichlich dünner und dürftiger” als etwa die
Lehren von Marxismus oder auch der Marktreligion, sowie sein Hinweis,
dass der Nationalismus dennoch erheblich erfolgreicher war als sowohl
Sozialismus als auch Kapitalismus: Praktisch alle Menschen glauben heute
an „ihre Nation”, halten sie für wichtig, und manche wollen für dieses
seltsame und widerspruchsvolle, wenigstens intellektuell &lt;em&gt;dürftige&lt;/em&gt;
Konstrukt sogar sterben und töten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Andersons Worten:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
&lt;p&gt;Als politische Idee wies der Nationalismus von Beginn an zwei
Eigentümlichkeiten auf. Zum einen brachte er nur sehr wenige
bedeutende oder originelle Denker hervor (bis auf wenige Ausnahmen wie
etwa Johann Gottlieb Fichte). Die ausgearbeitete Doktrin war
unvergleichlich dünner und dürftiger als seine beiden ideologischen
Zeitgenossen [Sozialismus und Kapitalismus].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum anderen aber war der Nationalismus, eben aufgrund seiner relativen
gedanklichen Armut auch außerordentlich formbar, das heißt: Er konnte
höchst vielfältige Verbindungen entweder mit dem Kapitalismus oder mit
dem Sozialismus eingehen. Auf der einen Seite brachte der
Nationalismus den Chauvinismus hervor, der 1914 den Weltkrieg zwischen
den imperialistischen Mächten entfachte, wie auch den Faschismus, der
1939 den nächsten Weltkrieg entfesselte. Auf der anderen Seite
stiftete er aber auch die revolutionären Befreiungsbewegungen in der
Dritten Welt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Idee der Nation auf der ganzen Welt triumphieren konnte, so
zeigt uns dies, dass zwischen der intellektuellen Qualität und
Reichweite einer Ideologie und ihrer mobilisierender Kraft in der
modernen Welt keinerlei zwingende Korrespondenz besteht.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="geschichte-im-weitwinkel"&gt;
&lt;h2&gt;Geschichte im Weitwinkel&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Es ist diese Sorte von Weitwinkelaufnahme der Geschichte, die ich auch
an Andersons britisch-linkem Kollegen Eric Hobsbawm so schätze; das ist
der, dessen Einschätzung des ersten Krimkriegs (1854-1856) als
„bemerkenswert inkomptetent geführte, internationale Schlächterei”
ich &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/friedensforschung-als-beruf.html"&gt;vor zwei Jahren zitiert&lt;/a&gt; habe; dass dieser erste Krimkrieg, wie
auch seine aktuelle zweite Ausgabe, einfach nur verpfuschter Murks auf
der Basis einer (nochmal Anderson) dürftigen Ideologie sind bzw. waren,
das mag erstmal zum Heulen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zugleich gibt so eine Einsicht auch eine Perspektive auf den mühsamen
&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_den_Proze%C3%9F_der_Zivilisation"&gt;Prozess der Ziviliation&lt;/a&gt;&lt;a class="footnote-reference" href="#elias" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;, die durchaus auch Mut machen kann.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="orig" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Der Artikel ist eine Übersetzung und wohl leichte Kürzung von
&lt;a class="reference external" href="https://newleftreview.org/issues/ii151/articles/perry-anderson-idees-forces"&gt;“Idées-Forces”&lt;/a&gt; (New Left Review 151, Jan/Feb 2025); tatsächlich mag
ich das Layout dort lieber als das bei LMD.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="elias" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Nur für den Fall, dass hier wer eine Positionierung sieht:
Ich mag die Sentenz, aber Norbert Elias' Vorstellung von Zivilisation
ist ganz und gar nicht meine.  Das fängt schon da an, wo in meiner
Zivilisation Scham- und Peinlichkeitsschwellen immer kleinere Rollen
spielen werden.  Oder würden.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Geschichte"></category><category term="Frieden"></category></entry><entry><title>Upcycling: Zahnbürstenbehälter aus Brauseröhrchen</title><link href="https://blog.tfiu.de/upcycling-zahnburstenbehalter-aus-brauserohrchen.html" rel="alternate"></link><published>2025-08-10T14:00:00+02:00</published><updated>2025-08-10T14:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-08-10:/upcycling-zahnburstenbehalter-aus-brauserohrchen.html</id><summary type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#problem" id="id2"&gt;Problem&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#losung" id="id3"&gt;Lösung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Zwei mit allerlei kommerziellem und medizinoioden Text bedruckte Rollen sind ineinandergesteckt und liegen auf dunklem polierten Granit oder einer ähnlichen Platte." src="/media/2025/buerstenhuelle.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Unfassbar praktisch: Eine Reisehülle für Zahnbürsten, upgecycelt
aus… nun ja.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ich muss mich von diesem Post distanzieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens, weil ich natürlich niemals den Konsum von Brausetabletten
gutheißen würde, schon gar nicht aus Hoffnungen heraus, von ihnen
gesünder zu werden.  Zweitens, weil „Upcycling“ noch mehr ein
realitätsferner Traum ist als Kunststoffrecycling&lt;a class="footnote-reference" href="#quote" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.  Schon
dieses ist ja spätestens nach vierzig Jahren nicht eingehaltener
Versprechen großartiger &amp;lt;&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/antisprache-innovation-teil-1.html"&gt;hust&lt;/a&gt;&amp;gt; „Innovationen“ ziemlich sicher als ein
allein auf Investitionsschutz zielendes Märchen der chemischen Industrie
einzuordnen.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="problem"&gt;
&lt;h2&gt;Problem&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Aber mein aktuelles Upcycling-Projekt löst ein echtes Problem, das
meines Erachtens viele Menschen haben müssten.  Es gibt nämlich keine
kommerziellen Zahnbürstenbehälter mehr.  Jedenfalls finde ich in den
Läden keine mehr.  Wie transportieren Leute ihre Zahnbürsten heute?
Keine Ahnung.  Meine aktuelle Hypothese ist: Sie verwenden Erbstücke aus
früherer Fertigung und haben verloren, wenn sie diese verlieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So jedenfalls ging es mir neulich: Bisher hatte ich einen mit reichlich
Gaffer zusammengeflickten Zahnbürstenbehälter Jahrgang ca. 1975.  Dieser
liegt jedoch bis auf Weiteres bei einer Freundin.  Was tun?&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="losung"&gt;
&lt;h2&gt;Lösung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Tja: Mensch nehme zwei leere Brausetablettenröhrchen.  Ahem.  Ja.
Vielleicht hat ja einE MitbewohnerIn den Inhalt konsumiert?  Lasst uns
das &lt;em&gt;gemeinsam&lt;/em&gt; annehmen, unabhängig davon, ob auch eure
MitbewohnerInnen das hier lesen.  Provenienz beiseite: Zur Verarbeitung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eines der Röhrchen wird das Unterteil.  Es ist nach Entfernen des von
der Fabrik gelieferten Deckels bereits fertig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fürs Oberteil schneidet (ein scharfes Taschenmesser reicht überhall hin,
eine Haushaltssäge arbeitet schonender) mensch ein ca. 8 cm langes Stück
(je nach Zahnbürste: ihr wollt einen Überlapp von vielleicht 3 cm, wenn
alles zusammengeschoben ist) von einem Röhrchen zurecht.  Ebenfalls mit
einem Taschenmesser entfernt mensch aus dessen Zylindermantel einen etwa
3 cm langen und an der Basis 5 mm breiten Keil, so etwa wie auf diesem
Bild:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Der Unterteil von einem Vitaminbrauseröhrchen (Aufschrift „Nahrungsergänzungsmittel Vitamin C“), wie beschrieben abgeschnitten und mit einer keilförmigen Nut versehen." src="/media/2025/buerstenhuelle-deckel.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Profi-Verbesserung: Mit einer Nadel ein Dutzend Löcher in den ehemaligen
Boden und seine Nachbarschaft am Zylindermantel pieken, so dass die
Zahnbürste, wenn sie noch nicht ganz trocken ist, belüftet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dieser Vorbereitung lassen sich die beiden Teile ineinanderstecken,
wenn mensch das Oberteil an der Keilnut zusammendrückt und es ins
Unterteil schiebt, bis die Zahnbürste das weitere Drücken aufhält.  So
entsteht das Bild über diesem Post.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Umsonst dabei: ein, wenn auch etwas wackliger, Ständer für die
Zahnbürste auf Reisen:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein intaktes Vitaminbrauseröhrchen, das auf der geschlossenen Seite steht.  In ihr steckt eine Zahnbürste." src="/media/2025/buerstenhuelle-stehend.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="quote" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;p class="first"&gt;Für 2018 &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Verwertung_von_Kunststoffabf%C3%A4llen"&gt;gibt die die deutsche Wikipedia&lt;/a&gt; derzeit an, dass
aus 6 Mt (ich widerstehe dem SI-Fundamentalismus, aber &lt;em&gt;eigentlich&lt;/em&gt;
würde ich hier gerne Tg schreiben.  Nur: wer würde das als Teragramm
erkennen?) Plastikmüll in der BRD 0.9 Mt Rezyklat gewonnen wurden, und
selbst die Verwendung dieses fast schon vernachlässigbaren Stoffstroms
ist weit vom Recycling-Gedanken weg:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote last"&gt;
Die Rezyklate werden vor allem im Bau-Bereich eingesetzt, bei der
Herstellung von Verpackungen sowie in der Landwirtschaft, im
Fahrzeugbereich oder in der Elektro-/Elektronik-Industrie. Für den
Lebensmittelbereichen kommen so gut wie keine Rezyklate zum Einsatz
[…]&lt;/blockquote&gt;
&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#problem" id="id2"&gt;Problem&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#losung" id="id3"&gt;Lösung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Zwei mit allerlei kommerziellem und medizinoioden Text bedruckte Rollen sind ineinandergesteckt und liegen auf dunklem polierten Granit oder einer ähnlichen Platte." src="/media/2025/buerstenhuelle.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Unfassbar praktisch: Eine Reisehülle für Zahnbürsten, upgecycelt
aus… nun ja.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ich muss mich von diesem Post distanzieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens, weil ich natürlich niemals den Konsum von Brausetabletten
gutheißen würde, schon gar nicht aus Hoffnungen heraus, von ihnen
gesünder zu werden.  Zweitens, weil „Upcycling“ noch mehr ein
realitätsferner Traum ist als Kunststoffrecycling&lt;a class="footnote-reference" href="#quote" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.  Schon
dieses ist ja spätestens nach vierzig Jahren nicht eingehaltener
Versprechen großartiger &amp;lt;&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/antisprache-innovation-teil-1.html"&gt;hust&lt;/a&gt;&amp;gt; „Innovationen“ ziemlich sicher als ein
allein auf Investitionsschutz zielendes Märchen der chemischen Industrie
einzuordnen.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="problem"&gt;
&lt;h2&gt;Problem&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Aber mein aktuelles Upcycling-Projekt löst ein echtes Problem, das
meines Erachtens viele Menschen haben müssten.  Es gibt nämlich keine
kommerziellen Zahnbürstenbehälter mehr.  Jedenfalls finde ich in den
Läden keine mehr.  Wie transportieren Leute ihre Zahnbürsten heute?
Keine Ahnung.  Meine aktuelle Hypothese ist: Sie verwenden Erbstücke aus
früherer Fertigung und haben verloren, wenn sie diese verlieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So jedenfalls ging es mir neulich: Bisher hatte ich einen mit reichlich
Gaffer zusammengeflickten Zahnbürstenbehälter Jahrgang ca. 1975.  Dieser
liegt jedoch bis auf Weiteres bei einer Freundin.  Was tun?&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="losung"&gt;
&lt;h2&gt;Lösung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Tja: Mensch nehme zwei leere Brausetablettenröhrchen.  Ahem.  Ja.
Vielleicht hat ja einE MitbewohnerIn den Inhalt konsumiert?  Lasst uns
das &lt;em&gt;gemeinsam&lt;/em&gt; annehmen, unabhängig davon, ob auch eure
MitbewohnerInnen das hier lesen.  Provenienz beiseite: Zur Verarbeitung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eines der Röhrchen wird das Unterteil.  Es ist nach Entfernen des von
der Fabrik gelieferten Deckels bereits fertig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fürs Oberteil schneidet (ein scharfes Taschenmesser reicht überhall hin,
eine Haushaltssäge arbeitet schonender) mensch ein ca. 8 cm langes Stück
(je nach Zahnbürste: ihr wollt einen Überlapp von vielleicht 3 cm, wenn
alles zusammengeschoben ist) von einem Röhrchen zurecht.  Ebenfalls mit
einem Taschenmesser entfernt mensch aus dessen Zylindermantel einen etwa
3 cm langen und an der Basis 5 mm breiten Keil, so etwa wie auf diesem
Bild:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Der Unterteil von einem Vitaminbrauseröhrchen (Aufschrift „Nahrungsergänzungsmittel Vitamin C“), wie beschrieben abgeschnitten und mit einer keilförmigen Nut versehen." src="/media/2025/buerstenhuelle-deckel.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Profi-Verbesserung: Mit einer Nadel ein Dutzend Löcher in den ehemaligen
Boden und seine Nachbarschaft am Zylindermantel pieken, so dass die
Zahnbürste, wenn sie noch nicht ganz trocken ist, belüftet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dieser Vorbereitung lassen sich die beiden Teile ineinanderstecken,
wenn mensch das Oberteil an der Keilnut zusammendrückt und es ins
Unterteil schiebt, bis die Zahnbürste das weitere Drücken aufhält.  So
entsteht das Bild über diesem Post.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Umsonst dabei: ein, wenn auch etwas wackliger, Ständer für die
Zahnbürste auf Reisen:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein intaktes Vitaminbrauseröhrchen, das auf der geschlossenen Seite steht.  In ihr steckt eine Zahnbürste." src="/media/2025/buerstenhuelle-stehend.jpeg" /&gt;
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aus 6 Mt (ich widerstehe dem SI-Fundamentalismus, aber &lt;em&gt;eigentlich&lt;/em&gt;
würde ich hier gerne Tg schreiben.  Nur: wer würde das als Teragramm
erkennen?) Plastikmüll in der BRD 0.9 Mt Rezyklat gewonnen wurden, und
selbst die Verwendung dieses fast schon vernachlässigbaren Stoffstroms
ist weit vom Recycling-Gedanken weg:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote last"&gt;
Die Rezyklate werden vor allem im Bau-Bereich eingesetzt, bei der
Herstellung von Verpackungen sowie in der Landwirtschaft, im
Fahrzeugbereich oder in der Elektro-/Elektronik-Industrie. Für den
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[…]&lt;/blockquote&gt;
&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="DIY"></category></entry><entry><title>Zur Untauglichkeit von Metriken: Tortenwürfe statt Tortengrafiken</title><link href="https://blog.tfiu.de/zur-untauglichkeit-von-metriken-tortenwurfe-statt-tortengrafiken.html" rel="alternate"></link><published>2025-07-20T15:00:00+02:00</published><updated>2025-07-20T15:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-07-20:/zur-untauglichkeit-von-metriken-tortenwurfe-statt-tortengrafiken.html</id><summary type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Eine Tortengrafik mit albernen Grünverläufen, 99% sind mit „FSK“ markiert, 1% mit „RCDS“." src="/media/2025/2001fachberr.png" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Visualisierte Metriken vergangener Jahre: Die Sitzverteilung der
StudivertreterInnen in den Fakultätsräten nach den Gremienwahlen an
der Uni Heidelberg 2001.  Nur vorsorglich sei betont, dass Zahlen wie
alberne Grafik kein Meinungsbild darstellen. Auch hatten die
VertreterInnen in den Fakultätsräten keine bedeutsamen Stimmen – von
denen aus ihrem Kehlkopf vielleicht abgesehen.  (&lt;a class="reference external" href="http://unimut.stura.uni-heidelberg.de/archiv/um186#art2"&gt;Quelle mit vielen
weiteren absurden Visualisierungen&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Eine eindrucksvolle Illustration des Flügel-Theorems aus &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/nur-zahlen-reicht-selten.html"&gt;dem IMI-Post&lt;/a&gt;
von neulich – „Wenn du genug über deine Metrik weißt, um zuverlässig
Schlüsse ziehen zu können, kannst du die Schlüsse auch ohne die Metrik
ziehen“ – findet sich im Beitrag &lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/social-media-digitale-oeffentlichkeit-tiktok-forschung-100.html"&gt;TikTok im Fokus der Wissenschaft&lt;/a&gt; aus
Forschung aktuell im Deutschlandfunk vom 16. Mai.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Metrik im Beitrag ist die „Reichweite“ auf Tiktok, speziell im
vergangenen Bundestags„wahlkampf“&lt;a class="footnote-reference" href="#quote" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.  Zunächst stellt DLF-Autor
Luca Rehse-Knauf fest, dass der bei der Wahl durchgefallene FDP-Mann
Christian Lindner in dieser Metrik auf Platz zwei steht.  Dann lässt
Rehse-Knauf &lt;a class="reference external" href="https://www.marcus-boesch.de/about/"&gt;Marcus Bösch&lt;/a&gt; von der Uni Münster zu Wort kommen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Wenn man ein bisschen näher hinguckt und die Kontextdaten sich
anschaut, dann entfallen von diesen sechzig Millionen [Klicks auf
entsprechend getaggte Videos, nehme ich an] vierzig Millionen auf ein
einziges Video, und das ist das Video, wo er [Lindner] eine Torte ins
Gesicht bekommen hat. Das heißt, bei diesen Durchschnittswerten muss
man noch mal genauer hingucken.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Sehr schön (mal von der Einschränkung auf „diese Durchschnittswerte“
abgesehen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Übrigens ist Böschs Blog (na gut, er nennt es „Newsletter“)
&lt;a class="reference external" href="https://tiktoktiktoktiktok.substack.com/"&gt;Understanding TikTok&lt;/a&gt; zumindest sehr unterhaltsam; für Menschen, die
sich kommerziellen Rauschmedien verweigern, bietet er allemal
&lt;a class="reference external" href="https://tiktoktiktoktiktok.substack.com/p/141-bombombini-brainrotini"&gt;aufschlussreiche Blicke&lt;/a&gt; (EU-Patrioten, die nationalistische
KI-Filmchen posten?  WTF?) in eine bizarre Welt: Mad Max im Internet.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="quote" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Zum semantischen Gehalt der Anführungszeichen verweise ich
auf &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/ein-brief-an-die-zukunft-aus-dem-jahr-eins-nach-1-5-k.html"&gt;meinen Post vom 10. Februar&lt;/a&gt;.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Eine Tortengrafik mit albernen Grünverläufen, 99% sind mit „FSK“ markiert, 1% mit „RCDS“." src="/media/2025/2001fachberr.png" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Visualisierte Metriken vergangener Jahre: Die Sitzverteilung der
StudivertreterInnen in den Fakultätsräten nach den Gremienwahlen an
der Uni Heidelberg 2001.  Nur vorsorglich sei betont, dass Zahlen wie
alberne Grafik kein Meinungsbild darstellen. Auch hatten die
VertreterInnen in den Fakultätsräten keine bedeutsamen Stimmen – von
denen aus ihrem Kehlkopf vielleicht abgesehen.  (&lt;a class="reference external" href="http://unimut.stura.uni-heidelberg.de/archiv/um186#art2"&gt;Quelle mit vielen
weiteren absurden Visualisierungen&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Eine eindrucksvolle Illustration des Flügel-Theorems aus &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/nur-zahlen-reicht-selten.html"&gt;dem IMI-Post&lt;/a&gt;
von neulich – „Wenn du genug über deine Metrik weißt, um zuverlässig
Schlüsse ziehen zu können, kannst du die Schlüsse auch ohne die Metrik
ziehen“ – findet sich im Beitrag &lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/social-media-digitale-oeffentlichkeit-tiktok-forschung-100.html"&gt;TikTok im Fokus der Wissenschaft&lt;/a&gt; aus
Forschung aktuell im Deutschlandfunk vom 16. Mai.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Metrik im Beitrag ist die „Reichweite“ auf Tiktok, speziell im
vergangenen Bundestags„wahlkampf“&lt;a class="footnote-reference" href="#quote" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.  Zunächst stellt DLF-Autor
Luca Rehse-Knauf fest, dass der bei der Wahl durchgefallene FDP-Mann
Christian Lindner in dieser Metrik auf Platz zwei steht.  Dann lässt
Rehse-Knauf &lt;a class="reference external" href="https://www.marcus-boesch.de/about/"&gt;Marcus Bösch&lt;/a&gt; von der Uni Münster zu Wort kommen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Wenn man ein bisschen näher hinguckt und die Kontextdaten sich
anschaut, dann entfallen von diesen sechzig Millionen [Klicks auf
entsprechend getaggte Videos, nehme ich an] vierzig Millionen auf ein
einziges Video, und das ist das Video, wo er [Lindner] eine Torte ins
Gesicht bekommen hat. Das heißt, bei diesen Durchschnittswerten muss
man noch mal genauer hingucken.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Sehr schön (mal von der Einschränkung auf „diese Durchschnittswerte“
abgesehen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Übrigens ist Böschs Blog (na gut, er nennt es „Newsletter“)
&lt;a class="reference external" href="https://tiktoktiktoktiktok.substack.com/"&gt;Understanding TikTok&lt;/a&gt; zumindest sehr unterhaltsam; für Menschen, die
sich kommerziellen Rauschmedien verweigern, bietet er allemal
&lt;a class="reference external" href="https://tiktoktiktoktiktok.substack.com/p/141-bombombini-brainrotini"&gt;aufschlussreiche Blicke&lt;/a&gt; (EU-Patrioten, die nationalistische
KI-Filmchen posten?  WTF?) in eine bizarre Welt: Mad Max im Internet.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="quote" rules="none"&gt;
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&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</content><category term="Deutschlandfunk"></category><category term="Metriken"></category><category term="UNiMUT"></category></entry><entry><title>Nur Zählen reicht selten</title><link href="https://blog.tfiu.de/nur-zahlen-reicht-selten.html" rel="alternate"></link><published>2025-07-07T17:00:00+02:00</published><updated>2025-07-07T17:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-07-07:/nur-zahlen-reicht-selten.html</id><summary type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
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&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#im-mund-verdreht" id="id7"&gt;Im Mund verdreht&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein rot umrandetes Schild vor Bäumen: „Lebensgefahr/Absolutes Betretungsverbot…“" src="/media/2025/ruestung-toetet.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Vergessene Lehren: Kriegsvorbereitung und Rüstung kostet nicht nur
Geld, sondern auch (Betretungs-) Freiheit und Leben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Gegen die Definition von Messgrößen im Bereich des Zusammenlebens von
Menschen, meist „Kennzahlen“ oder „Metriken“ oder – kurz vor der
Singularität – „Key Performance Indicators“ genannt, wende ich gerne
das Flügel-Theorem ein:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Wenn du genug über deine Metrik weißt, um zuverlässig Schlüsse ziehen
zu können, kannst du die Schlüsse auch ohne die Metrik ziehen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Dieser Satz ist natürlich nur eine schnippische Bemerkung, aber erstens
ist er wahr und zweitens immer wieder interessant illustrierbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Illustrationen sind normalerweise leicht oder schwer gruselig.  Zu
welcher Kategorie mein jüngstes Beispiel gehört, ist wohl
Geschmackssache.  Zu finden ist es jedenfalls im
&lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/hintergrund-100.html?drsearch:date=2025-05-05"&gt;Deutschlandfunk-Hintergrund vom 5. Mai 2025&lt;/a&gt; mit dem dramatisch
fehlfragenden Titel „Aufrüsten in Europa – Wie schnell kann die
Industrie liefern?“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag an sich ist leider nicht &lt;em&gt;mehr&lt;/em&gt; weiter bemerkenswert, auch
wenn ich nach wie vor nicht fassen kann, wie schnell wir uns wieder an
die Erzählung von der eigenen Obrigkeit gewöhnt haben, für deren höhere
Machtentfaltung mensch töten und brandschatzen darf und soll.  Ein paar
Jahre, und zumindest aus dem öffentlich sichtbaren Diskurs ist das Motiv
der &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/falsche-dichotomien.html#bl"&gt;blutigen Hähne&lt;/a&gt; (und ihrer Pläne) verschwunden, der blutigen
Hähne, die ihre Untertanen &lt;em&gt;unfassbarerweise&lt;/em&gt; durch all die Jahrtausende
dazu gebracht haben, einander abzumetzeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mir ist die Erinnerung an die diversen Gedenken zum 100. Jubiläum des
ersten Weltkriegs 2014 (ist es Ironie, dass unsere und die russischen
Hähne genau in dem Jahr den zweiten Krimkrieg angefangen haben?) noch
sehr präsent.  Damals waren sich doch noch alle einig, dass im
Nachhinein niemand mehr nachvollziehen kann, warum Citoyen wie Untertan
an die Richtigkeit und Notwendigkeit ihrer gemeinsamen Orgie des Mordens
glaubten.  Jedenfalls so lange, bis es zu spät war.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="patriotinnen-im-ather"&gt;
&lt;h2&gt;PatriotInnen im Äther&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ganz unerklärbar ist das Vergessen vielleicht nicht, bedenkt mensch,
dass etwa in der DLF-Flaggschiffsendung &lt;em&gt;Informationen am Morgen&lt;/em&gt; zum
Thema praktisch nur noch Personen zu Wort kommen, die rettungslos
Patriotismus („&lt;em&gt;unser&lt;/em&gt; Imperialismus ist die einzige Medizin, die gegen
&lt;em&gt;ihren&lt;/em&gt; Imperialismus hilft“) und Militarismus („wenn die andern nicht
so wollen wie mir, &lt;em&gt;müssen&lt;/em&gt; wir sie zwingen oder töten können“)
verfallen sind.  Das, übrigens, setzte &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/ad-hominem-2.html"&gt;nicht erst&lt;/a&gt; mit der Eskalation
im zweiten Krimkrieg von 2022 ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um die Hurra-Dichte im Programm zu quantifizieren, käme, und hier komme
ich endlich zum eigentlichen Thema zurück, eine mögliche Metrik ins
Spiel: Wie viele MilitaristInnen interviewen die Leute der
DLF-Politikredaktion, und wie viele AntimilitaristInnen?&lt;a class="footnote-reference" href="#anti" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es &lt;em&gt;könnte&lt;/em&gt; sein, dass es beim DLF einen Versuch gibt, für etwas
numerische Ausgeglichenheit in einem abgeschwächteren Sinn zu
sorgen, denn ausgerechnet in dem oben verlinkten Stück zur nationalen
Waffenproduktion kommt eine der profilierteren pazifistischen
Organisationen der Republik zu Wort: die großartige &lt;a class="reference external" href="https://www.imi-online.de/"&gt;Informationsstelle
Militarisierung&lt;/a&gt; (IMI)&lt;a class="footnote-reference" href="#th" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;, von hier schon gelegentlich die Rede war
(&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/vom-toten-und-massenschlachten.html"&gt;2021&lt;/a&gt;, &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/sackgasse-aufrustung-mit-jurgen-wagner.html"&gt;2022&lt;/a&gt;, &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/sport-ist-rechts.html"&gt;2023 per Nachtrag&lt;/a&gt;).  „Da seht ihr, es &lt;em&gt;kommen&lt;/em&gt; auch
Stimmen der Vernunft zu Wort,“ könnte jetzt die zuständige Redaktion
verkünden, „wir hatten im Mai 2025 satte dreißig mordkritische Stimmen
und gerade mal dreihundertzwanzig mordbefürwortende im Programm
und reflektieren damit das Verhältnis der Positionen im Deutschen
Bundestag.“&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="fur-den-krieg"&gt;
&lt;h2&gt;1:10 für den Krieg?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Allein, die Metrik „wie viele Stimmen waren im Programm“ taugt nicht.
Der IMI-Vertreter in der Hintergrund-Sendung äußerte sich nämlich wie
gesendet nicht zu wirklich relevanten Punkten wie:&lt;/p&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;Wir haben selbst jede Menge Angriffskriege geführt (insbesondere wenn
„wir“ den Freien Westen meint; aber &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/schon-mal-was-von-eutm-mozambique-gehort.html"&gt;auch die Friedensmacht EU ist
schon gar nicht schlecht dabei&lt;/a&gt;)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Was ist das für eine bizarre Verschwendung menschlicher Arbeitskraft?
All die Mühe nur, damit SoldatInnen nachher irgendwen effizienter umbringen
können?  Spinnen wir, dass wir unsere ohnehin schon geschundene Natur
noch für so einen Mumpitz vergiften?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Was macht eine solche Trivialisierung („wie schnell liefern?“)
brutalster Gewalt eigentlich mit der Gesellschaft, in der sie
stattfindet?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die Bevölkerung sollte besser mal kein Interesse an der
Machtprojektion ihrer Obrigkeit haben, weil das entweder gleich gegen
sie geht oder jedenfalls an ihre Butter.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Militär ist kein Garant, noch nicht mal ein Förderer der Freiheit, es
ist immer Schule und Instrument der Unterdrückung nach innen und
außen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;In geeignetem Kontext wären nüchterne Aussagen wie diese durchaus aus
dem IMI-Umfeld hörbar; aber ich wäre auch mit irgendwas anderem
zufrieden gewesen, das die Militarisierung der Gesellschaft glaubhaft
kritisiert.&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Rostiger Stacheldraht in einer Vitrine" src="/media/2025/stacheldraht-rudow.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Militär und Paramilitär als Schule und Instrument der Unterdrückung:
Stacheldraht aus einem deutschen Zwangsarbeitslager der 1940er Jahre in
Berlin-Rudow, wie er 2024 in einer Ausstellung im Frankfurter
Archäologischen Museum zur Archäologie der NS-Verbrechen zu sehen war.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="im-mund-verdreht"&gt;
&lt;h2&gt;Im Mund verdreht&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wirklich aus den O-Tönen von IMI-Mitarbeiter Andreas Seifert ausgewählt
hat der DLF-Autor Caspar Dohmen stattdessen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
[Die Rüstungsproduktion in der BRD] ist heute noch ein Viertel von
dem, was man sozusagen mal in den achtziger und neunziger Jahren als
normal erachtete.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;(Subtext IMI: Es gibt Fortschritt. Subtext DLF: Aufrüstung ist der
Normalfall, und unser aktuelles Schwächeln ist brandgefährlich.)&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Man hat sozusagen jeden [Rüstungshersteller] für sich wursteln lassen,
und unter den Innovationssachen ist es tatsächlich so, das hat ja auch
funktioniert.  In Deutschland gibt es unglaublich viele
Technologieträger, und international kauft man bei deutschen Firmen
ein.  Selbst die US-Amerikaner lassen ihre Panzer mit Getrieben aus
Deutschland bestücken, weil das einfach günstiger ist, weil das besser
ist, weil wir da mehr Ahnung haben, als wenn sie das alles bei sich
selber machen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;(Subtext IMI: Guckt mal die furchtbare Kontinuität der Panzerbauer an,
die schon die Tatwerkzeuge für die Wehrmacht geliefert haben, und
beachtet den Filz zwischen Herstellern, Händlern und Vollstreckern des
Todes. Subtext DLF: Wir sind ganz gewaltig wer, und wenn wir unsere
Industrie nur machen lassen, trifft bald wieder mindestens jeder Schuss
einen Russ.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Immerhin: Seifert hat das letzte Wort mit einer Sentenz, die in normalen
Zeiten das Ende aller Überlegungen zur Herstellung von Bomben und
Raketen wäre:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Unsere Rüstungsgüter würden Märkte finden, aber damit exportieren wir
Waffen, von denen wir dann im Zweifelsfall nur wieder über
irgendwelche Kriege in anderen Ländern wieder von ihnen hören
werden.  Ist das sinnvoll?&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Doch auch hier bleibt nach der Sendung, wie sie nun mal war, vom Subtext
der IMI (Rüstungsindustrie zieht zwangsläufig Rüstungsexporte, diese
zwangsläufig Kriege nach sich: hören wir besser auf damit) wenig übrig.
Mir scheint, Dohmen hofft eher auf den Schluss: Lasst uns nicht wieder
in die Falle gehen zu glauben, wir hätten genug Waffen; lasst uns
einfach immer weiter kaufen und das Problem taucht gar nicht auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Moral von diesem Post: Als Metrik ist wie-oft-zitiert nicht gut,
denn viel wesentlicher als die sprechende Person (oder Organisation) ist,
&lt;em&gt;was&lt;/em&gt; gesendet wird.  Mensch kommt also, ebenfalls ganz typisch für diese
Sorte Metrik, ums wirkliche Zuhören nicht rum.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="anti" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Wenn diese Kategorisierung etwas holzschnittartig scheinen
mag: ich denke, als einfacher Test kann die Antwort auf die Frage
dienen: „Soll die deutsche Regierung für ihre Macht töten lassen dürfen
oder nicht?“.  Nach den &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/75-jahre-ohne-militar-costa-rica.html"&gt;Erfahrungen in Costa Rica&lt;/a&gt; finde ich den
Vorschlag naheliegend, etwa ähnlich viele Menschen zu interviewen, die
diese Frage mit Nein beantworten wie solche, die die Idee von Blut für
Macht ganz selbstverständlich finden.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="th" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Peinlich übrigens, dass der DLF die IMI als „Thüringer“
Institution beschreibt.  Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass
Autor Caspar Dohmen nicht mitbekommen hat, dass die IMI seit
Jahrzehnten in Tübingen sitzt.  Wo der Fehler dann lag, kann ich nicht
recht einschätzen: Tippt beim DLF vielleicht wirklich noch wer vom
Diktaphon ab?&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#patriotinnen-im-ather" id="id5"&gt;PatriotInnen im Äther&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#fur-den-krieg" id="id6"&gt;1:10 für den Krieg?&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#im-mund-verdreht" id="id7"&gt;Im Mund verdreht&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein rot umrandetes Schild vor Bäumen: „Lebensgefahr/Absolutes Betretungsverbot…“" src="/media/2025/ruestung-toetet.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Vergessene Lehren: Kriegsvorbereitung und Rüstung kostet nicht nur
Geld, sondern auch (Betretungs-) Freiheit und Leben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Gegen die Definition von Messgrößen im Bereich des Zusammenlebens von
Menschen, meist „Kennzahlen“ oder „Metriken“ oder – kurz vor der
Singularität – „Key Performance Indicators“ genannt, wende ich gerne
das Flügel-Theorem ein:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Wenn du genug über deine Metrik weißt, um zuverlässig Schlüsse ziehen
zu können, kannst du die Schlüsse auch ohne die Metrik ziehen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Dieser Satz ist natürlich nur eine schnippische Bemerkung, aber erstens
ist er wahr und zweitens immer wieder interessant illustrierbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Illustrationen sind normalerweise leicht oder schwer gruselig.  Zu
welcher Kategorie mein jüngstes Beispiel gehört, ist wohl
Geschmackssache.  Zu finden ist es jedenfalls im
&lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/hintergrund-100.html?drsearch:date=2025-05-05"&gt;Deutschlandfunk-Hintergrund vom 5. Mai 2025&lt;/a&gt; mit dem dramatisch
fehlfragenden Titel „Aufrüsten in Europa – Wie schnell kann die
Industrie liefern?“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag an sich ist leider nicht &lt;em&gt;mehr&lt;/em&gt; weiter bemerkenswert, auch
wenn ich nach wie vor nicht fassen kann, wie schnell wir uns wieder an
die Erzählung von der eigenen Obrigkeit gewöhnt haben, für deren höhere
Machtentfaltung mensch töten und brandschatzen darf und soll.  Ein paar
Jahre, und zumindest aus dem öffentlich sichtbaren Diskurs ist das Motiv
der &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/falsche-dichotomien.html#bl"&gt;blutigen Hähne&lt;/a&gt; (und ihrer Pläne) verschwunden, der blutigen
Hähne, die ihre Untertanen &lt;em&gt;unfassbarerweise&lt;/em&gt; durch all die Jahrtausende
dazu gebracht haben, einander abzumetzeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mir ist die Erinnerung an die diversen Gedenken zum 100. Jubiläum des
ersten Weltkriegs 2014 (ist es Ironie, dass unsere und die russischen
Hähne genau in dem Jahr den zweiten Krimkrieg angefangen haben?) noch
sehr präsent.  Damals waren sich doch noch alle einig, dass im
Nachhinein niemand mehr nachvollziehen kann, warum Citoyen wie Untertan
an die Richtigkeit und Notwendigkeit ihrer gemeinsamen Orgie des Mordens
glaubten.  Jedenfalls so lange, bis es zu spät war.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="patriotinnen-im-ather"&gt;
&lt;h2&gt;PatriotInnen im Äther&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ganz unerklärbar ist das Vergessen vielleicht nicht, bedenkt mensch,
dass etwa in der DLF-Flaggschiffsendung &lt;em&gt;Informationen am Morgen&lt;/em&gt; zum
Thema praktisch nur noch Personen zu Wort kommen, die rettungslos
Patriotismus („&lt;em&gt;unser&lt;/em&gt; Imperialismus ist die einzige Medizin, die gegen
&lt;em&gt;ihren&lt;/em&gt; Imperialismus hilft“) und Militarismus („wenn die andern nicht
so wollen wie mir, &lt;em&gt;müssen&lt;/em&gt; wir sie zwingen oder töten können“)
verfallen sind.  Das, übrigens, setzte &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/ad-hominem-2.html"&gt;nicht erst&lt;/a&gt; mit der Eskalation
im zweiten Krimkrieg von 2022 ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um die Hurra-Dichte im Programm zu quantifizieren, käme, und hier komme
ich endlich zum eigentlichen Thema zurück, eine mögliche Metrik ins
Spiel: Wie viele MilitaristInnen interviewen die Leute der
DLF-Politikredaktion, und wie viele AntimilitaristInnen?&lt;a class="footnote-reference" href="#anti" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es &lt;em&gt;könnte&lt;/em&gt; sein, dass es beim DLF einen Versuch gibt, für etwas
numerische Ausgeglichenheit in einem abgeschwächteren Sinn zu
sorgen, denn ausgerechnet in dem oben verlinkten Stück zur nationalen
Waffenproduktion kommt eine der profilierteren pazifistischen
Organisationen der Republik zu Wort: die großartige &lt;a class="reference external" href="https://www.imi-online.de/"&gt;Informationsstelle
Militarisierung&lt;/a&gt; (IMI)&lt;a class="footnote-reference" href="#th" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;, von hier schon gelegentlich die Rede war
(&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/vom-toten-und-massenschlachten.html"&gt;2021&lt;/a&gt;, &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/sackgasse-aufrustung-mit-jurgen-wagner.html"&gt;2022&lt;/a&gt;, &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/sport-ist-rechts.html"&gt;2023 per Nachtrag&lt;/a&gt;).  „Da seht ihr, es &lt;em&gt;kommen&lt;/em&gt; auch
Stimmen der Vernunft zu Wort,“ könnte jetzt die zuständige Redaktion
verkünden, „wir hatten im Mai 2025 satte dreißig mordkritische Stimmen
und gerade mal dreihundertzwanzig mordbefürwortende im Programm
und reflektieren damit das Verhältnis der Positionen im Deutschen
Bundestag.“&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="fur-den-krieg"&gt;
&lt;h2&gt;1:10 für den Krieg?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Allein, die Metrik „wie viele Stimmen waren im Programm“ taugt nicht.
Der IMI-Vertreter in der Hintergrund-Sendung äußerte sich nämlich wie
gesendet nicht zu wirklich relevanten Punkten wie:&lt;/p&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;Wir haben selbst jede Menge Angriffskriege geführt (insbesondere wenn
„wir“ den Freien Westen meint; aber &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/schon-mal-was-von-eutm-mozambique-gehort.html"&gt;auch die Friedensmacht EU ist
schon gar nicht schlecht dabei&lt;/a&gt;)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Was ist das für eine bizarre Verschwendung menschlicher Arbeitskraft?
All die Mühe nur, damit SoldatInnen nachher irgendwen effizienter umbringen
können?  Spinnen wir, dass wir unsere ohnehin schon geschundene Natur
noch für so einen Mumpitz vergiften?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Was macht eine solche Trivialisierung („wie schnell liefern?“)
brutalster Gewalt eigentlich mit der Gesellschaft, in der sie
stattfindet?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die Bevölkerung sollte besser mal kein Interesse an der
Machtprojektion ihrer Obrigkeit haben, weil das entweder gleich gegen
sie geht oder jedenfalls an ihre Butter.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Militär ist kein Garant, noch nicht mal ein Förderer der Freiheit, es
ist immer Schule und Instrument der Unterdrückung nach innen und
außen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;In geeignetem Kontext wären nüchterne Aussagen wie diese durchaus aus
dem IMI-Umfeld hörbar; aber ich wäre auch mit irgendwas anderem
zufrieden gewesen, das die Militarisierung der Gesellschaft glaubhaft
kritisiert.&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Rostiger Stacheldraht in einer Vitrine" src="/media/2025/stacheldraht-rudow.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Militär und Paramilitär als Schule und Instrument der Unterdrückung:
Stacheldraht aus einem deutschen Zwangsarbeitslager der 1940er Jahre in
Berlin-Rudow, wie er 2024 in einer Ausstellung im Frankfurter
Archäologischen Museum zur Archäologie der NS-Verbrechen zu sehen war.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="im-mund-verdreht"&gt;
&lt;h2&gt;Im Mund verdreht&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wirklich aus den O-Tönen von IMI-Mitarbeiter Andreas Seifert ausgewählt
hat der DLF-Autor Caspar Dohmen stattdessen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
[Die Rüstungsproduktion in der BRD] ist heute noch ein Viertel von
dem, was man sozusagen mal in den achtziger und neunziger Jahren als
normal erachtete.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;(Subtext IMI: Es gibt Fortschritt. Subtext DLF: Aufrüstung ist der
Normalfall, und unser aktuelles Schwächeln ist brandgefährlich.)&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Man hat sozusagen jeden [Rüstungshersteller] für sich wursteln lassen,
und unter den Innovationssachen ist es tatsächlich so, das hat ja auch
funktioniert.  In Deutschland gibt es unglaublich viele
Technologieträger, und international kauft man bei deutschen Firmen
ein.  Selbst die US-Amerikaner lassen ihre Panzer mit Getrieben aus
Deutschland bestücken, weil das einfach günstiger ist, weil das besser
ist, weil wir da mehr Ahnung haben, als wenn sie das alles bei sich
selber machen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;(Subtext IMI: Guckt mal die furchtbare Kontinuität der Panzerbauer an,
die schon die Tatwerkzeuge für die Wehrmacht geliefert haben, und
beachtet den Filz zwischen Herstellern, Händlern und Vollstreckern des
Todes. Subtext DLF: Wir sind ganz gewaltig wer, und wenn wir unsere
Industrie nur machen lassen, trifft bald wieder mindestens jeder Schuss
einen Russ.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Immerhin: Seifert hat das letzte Wort mit einer Sentenz, die in normalen
Zeiten das Ende aller Überlegungen zur Herstellung von Bomben und
Raketen wäre:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Unsere Rüstungsgüter würden Märkte finden, aber damit exportieren wir
Waffen, von denen wir dann im Zweifelsfall nur wieder über
irgendwelche Kriege in anderen Ländern wieder von ihnen hören
werden.  Ist das sinnvoll?&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Doch auch hier bleibt nach der Sendung, wie sie nun mal war, vom Subtext
der IMI (Rüstungsindustrie zieht zwangsläufig Rüstungsexporte, diese
zwangsläufig Kriege nach sich: hören wir besser auf damit) wenig übrig.
Mir scheint, Dohmen hofft eher auf den Schluss: Lasst uns nicht wieder
in die Falle gehen zu glauben, wir hätten genug Waffen; lasst uns
einfach immer weiter kaufen und das Problem taucht gar nicht auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Moral von diesem Post: Als Metrik ist wie-oft-zitiert nicht gut,
denn viel wesentlicher als die sprechende Person (oder Organisation) ist,
&lt;em&gt;was&lt;/em&gt; gesendet wird.  Mensch kommt also, ebenfalls ganz typisch für diese
Sorte Metrik, ums wirkliche Zuhören nicht rum.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="anti" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Wenn diese Kategorisierung etwas holzschnittartig scheinen
mag: ich denke, als einfacher Test kann die Antwort auf die Frage
dienen: „Soll die deutsche Regierung für ihre Macht töten lassen dürfen
oder nicht?“.  Nach den &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/75-jahre-ohne-militar-costa-rica.html"&gt;Erfahrungen in Costa Rica&lt;/a&gt; finde ich den
Vorschlag naheliegend, etwa ähnlich viele Menschen zu interviewen, die
diese Frage mit Nein beantworten wie solche, die die Idee von Blut für
Macht ganz selbstverständlich finden.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="th" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Peinlich übrigens, dass der DLF die IMI als „Thüringer“
Institution beschreibt.  Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass
Autor Caspar Dohmen nicht mitbekommen hat, dass die IMI seit
Jahrzehnten in Tübingen sitzt.  Wo der Fehler dann lag, kann ich nicht
recht einschätzen: Tippt beim DLF vielleicht wirklich noch wer vom
Diktaphon ab?&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Deutschlandfunk"></category><category term="Metriken"></category><category term="Frieden"></category></entry><entry><title>Sicherheitstechnische Gründe?</title><link href="https://blog.tfiu.de/sicherheitstechnische-grunde.html" rel="alternate"></link><published>2025-06-24T17:00:00+02:00</published><updated>2025-06-24T17:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-06-24:/sicherheitstechnische-grunde.html</id><summary type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Auf einem roten Hintergrund steht: „Öffnungszeiten Panoramaaufzug (irgendwas)/Bei Gewitter ist der Aufzug aus sicherheitstechnischen Gründen nicht nutzbar“." src="/media/2025/sicherheitstechnisch.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Als ich dieses Schild an einem Aufzug in Erfurt gesehen habe, fand
ich, mensch könne viel daraus lernen.  Ungefähr davon handelt dieser
Post.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;In Erfurt kann mensch bequem im &lt;a class="reference external" href="https://www.openstreetmap.org/?mlat=50.977703&amp;amp;mlon=11.021033#map=19/50.977703/11.021033"&gt;Aufzug&lt;/a&gt; auf die Bastion am Petersberg
hochfahren&lt;a class="footnote-reference" href="#deser" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;, was zu einem hübschen Aussichtspunkt führt; die
gut zehn Meter, die der Aufzug überwindet, machen einen erheblichen
Unterschied im Überblick aus.  Ohne Probleme ist von dort oben zum
Beispiel bei passendem Wetter der Glockenturm des Buchenwald-Denkmals
am Weimarer Ettersberg auszumachen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihr dürft die Fahrt aber offenbar nicht während eines Gewitters
versuchen; jedenfalls warnt davor (realistisch: verbietet das) das oben
abgebildete Schild in der Maschine: „Bei Gewitter ist der Aufzug aus
sicherheitstechnischen Gründen nicht nutzbar.“  Nennt mich empfindlich,
aber das Schild hat mich ein wenig provoziert.  Zugestanden: An sich ist
es ja gut, wenn Verbote gleich vor Ort begründet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber es ist erstens bereits etwas wieselig, wenn sich, wer immer das
Schild montieren hat lassen, um die Tatsache des Verbots mit einem
apodiktischen „nicht &lt;em&gt;nutzbar&lt;/em&gt;“ herummogelt.  Nutz&lt;em&gt;bar&lt;/em&gt; käme in Frage,
wenn etwa die starken elektrischen Felder des Gewitters den Motor
störten.  Aber das ist gewiss nicht der Fall.  In Wirklichkeit sollte
dort der Ehrlichkeit halber stehen: „Bei Gewitter ist die Nutzung des
Aufzugs verboten“.&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Bergzug (der Ettersberg) etwas im Dunst verblasst hinter den obersten Fenstern von ein paar Mietshäusern im Vordergrund.  Am Hang des Bergzugs ist ein Turm zu erkennen." src="/media/2025/buchenwald-glockenturm.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Vom oberen Ende des Aufzugs aus sind der Ettersberg und der
Buchenwald-Glockenturm zu sehen&lt;a class="footnote-reference" href="#topf" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Doch hätte mich diese kleine Wieselei allein nicht an die Tastatur
getrieben.  Nein, Schuld an diesem Post hat der Inhalt der Begründung,
so erfreulich ihr Vorhandensein zunächst auch sein mag.  Wieder könnt
ihr mich pingelig nennen, weil mich so kleine Details stören.  Aber ich
behaupte, starke Gründe zu haben.  Die verrate ich allerdings erst am
Schluss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn zweitens wäre das „sicherheitstechnisch“ der Gründe richtig, wenn
bei Gewitter die &lt;em&gt;Sicherheitstechnik&lt;/em&gt; (also, sagen wir, die Notbremse)
nicht funktionieren würde.  Dafür kann ich keinen plausiblen Mechanismus
erkennen.  Klar: Die Bremse könnte nicht funktionieren, wenn es draußen
nass ist, aber dann wäre das Kriterium Regen und nicht Gewitter, und ich
kann mir auch nicht vorstellen, dass der TÜV sowas abnehmen würde
(&lt;a class="reference external" href="http://sofo-hd.de/ext/memOTD?day=25&amp;amp;month=1&amp;amp;year=2019"&gt;obwohl&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lasst mich stattdessen experimentell kurz die „Sicherheit“ streichen:
„Technische Gründe“ würden ähnlich wie „nicht nutzbar“ letztlich
behaupten, dass die ganze Maschinerie (und nicht nur die
Sicherungsmaßnahmen) bei Gewitter einfach nicht funktioniert.  Ich wette
hohe Quoten, dass dem nicht so ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es bleibt: „Aus Sicherheitsgründen“.  Das ist glaubhaft, angefangen
davon, dass Gewitter immer noch ein erhebliches Risiko für Stromausfälle
mit sich bringen und mensch nicht mitten während der Fahrt
steckenbleiben will (auch wenn das in der Glaskonstruktion gerade bei
Gewitter bestimmt ein Erlebnis wäre).  Wahrscheinlich wäre es weiter
sehr ungesund, wenn ein Blitz gerade dann in die Konstruktion einschlägt,
während mensch ein- oder aussteigt, und sicher treffen das
aufragende Stahlgebilde deutlich mehr Blitze als irgendeine Stelle am,
sagen wir, benachbarten Domplatz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Warum aber hat da nun irgendwer das „technisch“ reingeschrieben?  Ich
weiß es natürlich nicht, aber ich &lt;em&gt;vermute&lt;/em&gt; eine Parallele zu, und hier
kommen wir zum eigentlichen Grund für diesen Post,
„datenschutzrechtlichen Gründen“: Da will sich wer durch Extrawörter
distanzieren.  Das ist bei „sicherheitstechnisch“ genau betrachtet
vielleicht kein schlechtes Zeichen für den Zustand der Gesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei „datenschutzrechtlich“ wird es ziemlich furchtbar.  Wer sowas sagt,
hat sich entweder etwas gedankenlos anstecken lassen – oder distanziert
sich recht explizit vom Datenschutz.  Denn eigentlich geht es ja, wenn
du irgendwelche Daten verarbeitest oder besser es nicht tust, nicht in
erster Linie ums einfache Recht, sondern mindestens um Grundrechte,
konkret etwa um die Selbstbestimmung (&amp;lt;hust&amp;gt; „Würde“) etwaiger
Speicheropfer.  Du sollst, so spricht I/O, die Göttin der Informatik,
unethische DV nicht lassen, weil sie verboten ist, sondern weil sie
unethisch ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Datenschutzrechtliche Gründe“ klingt nach „Ich würds ja machen, aber
die fiesen Gesetze lassen mich nicht“.  „Datenschutzgründe“ hingegen
heißt: „Menschen, die ihre Mitmenschen gut leiden können, tun sowas
nicht“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zumindest &lt;em&gt;ich&lt;/em&gt; weiß, welche der beiden Nachrichten ich senden will.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="deser" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Wenn ihr dort seid, besucht doch auch das &lt;a class="reference external" href="https://www.openstreetmap.org/?mlat=50.978304&amp;amp;mlon=11.020577#map=19/50.978304/11.020577"&gt;Denkmal
für den unbekannten Wehrmachtsdeserteur&lt;/a&gt;.  Es ist zwar etwas schade,
dass das Gedenken dort auf Menschen eingeschränkt ist, die genau nur
den NS-Streitkräften den Rücken gekehrt haben, fast als sei Morden für
Macht anderweitig möglicherweise eine gute Idee.  Aber es ist schon
mal großartig, überhaupt Menschen daran zu erinnern, dass Desertion
nicht nur möglich, sondern auch lobenswert ist.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="topf" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Dieser Blick eröffnete sich übrigens auch &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt%20Pr%C3%BCfer"&gt;Kurt Prüfer&lt;/a&gt;
an seinem Zeichenbrett im dritten Stock des (noch stehenden)
Verwaltungsgebäudes der Maschinenbaufirma Topf und Söhne.  Prüfer
war der Ingenieur, der die Hochleistungskrematorien in Buchenwald und
Auschwitz entwickelt hat.  Das ist nachzuvollziehen im sehr
empfehlenswerten &lt;a class="reference external" href="https://www.topfundsoehne.de/ts/de/index.html"&gt;Erinnerungsort Topf und Söhne&lt;/a&gt;, ein paar Schritte
vom Erfurter Bahnhof entfernt.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Auf einem roten Hintergrund steht: „Öffnungszeiten Panoramaaufzug (irgendwas)/Bei Gewitter ist der Aufzug aus sicherheitstechnischen Gründen nicht nutzbar“." src="/media/2025/sicherheitstechnisch.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Als ich dieses Schild an einem Aufzug in Erfurt gesehen habe, fand
ich, mensch könne viel daraus lernen.  Ungefähr davon handelt dieser
Post.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;In Erfurt kann mensch bequem im &lt;a class="reference external" href="https://www.openstreetmap.org/?mlat=50.977703&amp;amp;mlon=11.021033#map=19/50.977703/11.021033"&gt;Aufzug&lt;/a&gt; auf die Bastion am Petersberg
hochfahren&lt;a class="footnote-reference" href="#deser" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;, was zu einem hübschen Aussichtspunkt führt; die
gut zehn Meter, die der Aufzug überwindet, machen einen erheblichen
Unterschied im Überblick aus.  Ohne Probleme ist von dort oben zum
Beispiel bei passendem Wetter der Glockenturm des Buchenwald-Denkmals
am Weimarer Ettersberg auszumachen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihr dürft die Fahrt aber offenbar nicht während eines Gewitters
versuchen; jedenfalls warnt davor (realistisch: verbietet das) das oben
abgebildete Schild in der Maschine: „Bei Gewitter ist der Aufzug aus
sicherheitstechnischen Gründen nicht nutzbar.“  Nennt mich empfindlich,
aber das Schild hat mich ein wenig provoziert.  Zugestanden: An sich ist
es ja gut, wenn Verbote gleich vor Ort begründet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber es ist erstens bereits etwas wieselig, wenn sich, wer immer das
Schild montieren hat lassen, um die Tatsache des Verbots mit einem
apodiktischen „nicht &lt;em&gt;nutzbar&lt;/em&gt;“ herummogelt.  Nutz&lt;em&gt;bar&lt;/em&gt; käme in Frage,
wenn etwa die starken elektrischen Felder des Gewitters den Motor
störten.  Aber das ist gewiss nicht der Fall.  In Wirklichkeit sollte
dort der Ehrlichkeit halber stehen: „Bei Gewitter ist die Nutzung des
Aufzugs verboten“.&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Bergzug (der Ettersberg) etwas im Dunst verblasst hinter den obersten Fenstern von ein paar Mietshäusern im Vordergrund.  Am Hang des Bergzugs ist ein Turm zu erkennen." src="/media/2025/buchenwald-glockenturm.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Vom oberen Ende des Aufzugs aus sind der Ettersberg und der
Buchenwald-Glockenturm zu sehen&lt;a class="footnote-reference" href="#topf" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Doch hätte mich diese kleine Wieselei allein nicht an die Tastatur
getrieben.  Nein, Schuld an diesem Post hat der Inhalt der Begründung,
so erfreulich ihr Vorhandensein zunächst auch sein mag.  Wieder könnt
ihr mich pingelig nennen, weil mich so kleine Details stören.  Aber ich
behaupte, starke Gründe zu haben.  Die verrate ich allerdings erst am
Schluss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn zweitens wäre das „sicherheitstechnisch“ der Gründe richtig, wenn
bei Gewitter die &lt;em&gt;Sicherheitstechnik&lt;/em&gt; (also, sagen wir, die Notbremse)
nicht funktionieren würde.  Dafür kann ich keinen plausiblen Mechanismus
erkennen.  Klar: Die Bremse könnte nicht funktionieren, wenn es draußen
nass ist, aber dann wäre das Kriterium Regen und nicht Gewitter, und ich
kann mir auch nicht vorstellen, dass der TÜV sowas abnehmen würde
(&lt;a class="reference external" href="http://sofo-hd.de/ext/memOTD?day=25&amp;amp;month=1&amp;amp;year=2019"&gt;obwohl&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lasst mich stattdessen experimentell kurz die „Sicherheit“ streichen:
„Technische Gründe“ würden ähnlich wie „nicht nutzbar“ letztlich
behaupten, dass die ganze Maschinerie (und nicht nur die
Sicherungsmaßnahmen) bei Gewitter einfach nicht funktioniert.  Ich wette
hohe Quoten, dass dem nicht so ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es bleibt: „Aus Sicherheitsgründen“.  Das ist glaubhaft, angefangen
davon, dass Gewitter immer noch ein erhebliches Risiko für Stromausfälle
mit sich bringen und mensch nicht mitten während der Fahrt
steckenbleiben will (auch wenn das in der Glaskonstruktion gerade bei
Gewitter bestimmt ein Erlebnis wäre).  Wahrscheinlich wäre es weiter
sehr ungesund, wenn ein Blitz gerade dann in die Konstruktion einschlägt,
während mensch ein- oder aussteigt, und sicher treffen das
aufragende Stahlgebilde deutlich mehr Blitze als irgendeine Stelle am,
sagen wir, benachbarten Domplatz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Warum aber hat da nun irgendwer das „technisch“ reingeschrieben?  Ich
weiß es natürlich nicht, aber ich &lt;em&gt;vermute&lt;/em&gt; eine Parallele zu, und hier
kommen wir zum eigentlichen Grund für diesen Post,
„datenschutzrechtlichen Gründen“: Da will sich wer durch Extrawörter
distanzieren.  Das ist bei „sicherheitstechnisch“ genau betrachtet
vielleicht kein schlechtes Zeichen für den Zustand der Gesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei „datenschutzrechtlich“ wird es ziemlich furchtbar.  Wer sowas sagt,
hat sich entweder etwas gedankenlos anstecken lassen – oder distanziert
sich recht explizit vom Datenschutz.  Denn eigentlich geht es ja, wenn
du irgendwelche Daten verarbeitest oder besser es nicht tust, nicht in
erster Linie ums einfache Recht, sondern mindestens um Grundrechte,
konkret etwa um die Selbstbestimmung (&amp;lt;hust&amp;gt; „Würde“) etwaiger
Speicheropfer.  Du sollst, so spricht I/O, die Göttin der Informatik,
unethische DV nicht lassen, weil sie verboten ist, sondern weil sie
unethisch ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Datenschutzrechtliche Gründe“ klingt nach „Ich würds ja machen, aber
die fiesen Gesetze lassen mich nicht“.  „Datenschutzgründe“ hingegen
heißt: „Menschen, die ihre Mitmenschen gut leiden können, tun sowas
nicht“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zumindest &lt;em&gt;ich&lt;/em&gt; weiß, welche der beiden Nachrichten ich senden will.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="deser" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Wenn ihr dort seid, besucht doch auch das &lt;a class="reference external" href="https://www.openstreetmap.org/?mlat=50.978304&amp;amp;mlon=11.020577#map=19/50.978304/11.020577"&gt;Denkmal
für den unbekannten Wehrmachtsdeserteur&lt;/a&gt;.  Es ist zwar etwas schade,
dass das Gedenken dort auf Menschen eingeschränkt ist, die genau nur
den NS-Streitkräften den Rücken gekehrt haben, fast als sei Morden für
Macht anderweitig möglicherweise eine gute Idee.  Aber es ist schon
mal großartig, überhaupt Menschen daran zu erinnern, dass Desertion
nicht nur möglich, sondern auch lobenswert ist.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="topf" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Dieser Blick eröffnete sich übrigens auch &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt%20Pr%C3%BCfer"&gt;Kurt Prüfer&lt;/a&gt;
an seinem Zeichenbrett im dritten Stock des (noch stehenden)
Verwaltungsgebäudes der Maschinenbaufirma Topf und Söhne.  Prüfer
war der Ingenieur, der die Hochleistungskrematorien in Buchenwald und
Auschwitz entwickelt hat.  Das ist nachzuvollziehen im sehr
empfehlenswerten &lt;a class="reference external" href="https://www.topfundsoehne.de/ts/de/index.html"&gt;Erinnerungsort Topf und Söhne&lt;/a&gt;, ein paar Schritte
vom Erfurter Bahnhof entfernt.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</content><category term="Sprache"></category><category term="Datenschutz"></category><category term="Unterwegs"></category><category term="Frieden"></category><category term="Geschichte"></category></entry><entry><title>On the Acela from Boston to Washington</title><link href="https://blog.tfiu.de/on-the-acela-from-boston-to-washington.html" rel="alternate"></link><published>2025-05-31T13:00:00+02:00</published><updated>2025-05-31T13:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-05-31:/on-the-acela-from-boston-to-washington.html</id><summary type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#at-the-south-station" id="id2"&gt;At the South Station&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#on-the-train" id="id3"&gt;On the Train&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#passenger-information-in-connecticut" id="id4"&gt;Passenger Information in Connecticut&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#towards-new-york" id="id5"&gt;Towards New York&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#the-displays-awake" id="id6"&gt;The Displays Awake&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#scary-thoughts" id="id7"&gt;Scary Thoughts&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#washington" id="id8"&gt;Washington&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="the front of a modern train engine, rather streamlined.  Near its nose, it says „Amtrak”." src="/media/2025/the-tgvs-sister.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;The TGV's sister: an engine of an Acela trainset.  The photo shows it
in Washington's Union Station, after it has just pulled us all the way
from Boston.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;[9:50 EDT] I'll be &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/a-db-user-on-amtrak.html"&gt;riding Amtrack again&lt;/a&gt;!  In contrast to my 2023
trip, which in many ways felt like I was in a time bubble preserving the
1970ies, what with mighty diesel engines and cozy sleeper cars, this
time it &lt;em&gt;could&lt;/em&gt; feel like the age of high-speed trains: I'll be riding
the &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Acela"&gt;Acela&lt;/a&gt; from Boston's South Station all the way to Washington, DC.
Electric engines and all.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="at-the-south-station"&gt;
&lt;h2&gt;At the South Station&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;For now, though, I'm in Boston's South station, which has a rather odd
dicotomy: The entrance hall looks like a medium-size, 21st century
shopping mall, albeit with an unusual amount of consumer stress-less
seating.  If, on the other hand, you manage to find the trains (it's not
all trivial; try the hatch below the right end of the huge ad at the
back wall), you are back in rather less glitzy times:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Grafittied concrete pillars holding up a low concrete ceiling; rails and train platforms with two somewhat dinosaur-looking trains on them." src="/media/2025/south-station.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Don't get me wrong: I like it less glitzy.  Still, the contrast &lt;em&gt;is&lt;/em&gt;
striking, coming from the lofty, bright mall to the platforms with their
low, dark ceiling.   What is particularly odd about it is that the
diesel exhaust fumes are emitted towards the low ceilings, not the high
ones.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Coming back to the glitzy part of the station, it was the wifi that
again sent me back about 15 years.  You see, back then most everyone
operating a public wifi access point obsessed about which ports to
block, starting with port 25, which was a spammers' favourite.
Fortunately, that is by and large over.  It's been a while since I last
encountered a network that would block port 22 (ssh; that's the one I
care about the most) outgoing.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Well, that is until today in Boston's South Station.  Amtrack's wifi
only lets out http and https for all I can see; I couldn't even fetch
mail via pop3, let alone phone home via SIP/RTP.  Slightly incredulous,
I switched to a network provided by the big CVS (a chain of chemist's
stores) here in the station.  About the same thing.  Then there's
an open MassIT-public network, the captive portal of which redirects to
a page that's a 404.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eventually, I ended up typing some e-mail address into the captive
portal of the network of the Tavern in the Square.  That, finally, was
reasonably unencumbered.  Hmpf.  Dear Amtrak, please just do like
(almost) everyone else has in the past 15 years and cut out the stilly
port blocks.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="on-the-train"&gt;
&lt;h2&gt;On the Train&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;[11:40] Time bubble: the Acela is a bit like the &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Trans_Europ_Express"&gt;TEE&lt;/a&gt; of the 1960ies in
that it claims to not have a “normal” seating area, just “business
class” and “first class”.  This is of course 100% silly marketing.
Sure, you have, by European standards, legroom galore, but that's no
different from the coach class I &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/a-db-user-on-amtrak.html#legroom-galore"&gt;travelled in to Chicago&lt;/a&gt;; the
seats feel very much the same all around.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On the plus side, the Acela windows are much larger than in Amtrak's
Amfleet and Superliner cars I rode in in 2023.  But – for reasons I
cannot begin to fathom – Amtrak quite clearly still is trying to imitate
air travel's look and feel.  They actually have overhead baggage
compartments with doors:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="The interior of an open railway car; a long line of locker doors lines the ceiling." src="/media/2025/acela-lockers.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Given the regular occurrence of turbulences, I can totally understand
why airlines have the complicated baggage stores they have.  But on a
train?  In many tens of thousands of kilometers of riding in passenger
cars with open racks for storing baggage, I cannot remember a single
instance of when a piece of baggage came loose.  No: I'm sure someone
&lt;em&gt;wanted&lt;/em&gt; this to look like you are in a plane. Which would suggest that
there are actually people feeling good about air travel.  Odd.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;And talking about creature comforts, air conditioning in this train is a
nightmare; they refrigerate the car to something like 18 degrees
centigrade.  So, don't forget blankets if you ride the Acela in summer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Talking about air: just now [12:05] it started to smell of brakes and
diesel or kerosene or whatever in the car, and the train came to a stop
in the midst of nowhere, perhaps 20 minutes out of Providence, RI.  And
then ventilation started up big time.  Hm.  Some sort of announcement of
what's going on would be good service, I have to say.  [12:10] Ah, the
announcement came, but I did not understand the explanation given (there
was something about “power cord“ and “inspecting the train“, but that
wasn't enough for me to form a theory).  The signal to noise ratio for
announcements while the blowers are still running on high is rather on
the low side.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[added a bit later] As a matter of fact, Amtrack also sent emails to the
passengers they knew about.  Here's what that said:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Mechanical Assessment: As of 12:21 PM ET, �Acela 2253 is currently
experiencing a delay west of Providence (PVD) while the crew conducts
a mechanical assessment. Our crew is working diligently to resume your
travel as quickly as possible; your patience is greatly appreciated.
We are dedicated to providing updates to you as soon as it becomes
available.�&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Is that useful?  Hm.  It certainly feels more useful than the mails I've
got from Deutsche Bahn.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oh, and allow me to briefly continue my saga on Amtrak's Wifi.  On the
train, they don't have badly encumbering port blocking.  But they have
something exceedingly odd that I've never seen anywhere else before:
Their captive portal said, when I tried to click away their “agree to
terms and conditions” annoyance:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
This request appears to be coming from a non-supported user-agent, or
from a known non-browser based application. Please retry your request
from a web browser.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;I'm not too surprised because my normal browser identifies as a Lynx (so
I can keep using Google's search in a pinch without Javascript; I'm not
making this up).  But why would they do this?  User agent sniffing…
Well, it's a day of odd time bubbles bursting.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="passenger-information-in-connecticut"&gt;
&lt;h2&gt;Passenger Information in Connecticut&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;[12:50] We are somehere in Connecticut by now, and outside of the window
there are occasional settlements and in between stretches rather
wind-swept water:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A stretch of water photographed through a dirty train window; it's grey water with waves." src="/media/2025/train-in-the-water.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Is it the Atlantic ocean?  I suspect that much, but regrettably
the only piece of passenger information is a LED display at each end of
the cabin saying, maximally unhelpfully, “SERVICE TO Washington”
(incidentally, also while approaching stations):&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="An old-fashioned, low-resolution LED display saying “SERVICE TO Washington” over a passage to the next railway car." src="/media/2025/service-to-washington.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;This &lt;em&gt;is&lt;/em&gt; something of a reminder that I am in rolling stock Amtrak has
bought in 2000 and has probably never really touched since then.  Mind
you, I am absolutely no friend of flickering ad space in trains, and
just boasting about unsustainable speeds certainly is not useful either
(this image from an ICE in 2016):&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A ceiling-mounted display saying “310 km/h”." src="/media/2025/ice-boasting.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;But I like the maps they now regularly show on the cabin displays of
modern ICEs and that they serve on Deutsche Bahn's on-board wifi (there,
it happened: I said something positive about Deutsch Bahn!).
Fortunately, I can sync with my own renderng of the Open Street Map now
and then. And thus I can tell you that the following photo shows the
impressive Gold Star Memorial Bridge (carrying the Interstate 95) spanning
the (Connecticut) Thames River near (how fitting!) New London – right in
front of the train window:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A high-rising bridge across a wide river." src="/media/2025/gold-star-memorial.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;As I'm writing this, we are passing through large salt marshes…
Beautiful.  My advice: if you ride the Acela and like the ocean, make
sure you have daylight.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="towards-new-york"&gt;
&lt;h2&gt;Towards New York&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;[14:30] We have just left in Stamford, CT, where I had a few glimpses
of the town's glass palaces through electrical wiring that appeared
characteristically improvised:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A modern building with a glass facade and a few storeys, growing towards the top.  In the foreground, suspended cables and trash." src="/media/2025/stamford.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;The symptoms are clear: we are approaching New York.  I hence wish the
Acela were one of the trains in which passengers get to have a look
through the front window: I suspect one should start to see New York's
skyline just about now.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;But then it is about as exciting to see &lt;em&gt;another&lt;/em&gt; electric train pulling
out of the station displaying “Grand Central” as its destination.
That's the funny thing about travelling near the major metro areas of
the USA: there's always something that seems to jump right out of a
movie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[14:50] Yup, now it's New York all right.  It's just a bit of a shame
they didn't clean the train window:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Lots of roads, elevated or otherwise, with some larger buildings behind them." src="/media/2025/new-york-maze.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Going a bit further, I got my view of the New York skyline, extra
pictureseque with some bridge (and regrettably I got lost on the map and
so I can't tell you which it is) in the foreground; in that sense,
that's better than having been on the engine:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A bridge over a wide river, and lots of skyscrapers behind it." src="/media/2025/new-york-with-bridge.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;[15:15]  Uh, again, we're standing.  The train crew now announces that
what happened near Providence was an “issue” with one of the pantographs
that they needed to inspect from the outside.  And now …&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</summary><content type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#at-the-south-station" id="id2"&gt;At the South Station&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#on-the-train" id="id3"&gt;On the Train&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#passenger-information-in-connecticut" id="id4"&gt;Passenger Information in Connecticut&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#towards-new-york" id="id5"&gt;Towards New York&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#the-displays-awake" id="id6"&gt;The Displays Awake&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#scary-thoughts" id="id7"&gt;Scary Thoughts&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#washington" id="id8"&gt;Washington&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="the front of a modern train engine, rather streamlined.  Near its nose, it says „Amtrak”." src="/media/2025/the-tgvs-sister.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;The TGV's sister: an engine of an Acela trainset.  The photo shows it
in Washington's Union Station, after it has just pulled us all the way
from Boston.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;[9:50 EDT] I'll be &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/a-db-user-on-amtrak.html"&gt;riding Amtrack again&lt;/a&gt;!  In contrast to my 2023
trip, which in many ways felt like I was in a time bubble preserving the
1970ies, what with mighty diesel engines and cozy sleeper cars, this
time it &lt;em&gt;could&lt;/em&gt; feel like the age of high-speed trains: I'll be riding
the &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Acela"&gt;Acela&lt;/a&gt; from Boston's South Station all the way to Washington, DC.
Electric engines and all.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="at-the-south-station"&gt;
&lt;h2&gt;At the South Station&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;For now, though, I'm in Boston's South station, which has a rather odd
dicotomy: The entrance hall looks like a medium-size, 21st century
shopping mall, albeit with an unusual amount of consumer stress-less
seating.  If, on the other hand, you manage to find the trains (it's not
all trivial; try the hatch below the right end of the huge ad at the
back wall), you are back in rather less glitzy times:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Grafittied concrete pillars holding up a low concrete ceiling; rails and train platforms with two somewhat dinosaur-looking trains on them." src="/media/2025/south-station.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Don't get me wrong: I like it less glitzy.  Still, the contrast &lt;em&gt;is&lt;/em&gt;
striking, coming from the lofty, bright mall to the platforms with their
low, dark ceiling.   What is particularly odd about it is that the
diesel exhaust fumes are emitted towards the low ceilings, not the high
ones.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Coming back to the glitzy part of the station, it was the wifi that
again sent me back about 15 years.  You see, back then most everyone
operating a public wifi access point obsessed about which ports to
block, starting with port 25, which was a spammers' favourite.
Fortunately, that is by and large over.  It's been a while since I last
encountered a network that would block port 22 (ssh; that's the one I
care about the most) outgoing.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Well, that is until today in Boston's South Station.  Amtrack's wifi
only lets out http and https for all I can see; I couldn't even fetch
mail via pop3, let alone phone home via SIP/RTP.  Slightly incredulous,
I switched to a network provided by the big CVS (a chain of chemist's
stores) here in the station.  About the same thing.  Then there's
an open MassIT-public network, the captive portal of which redirects to
a page that's a 404.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eventually, I ended up typing some e-mail address into the captive
portal of the network of the Tavern in the Square.  That, finally, was
reasonably unencumbered.  Hmpf.  Dear Amtrak, please just do like
(almost) everyone else has in the past 15 years and cut out the stilly
port blocks.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="on-the-train"&gt;
&lt;h2&gt;On the Train&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;[11:40] Time bubble: the Acela is a bit like the &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Trans_Europ_Express"&gt;TEE&lt;/a&gt; of the 1960ies in
that it claims to not have a “normal” seating area, just “business
class” and “first class”.  This is of course 100% silly marketing.
Sure, you have, by European standards, legroom galore, but that's no
different from the coach class I &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/a-db-user-on-amtrak.html#legroom-galore"&gt;travelled in to Chicago&lt;/a&gt;; the
seats feel very much the same all around.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On the plus side, the Acela windows are much larger than in Amtrak's
Amfleet and Superliner cars I rode in in 2023.  But – for reasons I
cannot begin to fathom – Amtrak quite clearly still is trying to imitate
air travel's look and feel.  They actually have overhead baggage
compartments with doors:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="The interior of an open railway car; a long line of locker doors lines the ceiling." src="/media/2025/acela-lockers.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Given the regular occurrence of turbulences, I can totally understand
why airlines have the complicated baggage stores they have.  But on a
train?  In many tens of thousands of kilometers of riding in passenger
cars with open racks for storing baggage, I cannot remember a single
instance of when a piece of baggage came loose.  No: I'm sure someone
&lt;em&gt;wanted&lt;/em&gt; this to look like you are in a plane. Which would suggest that
there are actually people feeling good about air travel.  Odd.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;And talking about creature comforts, air conditioning in this train is a
nightmare; they refrigerate the car to something like 18 degrees
centigrade.  So, don't forget blankets if you ride the Acela in summer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Talking about air: just now [12:05] it started to smell of brakes and
diesel or kerosene or whatever in the car, and the train came to a stop
in the midst of nowhere, perhaps 20 minutes out of Providence, RI.  And
then ventilation started up big time.  Hm.  Some sort of announcement of
what's going on would be good service, I have to say.  [12:10] Ah, the
announcement came, but I did not understand the explanation given (there
was something about “power cord“ and “inspecting the train“, but that
wasn't enough for me to form a theory).  The signal to noise ratio for
announcements while the blowers are still running on high is rather on
the low side.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[added a bit later] As a matter of fact, Amtrack also sent emails to the
passengers they knew about.  Here's what that said:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Mechanical Assessment: As of 12:21 PM ET, �Acela 2253 is currently
experiencing a delay west of Providence (PVD) while the crew conducts
a mechanical assessment. Our crew is working diligently to resume your
travel as quickly as possible; your patience is greatly appreciated.
We are dedicated to providing updates to you as soon as it becomes
available.�&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Is that useful?  Hm.  It certainly feels more useful than the mails I've
got from Deutsche Bahn.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oh, and allow me to briefly continue my saga on Amtrak's Wifi.  On the
train, they don't have badly encumbering port blocking.  But they have
something exceedingly odd that I've never seen anywhere else before:
Their captive portal said, when I tried to click away their “agree to
terms and conditions” annoyance:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
This request appears to be coming from a non-supported user-agent, or
from a known non-browser based application. Please retry your request
from a web browser.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;I'm not too surprised because my normal browser identifies as a Lynx (so
I can keep using Google's search in a pinch without Javascript; I'm not
making this up).  But why would they do this?  User agent sniffing…
Well, it's a day of odd time bubbles bursting.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="passenger-information-in-connecticut"&gt;
&lt;h2&gt;Passenger Information in Connecticut&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;[12:50] We are somehere in Connecticut by now, and outside of the window
there are occasional settlements and in between stretches rather
wind-swept water:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A stretch of water photographed through a dirty train window; it's grey water with waves." src="/media/2025/train-in-the-water.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Is it the Atlantic ocean?  I suspect that much, but regrettably
the only piece of passenger information is a LED display at each end of
the cabin saying, maximally unhelpfully, “SERVICE TO Washington”
(incidentally, also while approaching stations):&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="An old-fashioned, low-resolution LED display saying “SERVICE TO Washington” over a passage to the next railway car." src="/media/2025/service-to-washington.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;This &lt;em&gt;is&lt;/em&gt; something of a reminder that I am in rolling stock Amtrak has
bought in 2000 and has probably never really touched since then.  Mind
you, I am absolutely no friend of flickering ad space in trains, and
just boasting about unsustainable speeds certainly is not useful either
(this image from an ICE in 2016):&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A ceiling-mounted display saying “310 km/h”." src="/media/2025/ice-boasting.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;But I like the maps they now regularly show on the cabin displays of
modern ICEs and that they serve on Deutsche Bahn's on-board wifi (there,
it happened: I said something positive about Deutsch Bahn!).
Fortunately, I can sync with my own renderng of the Open Street Map now
and then. And thus I can tell you that the following photo shows the
impressive Gold Star Memorial Bridge (carrying the Interstate 95) spanning
the (Connecticut) Thames River near (how fitting!) New London – right in
front of the train window:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A high-rising bridge across a wide river." src="/media/2025/gold-star-memorial.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;As I'm writing this, we are passing through large salt marshes…
Beautiful.  My advice: if you ride the Acela and like the ocean, make
sure you have daylight.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="towards-new-york"&gt;
&lt;h2&gt;Towards New York&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;[14:30] We have just left in Stamford, CT, where I had a few glimpses
of the town's glass palaces through electrical wiring that appeared
characteristically improvised:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A modern building with a glass facade and a few storeys, growing towards the top.  In the foreground, suspended cables and trash." src="/media/2025/stamford.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;The symptoms are clear: we are approaching New York.  I hence wish the
Acela were one of the trains in which passengers get to have a look
through the front window: I suspect one should start to see New York's
skyline just about now.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;But then it is about as exciting to see &lt;em&gt;another&lt;/em&gt; electric train pulling
out of the station displaying “Grand Central” as its destination.
That's the funny thing about travelling near the major metro areas of
the USA: there's always something that seems to jump right out of a
movie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[14:50] Yup, now it's New York all right.  It's just a bit of a shame
they didn't clean the train window:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Lots of roads, elevated or otherwise, with some larger buildings behind them." src="/media/2025/new-york-maze.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Going a bit further, I got my view of the New York skyline, extra
pictureseque with some bridge (and regrettably I got lost on the map and
so I can't tell you which it is) in the foreground; in that sense,
that's better than having been on the engine:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A bridge over a wide river, and lots of skyscrapers behind it." src="/media/2025/new-york-with-bridge.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;[15:15]  Uh, again, we're standing.  The train crew now announces that
what happened near Providence was an “issue” with one of the pantographs
that they needed to inspect from the outside.  And now some team of
technicians needs to come out here and inspect the pantographs again
before we are allowed to enter the subway tunnels, where some failure
might be harder to fix.  So: We're standing again.  This gives me time
for zooming in on what, given its shape, must be the Empire State
Building; but aren't there lots of other skyscrapers around it in the
King Kong movie?&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Some sky scrapers in front of a sky; in the middle of the picture, there is the characteristic shape of the Empire State Building." src="/media/2025/empire-state-building.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;[15:45] After covering a substantial distance underground, we have
stopped in New York's Penn Station, and it seems almost everyone gets
off the train.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="the-displays-awake"&gt;
&lt;h2&gt;The Displays Awake&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;[17:30] A few hours ago I have mildly complained about the unhelpful
static text on the displays above the cabin doors.  This turns out to
have been unwise.  They &lt;em&gt;can&lt;/em&gt; show other text, and some time after New
York they have started to do just that.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;This results in a deluge of useless messages of the type “close the
baggage compartment doors”, “buy a first class upgrade”, “if you see
something, say something”.  And that deluge continued while we were
approaching Wilmington, Delaware, where an extra visual information might
have been a useful complement to the announcements.  Against that, does
someone honestly believe flashing messages advertising bonus programs is a good
service to anyone?  I will give you that many other traffic operators
also waste valuable pixel space on attempts to sell their customers
things they have not asked for.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Let me qualify that statement by saying that “the cafe is open” &lt;em&gt;might&lt;/em&gt;
be useful occasionally.  I have just tried the “vegan BBQ burger” there,
by the way; it was acceptable, but from what I have seen the “cafe” is
not an establishment of upscale travelling or whatever Amtrak wants to
position the Acela as by having “Business” and “First Class” only.  From
the limited experience I had, I'd place the Acela catering slightly
below what you get in German ICEs and far below ÖBB's dining cars.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meanwhile, we have just crossed the Susquehanna River.  It is quite a
view with several bridges and an island.  Bonus: The town on the western
bank has the pretty name Havre de Grace.  The little details you
miss when you just fly over the land…&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="scary-thoughts"&gt;
&lt;h2&gt;Scary Thoughts&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;[18:20] I knew I had heard the name Susquehanna River before: it has
received a certain international fame – or rather, notoriety – because
it provided the cooling water to the Three Mile Island nuclear reactor
that had had a partial core meltdown in 1979; some radioactive
material was also dumped into the River.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Similarly creepy is the large bay in the sun that looked so nice out of
the sea-side window (the photos regrettably focused on the window,
sorry)  What I saw was probably the &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aberdeen_Proving_Ground"&gt;Aberdeen Proving Ground&lt;/a&gt;, a
military facility.  And if military wasn't creepy enough by itself, in
there they also had a reactor go berserk, they used to store chemical
weapons on that site and conducted low-dose experiments on humans with
them.  Oh my.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Well: At least the sun is shining down here.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="washington"&gt;
&lt;h2&gt;Washington&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Due to the pantograph trouble, we were one hour late in Washington.  Ah
well.  Amtrak has apologised and sent me a $75 coupon for a future Acela
trip.  It will expire in June 2026, so there's no plausible way I will
ever redeem it.  I don't know whether it is transferable, but it's
probably worth a shot.  Send me a mail if you want to try it; I'll give
it to you for free&lt;a class="footnote-reference" href="#refund" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Washington Union, I had a bit of a hard time finding the entrance to
the Metro (the sign is at the very end of the transfer level), but then
I was fairly impressed with the density of trains on a Saturday evening,
the rolling stock (which feels rather modern compared to Boston's MBTA
system) and even the design of the subway stations:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="A large vault over a subway platform, with the vault elements all having a sunken rectangle with rounded corners.  Together with the yellowish light, this results in interesting light/shadown effects." src="/media/2025/washington-union-station-subway.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;The cutest part of the Washington subway, as far as I am concerned, was
the nice singing of the voice asking you to stand back as the doors are
closing.  It always sounded to me as if the train was actually looking
forward to departing:&lt;/p&gt;
&lt;audio controls="controls"&gt;&lt;source type="audio/ogg"
  src="/media/2025/step-back-doors-closing.ogg"/&gt;
  &lt;p class="transcript"&gt;A cheerful voice sings “Step back – doors
  closing“.&lt;/p&gt;&lt;/audio&gt;&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="refund" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Incidentally, by German passenger rights you'd be refunded
25% of the ticket price in cash in such a situation.  I wonder if
similar regulations in the US and Amtrak just didn't tell me…&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Unterwegs"></category><category term="Bahn"></category></entry><entry><title>Wahrheiten über den Krieg zum Memorial Day</title><link href="https://blog.tfiu.de/wahrheiten-uber-den-krieg-zum-memorial-day.html" rel="alternate"></link><published>2025-05-26T19:00:00+02:00</published><updated>2025-05-26T19:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-05-26:/wahrheiten-uber-den-krieg-zum-memorial-day.html</id><summary type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="An einem Maschendrahtzaun mit Klinkerhaus im Hintergrund sind zwei US-Fahnen angebracht, dazwischen ein Schild mit der Aufschrift: „All gave some/Some gave all/God bless America“." src="/media/2025/memday.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ich habe &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/von-reproduktion-und-produktion.html"&gt;neulich schon gebeichtet&lt;/a&gt;, dass ich mal wieder in die USA
geflogen bin (for the record: Einreise war wie immer).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wo das nun mal draußen ist: hier ist heute Memorial Day, der Feiertag
für VeteranInnen und SoldatInnen in Not&lt;a class="footnote-reference" href="#not" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.  Das ist schon immer
ein patriotisches Fahnenmeer von fußballweltmeisterschaftdermännerösen
Ausmaßen gewesen.  In Zeiten, in denen die deutsche Regierung ihren
UntertanInnen Kriegstüchtigkeit verschreiben will, finde ich es dennoch
hochinteressant, wie so etwas jenseits von Fahnenschwingerei in
unbestritten kriegstüchtigen Nationen aussieht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und so ist mir in Newton, MA, die Tafel im Bild oben aufgefallen, die
ich nach Maßstäben des Genres „patriotische Schilder“ eigentlich recht
hellsichtig finde:&lt;/p&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;„All gave some, alle haben etwas gegeben“ – wie wahr: Manchmal ist das
„etwas“ ziemlich gigantisch, wie sich etwa an &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emil%20Julius%20Gumbel"&gt;Emil Julius' Gumbels&lt;/a&gt;
Kohlrübe &lt;a class="reference external" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2022/08/vom-feld-der-unehre-und-einem-kohlrueben-denkmal/"&gt;illustrieren lässt&lt;/a&gt;, die angesichts der Hungersnöte während
des ersten Weltkriegs in der Tat besser als Kriegerdenkmal taugt als
leicht bekleidete Frauen mit Lorbeerkränzen wie hier in Luxemburg:&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Vor blauem Himmel: eine goldene Frauengestalt" src="/media/2025/victoria-luxemburg.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Manchmal – wie jetzt gerade in der BRD – ist das „etwas“ nur ein wenig
mehr Armut als normal und viel Rumgenerve durch schießwütige
PatriotInnen.  Aber notabene: Der Schildermaler und ich stimmen in der
Einschätzung überein, dass Krieg immer mindestens lästig ist.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;„Some gave all, manche haben alles gegeben“ – auch wahr: Wer meint,
für die Nation den Heldentod sterben zu müssen, ist danach tot und
insofern nichts mehr.  Auf so einer kleinen Tafel ist
eingestandenermaßen nicht genug Platz, um wenigstens anzudeuten, dass
unter diesen AllesgeberInnen die Armen, die nun am wenigsten von der
Regierung profitieren, für die sie töten, weit überrepräsentiert sind.
„It would not do to mention,“ ist die schöne englische Einführung zu
solchen Gedanken.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;„God bless America“ – als Agnostiker kann ich mit Wünschen dieser Art
grundsätzlich nicht viel anfangen.  Aber ich will nochmal
betonen, dass dieser Post nicht versucht, irgendwen in den USA
anzupissen.  Mit ihrer Kriegstüchtigkeit ihres Regierungapparats
müssen die Leute hier schon selbst fertig werden.  &lt;em&gt;Meine&lt;/em&gt; Sorge ist
die deutsche Kriegstüchtigkeit.  Ich gehe bei Bedarf hohe Wetten ein,
dass angesichts der Geschichte der letzten paar Jahrhunderte sehr
viele Menschen jenseits der Grenzen von 1990 diese Sorge teilen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Was auf der Installation auf der Brücke in Newton dagegen wirklich
fehlt, ist eine Betrachtung, &lt;em&gt;wofür&lt;/em&gt; all die Leute denn da „gaben“.
Mensch muss aber nicht weit fahren, um eine Antwort zu bekommen.  Ein
paar Kilometer (oder, if in Rome, do like the Romans do, Meilen) weiter
nordöstlich, in Everett, MA, steht dieses Denkmal an der State Route 99:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Standbild eines Mannes mit Gewehr in der Hand, auf dem Sockel darunter die Worte „Cuba/China/Philippines“." src="/media/2025/cubachinaphilippines.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Diese Ehrlichkeit schätze ich: Bei dieser Aufzählung, wo die HeldInnen
so „gegeben“ haben, sollten sich alle Zweifel auflösen, es könne um
„Freiheit“ oder „Selbstbestimmung“ gegangen sein.  Was immer die
US-Regierungen um die vorletzte Jahrhundertwende (davon handelt das
Standbild) in Kuba, China (vgl. &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Boxeraufstand"&gt;Boxeraufstand&lt;/a&gt;) oder den Philippinen
gesucht haben mögen: Freiheit und Selbstbestimmung „der USA“ (was
&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/sagt-nicht-andorra-sagt-regierung-von-andorra.html"&gt;ohnehin Quatsch&lt;/a&gt; ist) war es nicht&lt;a class="footnote-reference" href="#milit" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abstrahiert von der konkreten Situation: Wie bei allen Kriegen haben die
Soldaten jenseits der diversen Meere geschossen für Erhalt oder
Ausweitung der Herrschaft ihrer Obrigkeit.  Wenn wir nur einen Weg
fänden, Menschen davon abzubringen, dieser ihr Leben und ihr ethisches
Empfinden zu „geben“, wären wir ein ganzes Stück weiter im lang- und
mühsamen Prozess der Zivilisation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Sinne schöpfe ich etwas Hoffnung daraus, dass heute, am
Memorial Day, der Parkplatz an der Nachbildung &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Henry%20David%20Thoreau"&gt;Henry David Thoreaus&lt;/a&gt;
Hütte (dort entstand dieser Text) wegen Überfüllung geschlossen war.
Und nein, &lt;em&gt;das&lt;/em&gt; ist keine Beichte: ich war mit dem Fahrrad da.  Von
Boston aus kommt mensch prima auf dem &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Minuteman_Bikeway"&gt;Minuteman Commuter Bikeway&lt;/a&gt; und
dann dem Reformatory Branch Trail dorthin.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="not" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;„Prisoner of War – Missing in Action“ steht abgekürzt auf
kleinen schwarzen Wimpeln, die derzeit die Stars and Stripes vor
öffentlichen Gebäuden ergänzen.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="milit" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Nur, um nicht missverstanden zu werden: Natürlich ist
Militär mit seinen mörderischen Strukturen von Befehl und Gehorsam
als bis zum Abmurksen entschlossenes Mittel zur Durchsetzung der
Interessen der Obrigkeit immer Antithese von Freiheit.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="An einem Maschendrahtzaun mit Klinkerhaus im Hintergrund sind zwei US-Fahnen angebracht, dazwischen ein Schild mit der Aufschrift: „All gave some/Some gave all/God bless America“." src="/media/2025/memday.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ich habe &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/von-reproduktion-und-produktion.html"&gt;neulich schon gebeichtet&lt;/a&gt;, dass ich mal wieder in die USA
geflogen bin (for the record: Einreise war wie immer).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wo das nun mal draußen ist: hier ist heute Memorial Day, der Feiertag
für VeteranInnen und SoldatInnen in Not&lt;a class="footnote-reference" href="#not" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;.  Das ist schon immer
ein patriotisches Fahnenmeer von fußballweltmeisterschaftdermännerösen
Ausmaßen gewesen.  In Zeiten, in denen die deutsche Regierung ihren
UntertanInnen Kriegstüchtigkeit verschreiben will, finde ich es dennoch
hochinteressant, wie so etwas jenseits von Fahnenschwingerei in
unbestritten kriegstüchtigen Nationen aussieht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und so ist mir in Newton, MA, die Tafel im Bild oben aufgefallen, die
ich nach Maßstäben des Genres „patriotische Schilder“ eigentlich recht
hellsichtig finde:&lt;/p&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;„All gave some, alle haben etwas gegeben“ – wie wahr: Manchmal ist das
„etwas“ ziemlich gigantisch, wie sich etwa an &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emil%20Julius%20Gumbel"&gt;Emil Julius' Gumbels&lt;/a&gt;
Kohlrübe &lt;a class="reference external" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2022/08/vom-feld-der-unehre-und-einem-kohlrueben-denkmal/"&gt;illustrieren lässt&lt;/a&gt;, die angesichts der Hungersnöte während
des ersten Weltkriegs in der Tat besser als Kriegerdenkmal taugt als
leicht bekleidete Frauen mit Lorbeerkränzen wie hier in Luxemburg:&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Vor blauem Himmel: eine goldene Frauengestalt" src="/media/2025/victoria-luxemburg.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Manchmal – wie jetzt gerade in der BRD – ist das „etwas“ nur ein wenig
mehr Armut als normal und viel Rumgenerve durch schießwütige
PatriotInnen.  Aber notabene: Der Schildermaler und ich stimmen in der
Einschätzung überein, dass Krieg immer mindestens lästig ist.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;„Some gave all, manche haben alles gegeben“ – auch wahr: Wer meint,
für die Nation den Heldentod sterben zu müssen, ist danach tot und
insofern nichts mehr.  Auf so einer kleinen Tafel ist
eingestandenermaßen nicht genug Platz, um wenigstens anzudeuten, dass
unter diesen AllesgeberInnen die Armen, die nun am wenigsten von der
Regierung profitieren, für die sie töten, weit überrepräsentiert sind.
„It would not do to mention,“ ist die schöne englische Einführung zu
solchen Gedanken.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;„God bless America“ – als Agnostiker kann ich mit Wünschen dieser Art
grundsätzlich nicht viel anfangen.  Aber ich will nochmal
betonen, dass dieser Post nicht versucht, irgendwen in den USA
anzupissen.  Mit ihrer Kriegstüchtigkeit ihres Regierungapparats
müssen die Leute hier schon selbst fertig werden.  &lt;em&gt;Meine&lt;/em&gt; Sorge ist
die deutsche Kriegstüchtigkeit.  Ich gehe bei Bedarf hohe Wetten ein,
dass angesichts der Geschichte der letzten paar Jahrhunderte sehr
viele Menschen jenseits der Grenzen von 1990 diese Sorge teilen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Was auf der Installation auf der Brücke in Newton dagegen wirklich
fehlt, ist eine Betrachtung, &lt;em&gt;wofür&lt;/em&gt; all die Leute denn da „gaben“.
Mensch muss aber nicht weit fahren, um eine Antwort zu bekommen.  Ein
paar Kilometer (oder, if in Rome, do like the Romans do, Meilen) weiter
nordöstlich, in Everett, MA, steht dieses Denkmal an der State Route 99:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Standbild eines Mannes mit Gewehr in der Hand, auf dem Sockel darunter die Worte „Cuba/China/Philippines“." src="/media/2025/cubachinaphilippines.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Diese Ehrlichkeit schätze ich: Bei dieser Aufzählung, wo die HeldInnen
so „gegeben“ haben, sollten sich alle Zweifel auflösen, es könne um
„Freiheit“ oder „Selbstbestimmung“ gegangen sein.  Was immer die
US-Regierungen um die vorletzte Jahrhundertwende (davon handelt das
Standbild) in Kuba, China (vgl. &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Boxeraufstand"&gt;Boxeraufstand&lt;/a&gt;) oder den Philippinen
gesucht haben mögen: Freiheit und Selbstbestimmung „der USA“ (was
&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/sagt-nicht-andorra-sagt-regierung-von-andorra.html"&gt;ohnehin Quatsch&lt;/a&gt; ist) war es nicht&lt;a class="footnote-reference" href="#milit" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abstrahiert von der konkreten Situation: Wie bei allen Kriegen haben die
Soldaten jenseits der diversen Meere geschossen für Erhalt oder
Ausweitung der Herrschaft ihrer Obrigkeit.  Wenn wir nur einen Weg
fänden, Menschen davon abzubringen, dieser ihr Leben und ihr ethisches
Empfinden zu „geben“, wären wir ein ganzes Stück weiter im lang- und
mühsamen Prozess der Zivilisation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Sinne schöpfe ich etwas Hoffnung daraus, dass heute, am
Memorial Day, der Parkplatz an der Nachbildung &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Henry%20David%20Thoreau"&gt;Henry David Thoreaus&lt;/a&gt;
Hütte (dort entstand dieser Text) wegen Überfüllung geschlossen war.
Und nein, &lt;em&gt;das&lt;/em&gt; ist keine Beichte: ich war mit dem Fahrrad da.  Von
Boston aus kommt mensch prima auf dem &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Minuteman_Bikeway"&gt;Minuteman Commuter Bikeway&lt;/a&gt; und
dann dem Reformatory Branch Trail dorthin.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="not" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;„Prisoner of War – Missing in Action“ steht abgekürzt auf
kleinen schwarzen Wimpeln, die derzeit die Stars and Stripes vor
öffentlichen Gebäuden ergänzen.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="milit" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Nur, um nicht missverstanden zu werden: Natürlich ist
Militär mit seinen mörderischen Strukturen von Befehl und Gehorsam
als bis zum Abmurksen entschlossenes Mittel zur Durchsetzung der
Interessen der Obrigkeit immer Antithese von Freiheit.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</content><category term="Unterwegs"></category><category term="Frieden"></category></entry><entry><title>Von Produktion und Reproduktion</title><link href="https://blog.tfiu.de/von-reproduktion-und-produktion.html" rel="alternate"></link><published>2025-05-24T14:00:00+02:00</published><updated>2025-05-24T14:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-05-24:/von-reproduktion-und-produktion.html</id><summary type="html">&lt;p&gt;Dass KrankenpflegerInnen weit schlechter bezahlt werden als die Leute,
die Autos zusammenschrauben, mag sehr nachvollziehbare Gründe haben&lt;a class="footnote-reference" href="#wert" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;; es illustriert aber auch die generelle Tendenz entwickelter
kapitalistischer Gesellschaften, Produktion weit höher zu gewichten als
Reproduktion.  Augenfällig ist das ganz sicher darin, dass
familiäre oder ähnliche Reproduktionsarbeit nach wie vor im
Wesentlichen unbezahlt stattfindet&lt;a class="footnote-reference" href="#entf" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine besonders überraschende Variante des leicht apokalyptischen Mottos
„Produktion schlägt Reproduktion“ habe ich jetzt gerade entdeckt. Dick
Asche auf mein Haupt, aber meine Lohnarbeit verlangt es: Ich sitze in
einem Flieger der Lufthansa.  Und darin haben sie Kopfhörer ausgeteilt,
die zusammen mit ihrer Verpackung so aussehen:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein in-ear-Kopfhörer mit einem Klinkenstecker, der durch Klappen in einen der alten zweisteckrigen Flugzeughörer verwandelt werden kann.  Darunter ein leerer tiefblauer Plastikbeutel mit weißem Text und Recycling-Logo." src="/media/2025/lufthansa-recycling.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Was da auf die Verpackung gedruckt ist, würde ich übersetzen als:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Sie können diese Ohrhörer gerne nach dem Flug behalten.  Wenn Sie das
nicht wollen, geben Sie sie bitte am Ende des Fluges an die Crew
zurück.  Wir recyclen wiederverwendbare Teile der Ohrhörer in
Deutschland.&lt;/blockquote&gt;
&lt;div class="original-container sidebar"&gt;
&lt;p class="original-header first"&gt;Original&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="original last"&gt;
You are welcome to keep these earphones after your flight.  If you
wish not to, please kindly hand them back to the crew at the end of
your flight.  We recycle reusable parts of the earphones in Germany.&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Wow.  Einweg-Kopfhörer.  Dass es inzwischen billiger ist, die kleinen
Lautsprecherchen, die lackierten Kupferlitzen, die
Kunststoff-Ummantelung &lt;em&gt;und&lt;/em&gt; den doch recht komplizierten
Zweistandard-Stecker (für die alten Airline-Doppelklinken und die ganz
normalen 3.5 mm-Klinken) neu zu fertigen als die schon produzierten
Dinger einzusammeln und etwas zu reinigen: &lt;em&gt;Das&lt;/em&gt; ist eine beeindruckende
Optimierungsleistung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gut: Es optimiert ganz sicher nicht auf verantwortungsvollen Umgang mit
Rohstoffen. Einzuräumen ist jedoch, dass viel mehr als ein paar Kilo
CO₂-Äquivalent schon aus Preisgründen nicht in den Dingern stecken kann&lt;a class="footnote-reference" href="#paar" id="id3"&gt;[3]&lt;/a&gt;, und das ist vernachlässigbar, da sie ja nun im Flieger
anfallen und mithin in einer Situation, in der wir über Tonnen
CO₂-Äquivalente sprechen, drei Größenordnungen mehr.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="display-pull"&gt;
Doch ich wage nicht, den Fehler zu berichten.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Total verquer finde ich es trotzdem.  Ich denke, die Tatsache, dass es im
Rahmen eines Fluges schon auch egal ist, ob mensch noch ein Paar
nagelneue Ohrhörer wegwirft oder nicht, ist eine ganz schöne
Illustration dafür, dass die ganze Fliegerei etwas ist, das wir als
Gesellschaft weitgehend überwinden sollten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn ihr euch fragt, warum ich überhaupt so eine Packung genommen habe,
wo ich mit meinem &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/bahnauskuft-auf-antiken-geraten-und-auf-codeberg.html"&gt;guten alten N900&lt;/a&gt; doch bestimmt Ohrhörer mit passendem
Klinkenstecker dabei hatte: Nun, die Klinken-Buchse am Platz J56 in der
Maschine hier ist offenbar ausgeleiert.  Jedenfalls hatte ich mit meinem
eigenen Ohrhörer meist null Audiokanäle, mit viel Geschiebe mal einen,
fast nie beide.  Ich dachte, das läge vielleicht an irgendeinem
Luftfahrtpatent, das ein offizieller Ohrhörer wohl berücksichtigen
würde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist nicht so: Die Klinke im Flieger ist inzwischen genau die gleiche
wie an euren Telefonen von vor zehn Jahren.  Wenns nicht geht, ist die
Buchse kaputt (oder euer Kopfhörer).  Aber ich wage nicht, den Fehler
auf J56 zu berichten, denn &lt;em&gt;garantiert&lt;/em&gt; schmeißen sie dann gleich
den ganzen Computer weg, an dem die Buchse hängt.  Und &lt;em&gt;das&lt;/em&gt;, das würde
im CO₂-Budget selbst eines Transatlantikfluges auffallen.&lt;/p&gt;
&lt;div class="addition docutils container" id="addition-1"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-06-06)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also gut, ich gebe zu, dass ich nicht &lt;em&gt;wirklich&lt;/em&gt; weiß, wovon ich bei
„alte Airline-Klinke“ und „inzwischen genau die gleiche“ rede.  In der
B747-8, die mich gerade zurück in die BRD bringt, braucht es
beispielsweise den Doppelstecker, den ich als „alte Airline-Klinke“
bezeichnet habe.  Wie viel es davon in Wahrheit noch gibt: Keine
Ahnung.  Insofern: &lt;em&gt;Wenn&lt;/em&gt; der Flieger nur eine Klinke hat, ist es der
gleiche Stecker wie bei euren Telefonen vor zehn Jahren.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="addition docutils container" id="addition-2"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-06-06)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und wo ich schon schreibe, muss ich gleich nochmal beichten: Der Flug
hier ist zwar ausgebucht, wird aber trotzdem eine besondere
Ökosauerei. Er ist nämlich mit über einer Stunde Verspätung in
Washington gestartet, und der Flugkapitän hat offen zugegeben, dass
sie Extrasprit getankt haben, damit sie schneller fliegen können, um
wenigstens etwas von der Verspätung reinzuholen.  Asche rieselt in
dicken Schwaden von meinem Kopf.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Seufz.&lt;/p&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-1"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 1&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2025-07-21&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich glaube nicht dass Engel Binnen-Is benutzen. Woker Anpasserismus.&lt;/p&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-2"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 2&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2025-07-21&lt;/span&gt;&lt;span class="feedback-author"&gt; von Demi&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oh… Neenee, nichts Anpasserismus.  Ich bin eineR von denen, die das
Hohe I seit irgendwann Anfang der 1990er – Jahrzehnte vor der
Erfindung von „woke“ – durch eifriges Publizieren und Kommunizieren
in allen möglichen Formen gesellschaftsfähig gemacht haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und ich halte das für eine der verdienstvolleren Beschäftigungen,
denen ich in all den Jahren nachgegangen bin.  Mal ehrlich, „Dass
Krankenpfleger weit schlechter bezahlt werden“ wäre angesichts der
Geschlechterverhältnisse in dem Tätigkeitsfeld einfach extrem albern
– jedenfalls, solange praktisch alle beim „Krankenpfleger“ ein
klares Bild haben, wie es zwischen den Beinen der bezeichneten
Person wohl aussehen wird.  Und klar, natürlich haben sie das.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch danke fürs Feedback; ich hatte immer Sorge, dass die
erste Kritik an der Genderschreibweise hier von Menschen kommen
würde, die dringend inklusivere Formen (Unterstrich, Stern,
Doppelpunkt) sehen wollen.  Wenn diese jetzt kommen, kann ich
belegen, dass auch das Hohe I (an dem ich aus Gründen der w/b-Tasten
im vi, Doppelklicks in xterms und als Reverenz für &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Luise_F._Pusch"&gt;Luise Pusch&lt;/a&gt;
festhalte) noch prima wirkt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="wert" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Übrigens gehört zu den möglicherweise nachvollziehbaren
Gründen nicht der höhere Automatisierungsgrad in der
Automobilindustrie, jedenfalls nicht, wenn mensch Marx sein
&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wertgesetz"&gt;Wertgesetz&lt;/a&gt; abkauft, nach dem sich der Wert einer Ware („oder
Dienstleistung“ – warum klingt eigentlich jede Rede über „Wirtschaft“
so albern und abgedroschen?) nach der in ihr vergegenständlichten
Arbeit bemisst.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="entf" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Versteht mich nicht falsch: Dass Aufzucht und Pflege von
Kindern und das wohnliche Zusammenleben von Erwachsenen sich immer
noch zu guten Stücken der marktförmigen Organisation entzieht, ist
wahrscheinlich im Hinblick auf &amp;lt;hust, wieder Marx&amp;gt; &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/asteroideneinschlage-sind-schlecht-furs-bankgeschaft.html"&gt;Entfremdung&lt;/a&gt;
ganz gut so.  Es ist jedoch dann doof, wenn sich Lebensrealitäten und
-möglichkeiten (sagen wir mal: Leben ohne Lohnarbeit im Alter) nach
Marktverwertbarkeit der Tätigkeiten der Individuen bestimmen;
Altersarmut ist in der Folge nicht nur dem grammatischen Geschlecht
nach weiblich.  Mein Vorschlag zur Besserung der Situation wäre aber,
lieber mehr Leben aus dem Markt herauszunehmen als ihm noch mehr Leben
auszuliefern.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="paar" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id3"&gt;[3]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;p class="first"&gt;Das ist eine Abschätzung auf der Basis der immer nützlichen
Faustformel: „Wenn du einen Euro ausgibst, emittierst du ungefähr ein
Pfund CO₂“ (vgl. &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/technoseum-innovationen-fur-den-umweltschutz-von-1910.html#dollar"&gt;die Fußnote 1 hier drüben&lt;/a&gt;); innerhalb eines Faktors
zehn gilt das für fast alles, was mensch so kaufen kann, selbst für
diesen Flug hier, der mit vermutlich etwa 2 Kilo pro Euro eher am
oberen Ende der Kohlendioxydsünden liegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem die Sorte Ohrhörer wohl nicht viel mehr als 10 Euro kosten
wird, dürften auf dem Foto oben irgendwas zwischen 2 und 50 Kilo CO₂
vergegenständlicht sein.&lt;/p&gt;
&lt;p class="last"&gt;Und das Kupfer, das da drin ist?  Nun: vielleicht recyclen die das ja
tatsächlich.&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</summary><content type="html">&lt;p&gt;Dass KrankenpflegerInnen weit schlechter bezahlt werden als die Leute,
die Autos zusammenschrauben, mag sehr nachvollziehbare Gründe haben&lt;a class="footnote-reference" href="#wert" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;; es illustriert aber auch die generelle Tendenz entwickelter
kapitalistischer Gesellschaften, Produktion weit höher zu gewichten als
Reproduktion.  Augenfällig ist das ganz sicher darin, dass
familiäre oder ähnliche Reproduktionsarbeit nach wie vor im
Wesentlichen unbezahlt stattfindet&lt;a class="footnote-reference" href="#entf" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine besonders überraschende Variante des leicht apokalyptischen Mottos
„Produktion schlägt Reproduktion“ habe ich jetzt gerade entdeckt. Dick
Asche auf mein Haupt, aber meine Lohnarbeit verlangt es: Ich sitze in
einem Flieger der Lufthansa.  Und darin haben sie Kopfhörer ausgeteilt,
die zusammen mit ihrer Verpackung so aussehen:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein in-ear-Kopfhörer mit einem Klinkenstecker, der durch Klappen in einen der alten zweisteckrigen Flugzeughörer verwandelt werden kann.  Darunter ein leerer tiefblauer Plastikbeutel mit weißem Text und Recycling-Logo." src="/media/2025/lufthansa-recycling.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Was da auf die Verpackung gedruckt ist, würde ich übersetzen als:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Sie können diese Ohrhörer gerne nach dem Flug behalten.  Wenn Sie das
nicht wollen, geben Sie sie bitte am Ende des Fluges an die Crew
zurück.  Wir recyclen wiederverwendbare Teile der Ohrhörer in
Deutschland.&lt;/blockquote&gt;
&lt;div class="original-container sidebar"&gt;
&lt;p class="original-header first"&gt;Original&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="original last"&gt;
You are welcome to keep these earphones after your flight.  If you
wish not to, please kindly hand them back to the crew at the end of
your flight.  We recycle reusable parts of the earphones in Germany.&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Wow.  Einweg-Kopfhörer.  Dass es inzwischen billiger ist, die kleinen
Lautsprecherchen, die lackierten Kupferlitzen, die
Kunststoff-Ummantelung &lt;em&gt;und&lt;/em&gt; den doch recht komplizierten
Zweistandard-Stecker (für die alten Airline-Doppelklinken und die ganz
normalen 3.5 mm-Klinken) neu zu fertigen als die schon produzierten
Dinger einzusammeln und etwas zu reinigen: &lt;em&gt;Das&lt;/em&gt; ist eine beeindruckende
Optimierungsleistung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gut: Es optimiert ganz sicher nicht auf verantwortungsvollen Umgang mit
Rohstoffen. Einzuräumen ist jedoch, dass viel mehr als ein paar Kilo
CO₂-Äquivalent schon aus Preisgründen nicht in den Dingern stecken kann&lt;a class="footnote-reference" href="#paar" id="id3"&gt;[3]&lt;/a&gt;, und das ist vernachlässigbar, da sie ja nun im Flieger
anfallen und mithin in einer Situation, in der wir über Tonnen
CO₂-Äquivalente sprechen, drei Größenordnungen mehr.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="display-pull"&gt;
Doch ich wage nicht, den Fehler zu berichten.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Total verquer finde ich es trotzdem.  Ich denke, die Tatsache, dass es im
Rahmen eines Fluges schon auch egal ist, ob mensch noch ein Paar
nagelneue Ohrhörer wegwirft oder nicht, ist eine ganz schöne
Illustration dafür, dass die ganze Fliegerei etwas ist, das wir als
Gesellschaft weitgehend überwinden sollten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn ihr euch fragt, warum ich überhaupt so eine Packung genommen habe,
wo ich mit meinem &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/bahnauskuft-auf-antiken-geraten-und-auf-codeberg.html"&gt;guten alten N900&lt;/a&gt; doch bestimmt Ohrhörer mit passendem
Klinkenstecker dabei hatte: Nun, die Klinken-Buchse am Platz J56 in der
Maschine hier ist offenbar ausgeleiert.  Jedenfalls hatte ich mit meinem
eigenen Ohrhörer meist null Audiokanäle, mit viel Geschiebe mal einen,
fast nie beide.  Ich dachte, das läge vielleicht an irgendeinem
Luftfahrtpatent, das ein offizieller Ohrhörer wohl berücksichtigen
würde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist nicht so: Die Klinke im Flieger ist inzwischen genau die gleiche
wie an euren Telefonen von vor zehn Jahren.  Wenns nicht geht, ist die
Buchse kaputt (oder euer Kopfhörer).  Aber ich wage nicht, den Fehler
auf J56 zu berichten, denn &lt;em&gt;garantiert&lt;/em&gt; schmeißen sie dann gleich
den ganzen Computer weg, an dem die Buchse hängt.  Und &lt;em&gt;das&lt;/em&gt;, das würde
im CO₂-Budget selbst eines Transatlantikfluges auffallen.&lt;/p&gt;
&lt;div class="addition docutils container" id="addition-1"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-06-06)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also gut, ich gebe zu, dass ich nicht &lt;em&gt;wirklich&lt;/em&gt; weiß, wovon ich bei
„alte Airline-Klinke“ und „inzwischen genau die gleiche“ rede.  In der
B747-8, die mich gerade zurück in die BRD bringt, braucht es
beispielsweise den Doppelstecker, den ich als „alte Airline-Klinke“
bezeichnet habe.  Wie viel es davon in Wahrheit noch gibt: Keine
Ahnung.  Insofern: &lt;em&gt;Wenn&lt;/em&gt; der Flieger nur eine Klinke hat, ist es der
gleiche Stecker wie bei euren Telefonen vor zehn Jahren.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="addition docutils container" id="addition-2"&gt;
&lt;p class="addition-header"&gt;Nachtrag (2025-06-06)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und wo ich schon schreibe, muss ich gleich nochmal beichten: Der Flug
hier ist zwar ausgebucht, wird aber trotzdem eine besondere
Ökosauerei. Er ist nämlich mit über einer Stunde Verspätung in
Washington gestartet, und der Flugkapitän hat offen zugegeben, dass
sie Extrasprit getankt haben, damit sie schneller fliegen können, um
wenigstens etwas von der Verspätung reinzuholen.  Asche rieselt in
dicken Schwaden von meinem Kopf.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Seufz.&lt;/p&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-1"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 1&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2025-07-21&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich glaube nicht dass Engel Binnen-Is benutzen. Woker Anpasserismus.&lt;/p&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-2"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 2&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2025-07-21&lt;/span&gt;&lt;span class="feedback-author"&gt; von Demi&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oh… Neenee, nichts Anpasserismus.  Ich bin eineR von denen, die das
Hohe I seit irgendwann Anfang der 1990er – Jahrzehnte vor der
Erfindung von „woke“ – durch eifriges Publizieren und Kommunizieren
in allen möglichen Formen gesellschaftsfähig gemacht haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und ich halte das für eine der verdienstvolleren Beschäftigungen,
denen ich in all den Jahren nachgegangen bin.  Mal ehrlich, „Dass
Krankenpfleger weit schlechter bezahlt werden“ wäre angesichts der
Geschlechterverhältnisse in dem Tätigkeitsfeld einfach extrem albern
– jedenfalls, solange praktisch alle beim „Krankenpfleger“ ein
klares Bild haben, wie es zwischen den Beinen der bezeichneten
Person wohl aussehen wird.  Und klar, natürlich haben sie das.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch danke fürs Feedback; ich hatte immer Sorge, dass die
erste Kritik an der Genderschreibweise hier von Menschen kommen
würde, die dringend inklusivere Formen (Unterstrich, Stern,
Doppelpunkt) sehen wollen.  Wenn diese jetzt kommen, kann ich
belegen, dass auch das Hohe I (an dem ich aus Gründen der w/b-Tasten
im vi, Doppelklicks in xterms und als Reverenz für &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Luise_F._Pusch"&gt;Luise Pusch&lt;/a&gt;
festhalte) noch prima wirkt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="wert" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Übrigens gehört zu den möglicherweise nachvollziehbaren
Gründen nicht der höhere Automatisierungsgrad in der
Automobilindustrie, jedenfalls nicht, wenn mensch Marx sein
&lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wertgesetz"&gt;Wertgesetz&lt;/a&gt; abkauft, nach dem sich der Wert einer Ware („oder
Dienstleistung“ – warum klingt eigentlich jede Rede über „Wirtschaft“
so albern und abgedroschen?) nach der in ihr vergegenständlichten
Arbeit bemisst.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="entf" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Versteht mich nicht falsch: Dass Aufzucht und Pflege von
Kindern und das wohnliche Zusammenleben von Erwachsenen sich immer
noch zu guten Stücken der marktförmigen Organisation entzieht, ist
wahrscheinlich im Hinblick auf &amp;lt;hust, wieder Marx&amp;gt; &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/asteroideneinschlage-sind-schlecht-furs-bankgeschaft.html"&gt;Entfremdung&lt;/a&gt;
ganz gut so.  Es ist jedoch dann doof, wenn sich Lebensrealitäten und
-möglichkeiten (sagen wir mal: Leben ohne Lohnarbeit im Alter) nach
Marktverwertbarkeit der Tätigkeiten der Individuen bestimmen;
Altersarmut ist in der Folge nicht nur dem grammatischen Geschlecht
nach weiblich.  Mein Vorschlag zur Besserung der Situation wäre aber,
lieber mehr Leben aus dem Markt herauszunehmen als ihm noch mehr Leben
auszuliefern.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="paar" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id3"&gt;[3]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;&lt;p class="first"&gt;Das ist eine Abschätzung auf der Basis der immer nützlichen
Faustformel: „Wenn du einen Euro ausgibst, emittierst du ungefähr ein
Pfund CO₂“ (vgl. &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/technoseum-innovationen-fur-den-umweltschutz-von-1910.html#dollar"&gt;die Fußnote 1 hier drüben&lt;/a&gt;); innerhalb eines Faktors
zehn gilt das für fast alles, was mensch so kaufen kann, selbst für
diesen Flug hier, der mit vermutlich etwa 2 Kilo pro Euro eher am
oberen Ende der Kohlendioxydsünden liegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem die Sorte Ohrhörer wohl nicht viel mehr als 10 Euro kosten
wird, dürften auf dem Foto oben irgendwas zwischen 2 und 50 Kilo CO₂
vergegenständlicht sein.&lt;/p&gt;
&lt;p class="last"&gt;Und das Kupfer, das da drin ist?  Nun: vielleicht recyclen die das ja
tatsächlich.&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
</content><category term="Wirtschaft"></category><category term="Unterwegs"></category><category term="CO2"></category></entry><entry><title>Wider dem exkulpatorischen Passiv</title><link href="https://blog.tfiu.de/wider-dem-exkulpatorische-passiv.html" rel="alternate"></link><published>2025-05-12T20:00:00+02:00</published><updated>2025-05-12T20:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-05-12:/wider-dem-exkulpatorische-passiv.html</id><summary type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#taterschaft-sarin-entwickeln-und-dem-militar-andienen" id="id3"&gt;Täterschaft: Sarin entwickeln und dem Militär andienen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#kein-platz-fur-passiv" id="id4"&gt;Kein Platz für Passiv&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#taterinnen-benennen-auch-bei-der-preisverleihung" id="id5"&gt;TäterInnen benennen auch bei der Preisverleihung!&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="In einer Vitrine steht eine sehr realistische Puppe eines Mannes mit einem Karohemd, der runtergebeugt ein Insektizid aus einem Kanister schüttet.  Ebenfalls in der Vitrine: ein paar Maispflanzen." src="/media/2025/giftmischen-stuttgart.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Das Stuttgarter Naturkundemuseum illustiert: Es ist nicht so, dass
Gift „versprüht wird“.  Menschen versprühen Gift.  Und dazu brauen
sie Gift.  Ich möchte hier argumentieren, dass es hilft, solche
Aussagen im Aktiv zu formulieren.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Während ich glaube, dass der Appell, „an die Opfer zu denken“, selten zu
menschlichen und gesellschaftlich wünschenswerten Schlüssen führt – mit
dieser Figur lässt sich von Vorratsdatenspeicherung über Todesstrafe bis
zu Krieg alles rechtfertigen, ohne dass irgendwas wirklich besser wird&lt;a class="footnote-reference" href="#arsch" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt; –, bin ich fest überzeugt, dass die klare Benennung von
TäterInnen sozial und individuell höchst nützlich ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese nämlich hilft mit etwas Glück Dritten, die im Begriff sind, fiese
Dinge zu tun, das zu merken und es idealerweise zu lassen.  Und daher
bin ich ein Feind von versteckenden Passivkonstruktionen: „wurde
verhaftet“, „wurde verurteilt“, „wurde hingerichtet“.  Nein: Das waren
jeweils handelnde Menschen, die da verhaftet, verurteilt und
hingerichtet &lt;em&gt;haben&lt;/em&gt; und sich duchaus auch anders hätten entscheiden
können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass sie Ganzegalwas unter der deutschen Regierung zwischen 1933 und
1945 („die Nazis“) in der Regel hätten verweigern müssen, das ist
inzwischen eine selbst in autoritäreren Zirkeln gesellschaftsfähige
Einsicht.  Vielleicht deshalb hat sich in diesem Umfeld eine Spezialform
des exkulpatorischen Pseudo-Passivs entwickelt, bei dem „die Nazis“ oder
noch schlimmer „die Nationalsozialisten“ als Handelnde benannt werden für
all die Schrecklichkeiten, die die Untertanen unter der Regierung der
NSDAP angerichtet haben.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="taterschaft-sarin-entwickeln-und-dem-militar-andienen"&gt;
&lt;h2&gt;Täterschaft: Sarin entwickeln und dem Militär andienen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Eine besonders verquere Variation dieser Figur ist mir im
&lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/kalenderblatt-100.html?drsearch:date=2025-03-20"&gt;DLF-Kalenderblatt vom 20. März 2025&lt;/a&gt; begegnet.  Es geht um den
Anschlag einiger Anhänger des japanischen Gurus Shoko Asahara auf die
U-Bahn von Tokio 30 Jahre zuvor.  Sie setzten dazu ein Nervengas ein,
über das Martin Fritz in seinem Beitrag berichtet:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Erst später stellt sich heraus, dass es sich um Sarin handelt, ein von
den Nationalsozialisten entwickelter hochgiftiger chemischer
Kampfstoff, der zu Atemstillstand führt.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Nein.  Gut: Die Leute, die das entwickelt haben, &lt;em&gt;waren&lt;/em&gt; vermutlich wie
eine starke Mehrheit der BewohnerInnen des deutschen Reichs während der
Regierung der NSDAP loyal zu ihrer Herrschaft und in dem Sinn durchaus
„Nationalsozialisten“&lt;a class="footnote-reference" href="#soz" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;.  Zwecks historischer Einsichten ist es
aber &lt;em&gt;viel&lt;/em&gt; besser, die Entwickelnden als „Chemiker“ zu benennen,
genauer „deutsche Chemiker“, noch genauer „Mitarbeiter der &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/I.G._Farben"&gt;IG
Farben&lt;/a&gt;“.  Die &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sarin"&gt;Wikipedia weiß zur Entwicklung von Sarin&lt;/a&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
1934 bekam Gerhard Schrader den Auftrag, importunabhängige
Pflanzenschutzmittel zu entwickeln […]  Systematische
Strukturabwandlungen führten dann im Jahr 1939 zur Synthese des noch
weitaus toxischeren Methanphosphonsäureisopropylesterfluorids (T 144,
Trilon 144, später T 46, Trilon 46, Sarin).  Sarin erwies sich als
außerordentlich starkes Gift, das in seiner Warmblütertoxizität alle
bis dahin hergestellten Verbindungen übertraf und 3–4 mal giftiger als
Tabun war. Diese Verbindung wurde ebenfalls dem Heereswaffenamt
gemeldet.  [exkulpatorischer Passiv auch hier!]&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="kein-platz-fur-passiv"&gt;
&lt;h2&gt;Kein Platz für Passiv&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Halten wir fest: Schrader und Kollegen haben ganz gezielt nach möglichst
giftigen Substanzen gesucht und fanden offenbar die für ihren
ursprünglichen Plan („Pflanzenschutz“) sehr hinderliche
„Warmblütertoxizität“ höchst spannend.  So spannend, dass sie ihre Gifte
explizit dem Militär angetragen haben.  Für Passivkonstruktionen gibt es
hier aber auch gar keinen Grund.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob der Nachsatz aus der Wikipedia:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Tabun und Sarin waren keine rein militärchemischen Entwicklungen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;beunruhigt oder beruhigt ist vielleicht eine Frage der beruflichen
Tätigkeit des_der Lesenden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Benennung der Täter mag in diesem Fall helfen, Menschen davon
abzuhalten, Gifte oder andere Waffen zu entwickeln.  Und wenn es aus
Gründen von Bruttosozialprodukt oder Existenzsicherung dafür wirklich
nicht reichen sollte, sollen sie jedenfalls nicht gleich zum Militär
rennen, wenn sie durch irgendeinen dummen Zufall auf potente Gifte
stoßen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="taterinnen-benennen-auch-bei-der-preisverleihung"&gt;
&lt;h2&gt;TäterInnen benennen auch bei der Preisverleihung!&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht hätte es nichts geändert, wenn nur Gerhard Schrader anders
gedacht und gehandelt hätte.  Der Welt wäre aber viel Leid erspart
geblieben, wenn eine hinreichend breite Minderheit der ChemikerInnen der
IG Farben anders gedacht und gehandelt hätte.  Es ist jedenfalls schon
absehbar, dass wir der Welt &lt;em&gt;jetzt&lt;/em&gt; viel Leid ersparen können,
wenn wir uns dieses Mal nicht kriegstüchtig machen und wenns geht auch
andere überzeugen, das zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei der vorletzten Kriegstüchtigkeit sah es noch retrospektiv ganz anders
aus mit (später) Einsicht.  Wieder aus der Wikipedia:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Gerhard Schrader wurde 1955 mit der Otto-Appel-Denkmünze
ausgezeichnet.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich jedenfalls würde sehr gerne wissen, wer genau da &lt;em&gt;verliehen hat&lt;/em&gt;.
Und was diese Leute sonst noch so getrieben haben.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="arsch" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Zu bedenken ist dabei auch immer die Sentenz: „Nur weil du
ein Opfer bist, heißt das nicht, dass du kein Arschloch bist“.  Das
bedeutet nicht, das Leiden der Opfer hinzunehmen.  Es heißt aber sehr
wohl, dass netten Menschen Rache, Strafe und Repression nicht viel
geben werden, und dass sie in der Regel nur neue Opfer schaffen.
Demgegenüber lassen sich viele menschliche und gesellschaftlich
wünschbare Maßnahmen denken, die verhindern helfen, dass Menschen – ob
sie nun Arschlöcher sind oder nicht; Menschenrechte gelten sogar für
erstere – überhaupt erst zu Opfern werden.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="soz" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Ich schreibe das in Anführungszeichen, weil der
„Sozialismus“-Teil dieses Wortes von vorneherein als Diffamierung
sozialistischer Ideen angelegt war und wirklich nicht erkennbar ist,
welche sozialistischen Ideensplitter sich in der kruden, reaktionären
Nazisoße („Ideologie“ ist dafür ein viel zu feines Wort) finden lassen
könnten.  Insofern: „Nazis“ oder „Faschisten“ sind weit geeignetere
Bezeichnungen.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="contents toc local topic" id="inhalt"&gt;
&lt;ul class="simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#taterschaft-sarin-entwickeln-und-dem-militar-andienen" id="id3"&gt;Täterschaft: Sarin entwickeln und dem Militär andienen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#kein-platz-fur-passiv" id="id4"&gt;Kein Platz für Passiv&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="reference internal" href="#taterinnen-benennen-auch-bei-der-preisverleihung" id="id5"&gt;TäterInnen benennen auch bei der Preisverleihung!&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="In einer Vitrine steht eine sehr realistische Puppe eines Mannes mit einem Karohemd, der runtergebeugt ein Insektizid aus einem Kanister schüttet.  Ebenfalls in der Vitrine: ein paar Maispflanzen." src="/media/2025/giftmischen-stuttgart.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Das Stuttgarter Naturkundemuseum illustiert: Es ist nicht so, dass
Gift „versprüht wird“.  Menschen versprühen Gift.  Und dazu brauen
sie Gift.  Ich möchte hier argumentieren, dass es hilft, solche
Aussagen im Aktiv zu formulieren.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Während ich glaube, dass der Appell, „an die Opfer zu denken“, selten zu
menschlichen und gesellschaftlich wünschenswerten Schlüssen führt – mit
dieser Figur lässt sich von Vorratsdatenspeicherung über Todesstrafe bis
zu Krieg alles rechtfertigen, ohne dass irgendwas wirklich besser wird&lt;a class="footnote-reference" href="#arsch" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt; –, bin ich fest überzeugt, dass die klare Benennung von
TäterInnen sozial und individuell höchst nützlich ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese nämlich hilft mit etwas Glück Dritten, die im Begriff sind, fiese
Dinge zu tun, das zu merken und es idealerweise zu lassen.  Und daher
bin ich ein Feind von versteckenden Passivkonstruktionen: „wurde
verhaftet“, „wurde verurteilt“, „wurde hingerichtet“.  Nein: Das waren
jeweils handelnde Menschen, die da verhaftet, verurteilt und
hingerichtet &lt;em&gt;haben&lt;/em&gt; und sich duchaus auch anders hätten entscheiden
können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass sie Ganzegalwas unter der deutschen Regierung zwischen 1933 und
1945 („die Nazis“) in der Regel hätten verweigern müssen, das ist
inzwischen eine selbst in autoritäreren Zirkeln gesellschaftsfähige
Einsicht.  Vielleicht deshalb hat sich in diesem Umfeld eine Spezialform
des exkulpatorischen Pseudo-Passivs entwickelt, bei dem „die Nazis“ oder
noch schlimmer „die Nationalsozialisten“ als Handelnde benannt werden für
all die Schrecklichkeiten, die die Untertanen unter der Regierung der
NSDAP angerichtet haben.&lt;/p&gt;
&lt;div class="section" id="taterschaft-sarin-entwickeln-und-dem-militar-andienen"&gt;
&lt;h2&gt;Täterschaft: Sarin entwickeln und dem Militär andienen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Eine besonders verquere Variation dieser Figur ist mir im
&lt;a class="reference external" href="https://www.deutschlandfunk.de/kalenderblatt-100.html?drsearch:date=2025-03-20"&gt;DLF-Kalenderblatt vom 20. März 2025&lt;/a&gt; begegnet.  Es geht um den
Anschlag einiger Anhänger des japanischen Gurus Shoko Asahara auf die
U-Bahn von Tokio 30 Jahre zuvor.  Sie setzten dazu ein Nervengas ein,
über das Martin Fritz in seinem Beitrag berichtet:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Erst später stellt sich heraus, dass es sich um Sarin handelt, ein von
den Nationalsozialisten entwickelter hochgiftiger chemischer
Kampfstoff, der zu Atemstillstand führt.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Nein.  Gut: Die Leute, die das entwickelt haben, &lt;em&gt;waren&lt;/em&gt; vermutlich wie
eine starke Mehrheit der BewohnerInnen des deutschen Reichs während der
Regierung der NSDAP loyal zu ihrer Herrschaft und in dem Sinn durchaus
„Nationalsozialisten“&lt;a class="footnote-reference" href="#soz" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;.  Zwecks historischer Einsichten ist es
aber &lt;em&gt;viel&lt;/em&gt; besser, die Entwickelnden als „Chemiker“ zu benennen,
genauer „deutsche Chemiker“, noch genauer „Mitarbeiter der &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/I.G._Farben"&gt;IG
Farben&lt;/a&gt;“.  Die &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sarin"&gt;Wikipedia weiß zur Entwicklung von Sarin&lt;/a&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
1934 bekam Gerhard Schrader den Auftrag, importunabhängige
Pflanzenschutzmittel zu entwickeln […]  Systematische
Strukturabwandlungen führten dann im Jahr 1939 zur Synthese des noch
weitaus toxischeren Methanphosphonsäureisopropylesterfluorids (T 144,
Trilon 144, später T 46, Trilon 46, Sarin).  Sarin erwies sich als
außerordentlich starkes Gift, das in seiner Warmblütertoxizität alle
bis dahin hergestellten Verbindungen übertraf und 3–4 mal giftiger als
Tabun war. Diese Verbindung wurde ebenfalls dem Heereswaffenamt
gemeldet.  [exkulpatorischer Passiv auch hier!]&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="kein-platz-fur-passiv"&gt;
&lt;h2&gt;Kein Platz für Passiv&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Halten wir fest: Schrader und Kollegen haben ganz gezielt nach möglichst
giftigen Substanzen gesucht und fanden offenbar die für ihren
ursprünglichen Plan („Pflanzenschutz“) sehr hinderliche
„Warmblütertoxizität“ höchst spannend.  So spannend, dass sie ihre Gifte
explizit dem Militär angetragen haben.  Für Passivkonstruktionen gibt es
hier aber auch gar keinen Grund.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob der Nachsatz aus der Wikipedia:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Tabun und Sarin waren keine rein militärchemischen Entwicklungen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;beunruhigt oder beruhigt ist vielleicht eine Frage der beruflichen
Tätigkeit des_der Lesenden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Benennung der Täter mag in diesem Fall helfen, Menschen davon
abzuhalten, Gifte oder andere Waffen zu entwickeln.  Und wenn es aus
Gründen von Bruttosozialprodukt oder Existenzsicherung dafür wirklich
nicht reichen sollte, sollen sie jedenfalls nicht gleich zum Militär
rennen, wenn sie durch irgendeinen dummen Zufall auf potente Gifte
stoßen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class="section" id="taterinnen-benennen-auch-bei-der-preisverleihung"&gt;
&lt;h2&gt;TäterInnen benennen auch bei der Preisverleihung!&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht hätte es nichts geändert, wenn nur Gerhard Schrader anders
gedacht und gehandelt hätte.  Der Welt wäre aber viel Leid erspart
geblieben, wenn eine hinreichend breite Minderheit der ChemikerInnen der
IG Farben anders gedacht und gehandelt hätte.  Es ist jedenfalls schon
absehbar, dass wir der Welt &lt;em&gt;jetzt&lt;/em&gt; viel Leid ersparen können,
wenn wir uns dieses Mal nicht kriegstüchtig machen und wenns geht auch
andere überzeugen, das zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei der vorletzten Kriegstüchtigkeit sah es noch retrospektiv ganz anders
aus mit (später) Einsicht.  Wieder aus der Wikipedia:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Gerhard Schrader wurde 1955 mit der Otto-Appel-Denkmünze
ausgezeichnet.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich jedenfalls würde sehr gerne wissen, wer genau da &lt;em&gt;verliehen hat&lt;/em&gt;.
Und was diese Leute sonst noch so getrieben haben.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="arsch" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Zu bedenken ist dabei auch immer die Sentenz: „Nur weil du
ein Opfer bist, heißt das nicht, dass du kein Arschloch bist“.  Das
bedeutet nicht, das Leiden der Opfer hinzunehmen.  Es heißt aber sehr
wohl, dass netten Menschen Rache, Strafe und Repression nicht viel
geben werden, und dass sie in der Regel nur neue Opfer schaffen.
Demgegenüber lassen sich viele menschliche und gesellschaftlich
wünschbare Maßnahmen denken, die verhindern helfen, dass Menschen – ob
sie nun Arschlöcher sind oder nicht; Menschenrechte gelten sogar für
erstere – überhaupt erst zu Opfern werden.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="soz" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Ich schreibe das in Anführungszeichen, weil der
„Sozialismus“-Teil dieses Wortes von vorneherein als Diffamierung
sozialistischer Ideen angelegt war und wirklich nicht erkennbar ist,
welche sozialistischen Ideensplitter sich in der kruden, reaktionären
Nazisoße („Ideologie“ ist dafür ein viel zu feines Wort) finden lassen
könnten.  Insofern: „Nazis“ oder „Faschisten“ sind weit geeignetere
Bezeichnungen.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Deutschlandfunk"></category><category term="Sprache"></category><category term="Geschichte"></category></entry><entry><title>RadverkehrsplanerInnen können auch anders</title><link href="https://blog.tfiu.de/radverkehrsplanerinnen-konnen-auch-anders.html" rel="alternate"></link><published>2025-05-09T19:00:00+02:00</published><updated>2025-05-09T19:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-05-09:/radverkehrsplanerinnen-konnen-auch-anders.html</id><summary type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="vier Reihen recht massiver, von beiden Seiten zugänglicher Anschließbügel von tonnenförmig gegliedertem, halb transparenten Dach überwölbt.  Etwa ein Drittel der Plätze ist besetzt." src="/media/2025/hd-hbf-absteller-jun-2020.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Jetzt Geschichte: Bequemes Radabstellen am Heidelberger Hauptbahnhof.
Dieses Bild entstand im Juni 2020, also kurz nach dem Lockdown,
weshalb recht viele Plätze frei sind.  In normalen Zeiten war der
Ständer immer gut gefüllt, aber selten übervoll.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/autodenke-macht-klimaschutz-zur-tragikomodie.html"&gt;Im letzten Dezember&lt;/a&gt;  hatte ich nur bitteren Spott („Autodenke“) für
Stadtväter und -mütter übrig, die „angereizt” von Geld aus Berlin oder
einer Landeshauptstadt, etwas „für die Umwelt“ tun möchtenmüssen und in
diesem Sentiment „für die Radler“ irgendwelche hässlichen, lästigen und
kostspieligen Gebilde aus Glas und Beton errichten lassen, in denen
Menschen ihre Fahrräder „parken“ (nb den Unterschied zum eigentlich
fahrradgemäßeren „abstellen“) sollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit das hier nicht immer so negativ ist:  Lasst mich Salzburg loben.
Dort finden sich in der Nähe vom Bahnhof diese Strukturen:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Vier Stahlkonstruktionen mit nach innen geneigten Plexiglasdächern.  Seitlich offen, stehen in zwei Stockwerken auf beiden Seiten Fahrräder, vielleicht insgesamt 80 pro Ständer. Praktisch alle Plätze sind belegt." src="/media/2025/salzburg-fahrradstaender.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Mensch mag einwenden, dass da immer noch ein Haufen Stahl verbaut ist
für überschaubare Platzersparnis – grob ein Faktor zwei: schlicht
abgestellte Räder hätten wohl etwas mehr seitlichen Abstand zueinander,
dafür könnten die Reihen etwas knapper stehen.  Das zweistöckig Stehen
jedoch wäre ohne ernsthafte Baumaßnahme natürlich nicht möglich.  Als
weiteren Einwand kann ich vorbringen, dass es nennenswert Kraft braucht,
um Fahrräder in den „ersten Stock“ zu hieven, auch wenn ein
Federmechanismus dabei ein wenig hilft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf der positiven Seite jedoch: Die Anlage ist auf den Stellplatz
gerechnet aus relativ wenig Stahl und außerhalb vom Fundament auch ohne
Zement gebaut und insofern nicht &lt;em&gt;allzu&lt;/em&gt; klimaschädlich, umbaut keinen
Raum, hat keine Elektronik, hält die Fahrräder ein wenig trocken und
kostet die Abstellenden nichts.  Mäßiger Nutzen für geringen Schaden: Das
ist nach Maßstäben zeitgenössischer Fahrradinfrastrukturplanung schon
gar nicht schlecht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also, liebe GemeinderätInnen: Wenn ihr Geld zur Förderung des
Fahrradverkehrs ausgeben &lt;em&gt;müsst&lt;/em&gt; und es nicht in euch findet, es in die
Auflösung von Autoparkplätzen und den Rückbau anderer Auto-Infrastruktur
zu stecken (da wäre es natürlich am besten investiert): Schaut nach
Salzburg, nicht nach &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/autodenke-macht-klimaschutz-zur-tragikomodie.html#heilbronn"&gt;Heilbronn&lt;/a&gt; oder &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/autodenke-macht-klimaschutz-zur-tragikomodie.html#koeln"&gt;Köln&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Stück OpenStreetMap mit einem Stück des Heidelberger Hauptbahnofs.  Als Highlight ist eine Fahrradabstellanlage gezeigt." src="/media/2025/ex-absteller-hbf.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Noch ist er in der OpenStreetMap eingezeichnet: Der schöne alte
Freiluft-Radabsteller am Heidelberger Hauptbahnhof.  In Wirklichkeit
ist da schon Bauwüste, und in Zukunft müssen die armen RadlerInnen
in eine Tiefgarage.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Für Heidelberg ist es leider schon zu spät: der praktische
überdachte Freiluft-Fahrradständer (siehe oben) am Bahnhof ist bereits
Geschichte.  Stattdessen sollen RadlerInnen ihre Räder &lt;a class="reference external" href="https://www.heidelberg.de/HD/Presse/21_03_2025+hauptbahnhof_+bauarbeiten+fuer+neues+fahrradparkhaus+schreiten+voran.html"&gt;in eine von zwei
Tiefgaragen&lt;/a&gt; einsperren, und dann aus diesen grässlichen Unorten
irgendwie in den Bahnhof finden.  Wer weiß, vielleicht investiert die
Stadt ja auch in eine Bestinkungsanlage mit Altöl, Benzin und Abgasen
fürs authentische Tiefgaragen-Erlebnis?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Leute von Heidelberg 24 &lt;a class="reference external" href="https://www.heidelberg24.de/heidelberg/fahrrad-hauptbahnhof-parkhaus-europaplatz-eroeffnung-stellplatz-kosten-unistadt-tarife-gebuehren-93648820.html"&gt;haben ganz richtig erkannt&lt;/a&gt;, dass es auch
bei diesem „Mobilitätsnetz-Projekt“ (nicht meine Erfindung, dieses Wort)
nicht um Umwelt geht oder gar darum, Radfahrenden das Leben leichter zu
machen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Die beiden neue Fahrradparkhäuser sollen die Masse an Fahrrädern rund
um den Hauptbahnhof in geordnete Bahnen lenken.&lt;/blockquote&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="vier Reihen recht massiver, von beiden Seiten zugänglicher Anschließbügel von tonnenförmig gegliedertem, halb transparenten Dach überwölbt.  Etwa ein Drittel der Plätze ist besetzt." src="/media/2025/hd-hbf-absteller-jun-2020.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Jetzt Geschichte: Bequemes Radabstellen am Heidelberger Hauptbahnhof.
Dieses Bild entstand im Juni 2020, also kurz nach dem Lockdown,
weshalb recht viele Plätze frei sind.  In normalen Zeiten war der
Ständer immer gut gefüllt, aber selten übervoll.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/autodenke-macht-klimaschutz-zur-tragikomodie.html"&gt;Im letzten Dezember&lt;/a&gt;  hatte ich nur bitteren Spott („Autodenke“) für
Stadtväter und -mütter übrig, die „angereizt” von Geld aus Berlin oder
einer Landeshauptstadt, etwas „für die Umwelt“ tun möchtenmüssen und in
diesem Sentiment „für die Radler“ irgendwelche hässlichen, lästigen und
kostspieligen Gebilde aus Glas und Beton errichten lassen, in denen
Menschen ihre Fahrräder „parken“ (nb den Unterschied zum eigentlich
fahrradgemäßeren „abstellen“) sollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit das hier nicht immer so negativ ist:  Lasst mich Salzburg loben.
Dort finden sich in der Nähe vom Bahnhof diese Strukturen:&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Vier Stahlkonstruktionen mit nach innen geneigten Plexiglasdächern.  Seitlich offen, stehen in zwei Stockwerken auf beiden Seiten Fahrräder, vielleicht insgesamt 80 pro Ständer. Praktisch alle Plätze sind belegt." src="/media/2025/salzburg-fahrradstaender.jpeg" /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Mensch mag einwenden, dass da immer noch ein Haufen Stahl verbaut ist
für überschaubare Platzersparnis – grob ein Faktor zwei: schlicht
abgestellte Räder hätten wohl etwas mehr seitlichen Abstand zueinander,
dafür könnten die Reihen etwas knapper stehen.  Das zweistöckig Stehen
jedoch wäre ohne ernsthafte Baumaßnahme natürlich nicht möglich.  Als
weiteren Einwand kann ich vorbringen, dass es nennenswert Kraft braucht,
um Fahrräder in den „ersten Stock“ zu hieven, auch wenn ein
Federmechanismus dabei ein wenig hilft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf der positiven Seite jedoch: Die Anlage ist auf den Stellplatz
gerechnet aus relativ wenig Stahl und außerhalb vom Fundament auch ohne
Zement gebaut und insofern nicht &lt;em&gt;allzu&lt;/em&gt; klimaschädlich, umbaut keinen
Raum, hat keine Elektronik, hält die Fahrräder ein wenig trocken und
kostet die Abstellenden nichts.  Mäßiger Nutzen für geringen Schaden: Das
ist nach Maßstäben zeitgenössischer Fahrradinfrastrukturplanung schon
gar nicht schlecht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also, liebe GemeinderätInnen: Wenn ihr Geld zur Förderung des
Fahrradverkehrs ausgeben &lt;em&gt;müsst&lt;/em&gt; und es nicht in euch findet, es in die
Auflösung von Autoparkplätzen und den Rückbau anderer Auto-Infrastruktur
zu stecken (da wäre es natürlich am besten investiert): Schaut nach
Salzburg, nicht nach &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/autodenke-macht-klimaschutz-zur-tragikomodie.html#heilbronn"&gt;Heilbronn&lt;/a&gt; oder &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/autodenke-macht-klimaschutz-zur-tragikomodie.html#koeln"&gt;Köln&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Stück OpenStreetMap mit einem Stück des Heidelberger Hauptbahnofs.  Als Highlight ist eine Fahrradabstellanlage gezeigt." src="/media/2025/ex-absteller-hbf.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Noch ist er in der OpenStreetMap eingezeichnet: Der schöne alte
Freiluft-Radabsteller am Heidelberger Hauptbahnhof.  In Wirklichkeit
ist da schon Bauwüste, und in Zukunft müssen die armen RadlerInnen
in eine Tiefgarage.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Für Heidelberg ist es leider schon zu spät: der praktische
überdachte Freiluft-Fahrradständer (siehe oben) am Bahnhof ist bereits
Geschichte.  Stattdessen sollen RadlerInnen ihre Räder &lt;a class="reference external" href="https://www.heidelberg.de/HD/Presse/21_03_2025+hauptbahnhof_+bauarbeiten+fuer+neues+fahrradparkhaus+schreiten+voran.html"&gt;in eine von zwei
Tiefgaragen&lt;/a&gt; einsperren, und dann aus diesen grässlichen Unorten
irgendwie in den Bahnhof finden.  Wer weiß, vielleicht investiert die
Stadt ja auch in eine Bestinkungsanlage mit Altöl, Benzin und Abgasen
fürs authentische Tiefgaragen-Erlebnis?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Leute von Heidelberg 24 &lt;a class="reference external" href="https://www.heidelberg24.de/heidelberg/fahrrad-hauptbahnhof-parkhaus-europaplatz-eroeffnung-stellplatz-kosten-unistadt-tarife-gebuehren-93648820.html"&gt;haben ganz richtig erkannt&lt;/a&gt;, dass es auch
bei diesem „Mobilitätsnetz-Projekt“ (nicht meine Erfindung, dieses Wort)
nicht um Umwelt geht oder gar darum, Radfahrenden das Leben leichter zu
machen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Die beiden neue Fahrradparkhäuser sollen die Masse an Fahrrädern rund
um den Hauptbahnhof in geordnete Bahnen lenken.&lt;/blockquote&gt;
</content><category term="Fahrrad"></category><category term="Umwelt"></category><category term="Heidelberg"></category><category term="Unterwegs"></category></entry><entry><title>Advertising shits in your head: Rebellische Akte gegen Werbung</title><link href="https://blog.tfiu.de/advertising-shits-in-your-head-rebellische-akte-gegen-werbung.html" rel="alternate"></link><published>2025-04-25T19:00:00+02:00</published><updated>2025-04-25T19:00:00+02:00</updated><author><name>Anselm</name></author><id>tag:blog.tfiu.de,2025-04-25:/advertising-shits-in-your-head-rebellische-akte-gegen-werbung.html</id><summary type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Plakat schräg von der Seite im Straßenkontext: „Roundup unkrautfrei, sicher in der Anwendung, wurzeltief in der Wirkung“." src="/media/2025/glyphosat.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Scheiße im Hirn: Der Versuch, Leute dazu zu bringen, Glyphosat mit
Freiheit zu assoziieren (so gesehen 2013 in Schriesheim)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Da einige mir nahestehende Menschen gelegentlich den Verdacht äußern,
ich könnte überdurchschnittlich anfällig für Narzissmus sein, hat mich
Caroline Caldwells folgender, nun, Aphorismus sehr erfreut:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
In einer Gesellschaft, die Profit aus deinen Selbstzweifeln schlägt,
ist es ein rebellischer Akt, sich selbst zu mögen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;div class="original-container sidebar"&gt;
&lt;p class="original-header first"&gt;Original&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="original last"&gt;
In a society that profits from your self-doubt, liking yourself is a
rebellious act&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Auf diese tiefe und für mich möglicherweise schmeichelhafte Weisheit bin
ich im ziemlich lesenswerten (oder eher sehenswerten?) Werk &lt;a class="reference external" href="https://www.pmpress.org/index.php?l=product_detail&amp;amp;p=967"&gt;Advertising
Shits in Your Head&lt;/a&gt; von Josh MacPhee gestoßen.  Dieses Buch bietet eine
kursorische Abhandlung darüber, wie viel besser diese Welt ohne Werbung
wäre.  Da ich selbst ein &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/genf-vs-die-dauerbeflimmerung.html"&gt;eingeschworener Feind von Beflimmerung&lt;/a&gt; und
&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/angst-ist-eine-schlechte-beifahrerin.html"&gt;anderen kommerziellen Belästigungen&lt;/a&gt; bin, sind der Autor, seine
ProtagonistInnen und ich wohl zornige, aber fröhliche InsassInnen der
gleichen Echokammer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und das, obwohl sich ihre Welt vor allem um New York und London dreht,
Orte, die mir nun nicht allzu viel sagen.  Doch zumindest der erste
große Teil, der die üblen Effekte von Werbung diskutiert, ist ganz
ersichtlich in der gesamten kapitalistischen Ökumene gültig, etwa wenn
MacPhee hellsichtig formuliert:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Werbung mag ausgesprochen geschickt darin sein, Bedürfnisse zu
schaffen.  Sie ist jedoch katastrophal schlecht darin, sie oder auch
nur ihre Versprechen zu erfüllen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;div class="original-container sidebar"&gt;
&lt;p class="original-header first"&gt;Original&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="original last"&gt;
Advertising may be exceptionally adept at creating needs, but it is
singularly bad at meeting them, at making good on its promises.&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die „Strategien des Widerstands“, die MacPhee im anschließenden zweiten
Teil betrachtet, sind wahrscheinlich nicht ganz so direkt auf die
aktuelle BRD übertragbar, schon, weil es hier keine Telefonzellen mehr
gibt, und schon gar keine mit großen Werbeflächen.  Es geht tatsächlich
eine ganze Weile darum, wie und mit welchem Werkzeug (nicht: Schlüssel)
deren Plakatvitrinen zu öffnen waren und mit welchen rechtlichen
Konsequenzen Menschen zu rechnen haben, die die optische
Umweltverschmutzung in direkter Aktion etwas reduzieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Spoiler: Nicht mit vielen, schon gar nicht, wenn mensch Warnwesten
anhat.  Dennoch will ich nicht leugnen, dass mich eine Fantasie
begeistert hat, die während der Lektüre in mir entstanden ist: ich klage
über einige Instanzen heldenhaft durch, dass Sachbeschädigung bei
gesellschaftlich wirklich nicht wünschbaren Dingen wie Werbetafeln kaum
in Betracht kommt.  Jaja: das ist fast sicher genau nur eine
narzisstische Fantasie, die weder mit der deutschen Justiz noch mit
meiner Entschlossenheit in der Sache verträglich ist.&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="In nachlässiger Graffiti auf einer niedrigen Betonmauer, hinter der Kinder Spielen: „Arte o Muerte“." src="/media/2025/barcelona-arte-o-muerte.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Vor dem Museum Reina Sofia in Barcelona^WMadrid (das mit Picassos Guernica
drin), 2012: „Kunst oder Tod“.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;MacPhees drittes großes Kapitel schließlich widmet er den
„Subvertisers“, die schon bei den Strategien des Widerstands viel
beigetragen haben.  Subvertisers sind – zum Teil sogar unter Klarnamen
auftretende – Menschen, die Kunst und Widerstand gegen Werbung
verbinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Abschnitt findet sich das Zitat von der Selbstliebe als Akt
des Widerstands von Caroline Caldwell.  Als ihre Affiliation nennt das
Buch den &lt;a class="reference external" href="https://blog.vandalog.com/"&gt;Vandalog&lt;/a&gt;, ein Blog, das sich in der Schnittmenge von
Graffiti und politischem Aktivismus verortete (das aber inzwischen wohl
nicht mehr wirklich gepflegt wird).  Doch ist das schöne Zitat
bedauerlicherweise auf diesem Blog nicht zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist aus meiner Sicht eine bittere Ironie: Wenn ich auf die Quelle
des schönen Aphorismus linken würde, wäre das, ginge es überhaupt, ein
Link in die stinkenden Ruinen von Twitter – und auch vor der Musk'schen
Übernahme der „Assets“ von Twitter hätte so ein Link nicht gut gerochen
und wäre kaputt gewesen für Menschen, die kein Javascript der Firma
ausführen konnten oder wollten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass Caldwells Weisheit jetzt den Geschäftsinteressen des DOGE-Chefs
dient, ist aus meiner Sicht eine ganz hervorragende Illustration, warum
DIY auch im Internet höchst bedeutend ist: Schreibt euren Kram auf eure
eigenen Webseiten.  Wenn ihr die Komplexität und Datenschutzproblematik
von Microblogging mit seinen Likes und Boosts wirklich braucht, dann
nutzt jedenfalls das fast nicht privatisierbare&lt;a class="footnote-reference" href="#truth" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt; &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fediverse"&gt;Fediverse&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="truth" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Jaja, ich weiß, dass einzelne Dienste selbstverständlich
kommerziell betrieben werden; Trumps Truth Social etwa &lt;a class="reference external" href="https://www.pcmag.com/news/trumps-social-media-site-quietly-admits-its-based-on-mastodon"&gt;baut auf
Mastodon auf&lt;/a&gt;, wenn es auch nicht föderiert und so nicht Teil des
Fediverse ist.  Es ist das Fediverse als Ganzes, das nicht
privatisierbar ist, ganz so, wie &lt;a class="reference external" href="https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc822"&gt;RFC 822&lt;/a&gt;-kompatible E-Mail allen
Versuchen von Microsoft und Google widerstanden hat, ihre jeweiligen
Opfer nach Art von Händlern mit IM oder Videokonferenz in ihre
jeweiligen Silos einzusperren.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-1"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 1&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2025-05-28&lt;/span&gt;&lt;span class="feedback-author"&gt; von hend&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gerne schriebe ich an dieser Stelle persönliches, hinsichtlich des
Narzissmusvorwurfs relativierendes. Allein: schon der simple Fakt,
dass wer das Eigenerdachte und in die Tastatur Gehackte für wertvoll
und veröffentlichungswürdig betrachtet, ist wohl kaum von einer
gewissen Eitelkeit freizusprechen. Insofern mag es mir nachzusehen
sein, wenn ich -- selbstredend nur aus Sorge um Dein psychisches Wohl,
und jenes Deiner Mitmenschen, keinesfalls aber aus niederer Motivation
und Häme heraus -- der fröhlichen Bildungbürgerostentation Einhalt und
Demut gebiete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweifellos sympathisiere auch ich sofort mit &amp;quot;Arte o muerte!&amp;quot; und
werde es sofort in meinen aktiven Sprachgebrauch übernehmen, und
ebenso zweifle ich kaum daran, dass sich Picassos Guernica im Museum
Reina Sofia befindet. Dass sich allerdings eben dieses Museum, mitsamt
des vorliegenden Platzes und der gegenüberliegenden Häuserfassade 2012
noch in &lt;em&gt;Barcelona&lt;/em&gt; befunden haben sollen, dagegen nur drei Jahre
später (als ich da war) im Herzen von &lt;em&gt;Madrid&lt;/em&gt; standen (passgenau, als
hätte es jemand geplant!), das erscheint mir doch einigermaßen
unintuitiv.&lt;a class="footnote-reference" href="#unint" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt; Andererseits bin ich wiederum kein theoretischer
Physiker und von daher verstehe ich auch nichts von Relativität von
Raum und Zeit.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="unint" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Die Caption &amp;quot;Symbolbild&amp;quot; wäre doch eigentlich auch ganz schön.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-2"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 2&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2025-04-28&lt;/span&gt;&lt;span class="feedback-author"&gt; von Demi&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oh ja.  Schade.  Nach Barcelona würde es viel besser passen, also
das Bild jetzt.  Aber du hast natürlich recht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;PS: Herzlichen Dank für die Postkarte.  Sie lief kaum zwei Wochen
lang.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
</summary><content type="html">&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="Ein Plakat schräg von der Seite im Straßenkontext: „Roundup unkrautfrei, sicher in der Anwendung, wurzeltief in der Wirkung“." src="/media/2025/glyphosat.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Scheiße im Hirn: Der Versuch, Leute dazu zu bringen, Glyphosat mit
Freiheit zu assoziieren (so gesehen 2013 in Schriesheim)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Da einige mir nahestehende Menschen gelegentlich den Verdacht äußern,
ich könnte überdurchschnittlich anfällig für Narzissmus sein, hat mich
Caroline Caldwells folgender, nun, Aphorismus sehr erfreut:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
In einer Gesellschaft, die Profit aus deinen Selbstzweifeln schlägt,
ist es ein rebellischer Akt, sich selbst zu mögen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;div class="original-container sidebar"&gt;
&lt;p class="original-header first"&gt;Original&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="original last"&gt;
In a society that profits from your self-doubt, liking yourself is a
rebellious act&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Auf diese tiefe und für mich möglicherweise schmeichelhafte Weisheit bin
ich im ziemlich lesenswerten (oder eher sehenswerten?) Werk &lt;a class="reference external" href="https://www.pmpress.org/index.php?l=product_detail&amp;amp;p=967"&gt;Advertising
Shits in Your Head&lt;/a&gt; von Josh MacPhee gestoßen.  Dieses Buch bietet eine
kursorische Abhandlung darüber, wie viel besser diese Welt ohne Werbung
wäre.  Da ich selbst ein &lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/genf-vs-die-dauerbeflimmerung.html"&gt;eingeschworener Feind von Beflimmerung&lt;/a&gt; und
&lt;a class="reference external" href="https://blog.tfiu.de/angst-ist-eine-schlechte-beifahrerin.html"&gt;anderen kommerziellen Belästigungen&lt;/a&gt; bin, sind der Autor, seine
ProtagonistInnen und ich wohl zornige, aber fröhliche InsassInnen der
gleichen Echokammer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und das, obwohl sich ihre Welt vor allem um New York und London dreht,
Orte, die mir nun nicht allzu viel sagen.  Doch zumindest der erste
große Teil, der die üblen Effekte von Werbung diskutiert, ist ganz
ersichtlich in der gesamten kapitalistischen Ökumene gültig, etwa wenn
MacPhee hellsichtig formuliert:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="pull-quote"&gt;
Werbung mag ausgesprochen geschickt darin sein, Bedürfnisse zu
schaffen.  Sie ist jedoch katastrophal schlecht darin, sie oder auch
nur ihre Versprechen zu erfüllen.&lt;/blockquote&gt;
&lt;div class="original-container sidebar"&gt;
&lt;p class="original-header first"&gt;Original&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class="original last"&gt;
Advertising may be exceptionally adept at creating needs, but it is
singularly bad at meeting them, at making good on its promises.&lt;/blockquote&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die „Strategien des Widerstands“, die MacPhee im anschließenden zweiten
Teil betrachtet, sind wahrscheinlich nicht ganz so direkt auf die
aktuelle BRD übertragbar, schon, weil es hier keine Telefonzellen mehr
gibt, und schon gar keine mit großen Werbeflächen.  Es geht tatsächlich
eine ganze Weile darum, wie und mit welchem Werkzeug (nicht: Schlüssel)
deren Plakatvitrinen zu öffnen waren und mit welchen rechtlichen
Konsequenzen Menschen zu rechnen haben, die die optische
Umweltverschmutzung in direkter Aktion etwas reduzieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Spoiler: Nicht mit vielen, schon gar nicht, wenn mensch Warnwesten
anhat.  Dennoch will ich nicht leugnen, dass mich eine Fantasie
begeistert hat, die während der Lektüre in mir entstanden ist: ich klage
über einige Instanzen heldenhaft durch, dass Sachbeschädigung bei
gesellschaftlich wirklich nicht wünschbaren Dingen wie Werbetafeln kaum
in Betracht kommt.  Jaja: das ist fast sicher genau nur eine
narzisstische Fantasie, die weder mit der deutschen Justiz noch mit
meiner Entschlossenheit in der Sache verträglich ist.&lt;/p&gt;
&lt;div class="centerfig figure"&gt;
&lt;img alt="In nachlässiger Graffiti auf einer niedrigen Betonmauer, hinter der Kinder Spielen: „Arte o Muerte“." src="/media/2025/barcelona-arte-o-muerte.jpeg" /&gt;
&lt;p class="caption"&gt;Vor dem Museum Reina Sofia in Barcelona^WMadrid (das mit Picassos Guernica
drin), 2012: „Kunst oder Tod“.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;MacPhees drittes großes Kapitel schließlich widmet er den
„Subvertisers“, die schon bei den Strategien des Widerstands viel
beigetragen haben.  Subvertisers sind – zum Teil sogar unter Klarnamen
auftretende – Menschen, die Kunst und Widerstand gegen Werbung
verbinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Abschnitt findet sich das Zitat von der Selbstliebe als Akt
des Widerstands von Caroline Caldwell.  Als ihre Affiliation nennt das
Buch den &lt;a class="reference external" href="https://blog.vandalog.com/"&gt;Vandalog&lt;/a&gt;, ein Blog, das sich in der Schnittmenge von
Graffiti und politischem Aktivismus verortete (das aber inzwischen wohl
nicht mehr wirklich gepflegt wird).  Doch ist das schöne Zitat
bedauerlicherweise auf diesem Blog nicht zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist aus meiner Sicht eine bittere Ironie: Wenn ich auf die Quelle
des schönen Aphorismus linken würde, wäre das, ginge es überhaupt, ein
Link in die stinkenden Ruinen von Twitter – und auch vor der Musk'schen
Übernahme der „Assets“ von Twitter hätte so ein Link nicht gut gerochen
und wäre kaputt gewesen für Menschen, die kein Javascript der Firma
ausführen konnten oder wollten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass Caldwells Weisheit jetzt den Geschäftsinteressen des DOGE-Chefs
dient, ist aus meiner Sicht eine ganz hervorragende Illustration, warum
DIY auch im Internet höchst bedeutend ist: Schreibt euren Kram auf eure
eigenen Webseiten.  Wenn ihr die Komplexität und Datenschutzproblematik
von Microblogging mit seinen Likes und Boosts wirklich braucht, dann
nutzt jedenfalls das fast nicht privatisierbare&lt;a class="footnote-reference" href="#truth" id="id1"&gt;[1]&lt;/a&gt; &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fediverse"&gt;Fediverse&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="truth" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id1"&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Jaja, ich weiß, dass einzelne Dienste selbstverständlich
kommerziell betrieben werden; Trumps Truth Social etwa &lt;a class="reference external" href="https://www.pcmag.com/news/trumps-social-media-site-quietly-admits-its-based-on-mastodon"&gt;baut auf
Mastodon auf&lt;/a&gt;, wenn es auch nicht föderiert und so nicht Teil des
Fediverse ist.  Es ist das Fediverse als Ganzes, das nicht
privatisierbar ist, ganz so, wie &lt;a class="reference external" href="https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc822"&gt;RFC 822&lt;/a&gt;-kompatible E-Mail allen
Versuchen von Microsoft und Google widerstanden hat, ihre jeweiligen
Opfer nach Art von Händlern mit IM oder Videokonferenz in ihre
jeweiligen Silos einzusperren.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-1"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 1&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2025-05-28&lt;/span&gt;&lt;span class="feedback-author"&gt; von hend&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gerne schriebe ich an dieser Stelle persönliches, hinsichtlich des
Narzissmusvorwurfs relativierendes. Allein: schon der simple Fakt,
dass wer das Eigenerdachte und in die Tastatur Gehackte für wertvoll
und veröffentlichungswürdig betrachtet, ist wohl kaum von einer
gewissen Eitelkeit freizusprechen. Insofern mag es mir nachzusehen
sein, wenn ich -- selbstredend nur aus Sorge um Dein psychisches Wohl,
und jenes Deiner Mitmenschen, keinesfalls aber aus niederer Motivation
und Häme heraus -- der fröhlichen Bildungbürgerostentation Einhalt und
Demut gebiete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweifellos sympathisiere auch ich sofort mit &amp;quot;Arte o muerte!&amp;quot; und
werde es sofort in meinen aktiven Sprachgebrauch übernehmen, und
ebenso zweifle ich kaum daran, dass sich Picassos Guernica im Museum
Reina Sofia befindet. Dass sich allerdings eben dieses Museum, mitsamt
des vorliegenden Platzes und der gegenüberliegenden Häuserfassade 2012
noch in &lt;em&gt;Barcelona&lt;/em&gt; befunden haben sollen, dagegen nur drei Jahre
später (als ich da war) im Herzen von &lt;em&gt;Madrid&lt;/em&gt; standen (passgenau, als
hätte es jemand geplant!), das erscheint mir doch einigermaßen
unintuitiv.&lt;a class="footnote-reference" href="#unint" id="id2"&gt;[2]&lt;/a&gt; Andererseits bin ich wiederum kein theoretischer
Physiker und von daher verstehe ich auch nichts von Relativität von
Raum und Zeit.&lt;/p&gt;
&lt;table class="docutils footnote" frame="void" id="unint" rules="none"&gt;
&lt;colgroup&gt;&lt;col class="label" /&gt;&lt;col /&gt;&lt;/colgroup&gt;
&lt;tbody valign="top"&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class="label"&gt;&lt;a class="fn-backref" href="#id2"&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Die Caption &amp;quot;Symbolbild&amp;quot; wäre doch eigentlich auch ganz schön.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;div class="feedback docutils container" id="feedback-2"&gt;
&lt;p class="feedback-header"&gt;Kommentar 2&lt;span class="feedback-date"&gt; am 2025-04-28&lt;/span&gt;&lt;span class="feedback-author"&gt; von Demi&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oh ja.  Schade.  Nach Barcelona würde es viel besser passen, also
das Bild jetzt.  Aber du hast natürlich recht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;PS: Herzlichen Dank für die Postkarte.  Sie lief kaum zwei Wochen
lang.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
</content><category term="Bücher"></category><category term="Fotos"></category><category term="Wirtschaft"></category><category term="Fediverse"></category><category term="Werbung"></category></entry></feed>